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Die Berufswahl begleiten: Erfahrungsberichte

Eltern-Talk: Berufsorientierung bei Jugendlichen mit Behinderungen

Eltern spielen in der Berufswahl ihres Kindes immer eine wichtige Rolle. Besonderes Engagement ist aber bei Kindern mit Behinderungen und Benachteiligungen gefragt: Zwei Elternteile erzählen von ihren Erfahrungen mit ihren Söhnen.

planet-beruf.de: Wie haben Sie die Zeit der Berufswahl Ihrer Söhne erlebt?

Hartmut Windmüller: Mein Sohn Johannes ist Autist und hat eine Lern- und Sprachbehinderung. Meine Frau und ich haben Johannes geraten, sich umfassend beruflich zu orientieren. Nach der Förderschule hat er zwei Jahre den berufsvorbereitenden Bildungsgang „Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf“ gemacht. Danach hat er eine BvB, also eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme, absolviert. Anschließend war er im Berufsbildungsbereich der Paulinenpflege Winnenden, einer evangelischen Einrichtung der Jugend- und Behindertenhilfe. Johannes hat sehr darum gekämpft, eine Regelausbildung zu machen. Allerdings war für ihn der Übergang in eine Ausbildung nicht möglich, da er überfordert gewesen wäre. Jetzt arbeitet Johannes bei der Paulinenpflege im Fahrdienst und in der Werkstatt. Dass er die Führerscheinprüfung geschafft hat, war für ihn ein großes Erfolgserlebnis.

Birgit Luhr: Mein Sohn Fabio hat das Asperger-Syndrom, das ist eine besondere Form des Autismus. Die Mittlere Reife hat er sich hart erkämpft. Auch Fabio hat durch die Paulinenpflege seinen beruflichen Weg gefunden. In der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme hat er verschiedene Praktika gemacht. Dabei hat er zunächst festgestellt, dass ihm handwerkliche Tätigkeiten nicht liegen. Er hat sich für den IT-Bereich begeistert und bei einem Unternehmen zwei Berufspraktika absolviert. Dort hat er dann seine Ausbildung zum Fachinformatiker der Fachrichtung Systemintegration gemacht und erfolgreich abgeschlossen.

planet-beruf.de: Haben Sie die Beratung der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe der Bundesagentur für Arbeit genutzt?

Hartmut Windmüller: Ja, die Reha-Beratung unterstützt die Jugendlichen der Paulinenpflege, passende Angebote zu finden und Förderungen zu erhalten.

Birgit Luhr: Auch ich habe das Gespräch mit dem Reha-Berater als sehr hilfreich empfunden. Unser Reha-Berater war ausschlaggebend dafür, dass Fabio Förderungen erhalten hat.

planet-beruf.de: Wie können sich Eltern eines Kindes mit Behinderungen auf die Berufsorientierung vorbereiten?

Hartmut Windmüller: Mein Tipp ist: Suchen Sie sich kompetente Hilfe bei passenden Beratungsstellen. Besuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind in Frage kommende Bildungseinrichtungen und informieren Sie sich, welches Angebot zu Ihrem Kind passt. Eltern kennen ihre Kinder am besten! Man sollte versuchen, nicht seine eigenen Berufswünsche auf sein Kind zu projizieren. Neben den richtigen Ansprechpartnern braucht man als Eltern Geduld, viel Herz und den notwendigen Realismus.

Birgit Luhr: Mir haben auch Eltern-Netzwerke, Vereine und Selbsthilfegruppen sehr weitergeholfen. Dort habe ich wertvolle Tipps bekommen.

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Weitere Tipps und Hinweise, wie Sie Ihr Kind individuell fördern können, finden Sie im Elternportal auf Mein Kind unterstützen sowie im Portal für Schüler/innen: Ausbildung für Menschen mit Behinderungen

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