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Bericht: Chancen nach der Ausbildung

Strukturwandel am Arbeitsmarkt bietet auch Perspektiven

Globalisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel – drei langfristige Wandlungsprozesse, die große Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben. Lesen Sie, was das für die berufliche Zukunft Ihrer Kinder bedeutet.

Fachkräfte dringend gesucht

Fachkräfte sind Erwerbsfähige mit einer Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren oder einer akademischen Ausbildung. Wenn das Angebot für entsprechende Stellen langfristig und flächendeckend die Anzahl qualifizierter Bewerber*innen übersteigt, gilt dies als Fachkräftemangel.
Aktuell ist deutschlandweit kein branchenübergreifender Fachkräftemangel erkennbar. Allerdings bestehen für spezielle Qualifikationen, Anforderungen oder Berufe und/oder in einzelnen Regionen bereits heute Schwierigkeiten in der Stellenbesetzung.

Berufe und Regionen mit Fachkräftemangel

Die Bundesagentur für Arbeit untersucht regelmäßig die Fachkräftesituation in Deutschland. Dazu gehören auch die Besetzungsschwierigkeiten der unterschiedlichen Branchen im Bundesgebiet.
Im Dezember 2019 stellte sie Engpässe vor allem in Handwerks- und Bauberufen, in Berufen in der Naturstein- und Mineralaufbereitung, Holz-, Möbel- und Innenausbau sowie Fahrzeugelektronik und in der Gesundheits- und Krankenpflege fest. Besonders in der Altenpflege zeigt sich ein flächendeckender Fachkräftemangel im gesamten Bundesgebiet. Dieser wird durch die aktuelle Pandemiesituation zusätzlich verschärft.
Die wirtschaftsstarken Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg sind besonders betroffen. Aber auch in Thüringen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz wird inzwischen mehr als jede achte Stelle in einem Engpassberuf ausgeschrieben.
Ein flächendeckender Mangel an Fachkräften in Berufen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) kann aktuell nicht belegt werden. In einzelnen Berufen im MINT-Bereich liegen jedoch bereits Engpässe vor.

Tipp:

Ermutigen Sie Ihre Tochter bzw. Ihren Sohn, sich bei der Berufswahl nicht von gängigen Geschlechterklischees beeinflussen zu lassen, sondern sich an ihren bzw. seinen individuellen Fähigkeiten zu orientieren.

Ursachen des Fachkräftemangels

Für einen Fachkräftemangel gibt es unterschiedliche Gründe, zum Beispiel:

  • der demografischer Wandel (Durch die Überalterung der Gesellschaft scheiden deutlich mehr Fachkräfte altersbedingt aus dem Berufsleben aus, als junge Leute im erwerbsfähigen Alter verfügbar sind.)
  • die Globalisierung (die weltweite Arbeitsteilung und der grenzüberschreitende Handel)
  • die Digitalisierung (die rasante Ausbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologien in nahezu allen Wirtschaftsbereichen)

Das spricht für eine Ausbildung

Mit diesen Argumenten können Sie Ihr Kind von einer Ausbildung überzeugen. Sie bietet

  • einen grundsätzlichen Schutz vor Arbeitslosigkeit
  • eine stabile Grundlage für weitere berufliche Möglichkeiten
  • gute berufliche Aufstiegsperspektiven und Weiterqualifizierungen
  • gute Chancen auf einen sofortigen Einstieg ins Berufsleben

Die Politik hat sich zum Ziel gesetzt, die duale Ausbildung in Deutschland zu stärken. Initiativen wie die "Allianz für Aus- und Weiterbildung", zu der sich Bund, Bundesagentur für Arbeit, die Wirtschaft, Gewerkschaften und Länder zusammen geschlossen haben, wollen gemeinsam noch mehr junge Menschen für einen der über 300 Ausbildungsberufe befähigen und gewinnen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Strategie ist es, Arbeitnehmer*innen durch Qualifizierung und Weiterbildung für die neuen Anforderungen (Industrie 4.0) und Arbeitsbedingungen fit zu machen. Dadurch wird Ihr Kind seine (digitalen) Kompetenzen während seiner Ausbildung stärken und für die Zukunft gut gerüstet sein.

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Stand: 01.09.2021