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Experteninterview: Ausbildungen in der Kanzlei

Mehr als nur Recht

Joachim Gansloser ist Lehrkraft am Joseph-DuMont-Berufskolleg in Köln. Im Gespräch mit planet-beruf.de erläutert er, welche Stärken und Fähigkeiten für eine Ausbildung im Bereich Recht nötig sind. Er erklärt auch, wie die Ausbildung aufgebaut ist und was die größten Herausforderungen sind.

Porträt des Interviewpartners.

Lehrkraft

Joachim Gansloser

planet-beruf.de: In welchen Berufen im Bereich Recht vermittelt das Joseph-DuMont-Berufskolleg den schulischen Teil der Berufsausbildung?

Joachim Gansloser: In den Ausbildungsberufen Rechtsanwaltsfachangestellte/r und Notarfachangestellte/r. Hier im Rheinland sind das zwei getrennte Ausbildungsberufe - im Gegensatz zu manchen anderen Bundesländern.

planet-beruf.de: Welche Stärken beziehungsweise Fähigkeiten sollte man für diese Ausbildungen mitbringen?

Joachim Gansloser: Häufig handelt es sich um kleinere Betriebe, die ausbilden und die Auszubildenden sehr vielfältig einsetzen. Wer sich für die beiden Berufe interessiert, sollte gut organisiert, sorgfältig und belastbar sein. Das gilt auch für den Umgang mit anspruchsvollen Mandantinnen und Mandaten. Wichtig sind gute Kenntnisse in Deutsch und ein gutes Zahlenverständnis, zum Beispiel für das Erstellen von Gebührenabrechnungen. Es gibt auch Rechtsanwaltskanzleien und Notariate, die international aufgestellt sind. Dort ist gutes Englisch eine Voraussetzung.

"Mit guten Schulnoten und einem guten Sprachgefühl werden die juristischen Inhalte problemlos in der Ausbildung erlernt."

planet-beruf.de: Wie laufen die Ausbildungen im Bereich Recht ab?

Joachim Gansloser: Die Auszubildenden kommen an zwei Tagen in der Woche zu uns in die Schule. Hier werden ihnen die theoretischen Inhalte vermittelt, beginnend mit den Grundlagen des dualen Ausbildungssystems über die allgemeinen Regelungen des BGB und HGB bis zu spezifischen Fachinhalten. In ihrer praktischen Ausbildung im Betrieb üben sie in beiden Ausbildungen anfänglich meist einfache Büro- und Verwaltungsaufgaben aus, z.B. Kopien erstellen und Akten zuordnen. Im Laufe der Ausbildung arbeiten sie selbstständiger: Sie verfassen beispielsweise Briefe und Klagen, vereinbaren Termine, betreuen Mandantinnen und Mandanten, führen Akten und erstellen Verträge, Urkunden und Rechnungen. Sie achten außerdem darauf, keine wichtigen Fristen zu versäumen.

planet-beruf.de: Stellen die juristischen Inhalte die größten Herausforderungen dar?

Joachim Gansloser: Aus meiner Sicht nicht: Der Vorteil bei diesen juristischen Ausbildungen ist, dass im Prinzip alle bei Null anfangen. Ein Vorwissen ist nicht nötig. Mit guten Schulnoten und einem guten Sprachgefühl werden die juristischen Inhalte problemlos in der Ausbildung erlernt.

planet-beruf.de: Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach einer Ausbildung in einer Kanzlei?

Joachim Gansloser: Rechtsanwaltsfachangestellte und Notarfachangestellte können sich zum Beispiel als Rechts- und Notarfachwirte bzw. -fachwirtinnen weiterbilden. Damit unterstützen sie beispielsweise Anwältinnen und Anwälte bei der Betreuung von Mandantinnen und Mandanten beziehungsweise Notarinnen und Notare in notariellen Angelegenheiten.

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Stand: 28.07.2021