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Reportage: Zivilcourage in der Schule

Aktiv werden gegen Diskriminierung in der Schule

In dem Netzwerk "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" sind Schulen aktiv, die sich gegen jede Form von Diskriminierung wenden. Peter Gerhardt, Schulleiter der teilnehmenden Realschule Bad Staffelstein, berichtet, wie sich dies im Schulalltag zeigt.

Schulleiter:

Peter Gerhardt

Mit vereinten Kräften

Seit 2016 ist die Realschule Bad Staffelstein Teil des deutschlandweiten Netzwerks "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Die Schülervertretung wurde bei einem Vortrag auf das Netzwerk aufmerksam und diskutierte einen Beitritt in einer Versammlung der Klassensprecher*innen. Daraus ging ein Team hervor, das eine interne Informationsveranstaltung für die Schule organisierte. "Bei der Veranstaltung haben knapp 82 % der Schulmitglieder eine Selbstverpflichtung unterschrieben", berichtet der Schulleiter Herr Gerhardt. Die Selbstverpflichtung, gegen Diskriminierung vorzugehen, ist notwendig, um Teil des Netzwerks zu werden. Nachdem die Schule den Aufnahmeantrag an die Bundeskoordination des Netzwerks geschickt hatte, erhielt sie schließlich das Anerkennungsschreiben zur "Schule mit Courage". Bei einer Feier überreichte die bayerische Landeskoordination des Netzwerks der Schule die offizielle Ernennungsurkunde.

Kompetenzen gegen Ausgrenzung

Die offizielle Mitgliedschaft im Netzwerk ist jedoch kein Zertifikat oder Preis. Sie ist die Erklärung der Schulmitglieder, bei Diskriminierung aktiv zu werden und nicht wegzusehen. Kommunikations- und Konfliktfähigkeit sind deshalb wichtige Kompetenzen für Herrn Gerhardt: "Einige Lehrkräfte besuchen Fortbildungen und schulen dann ihre Klassen im Methodentraining, wie man mit Konflikten umgehen sollte." Ältere Schüler*innen vermitteln außerdem als Streitschlichter*innen Empathie. Nur so kann das Motto der Realschule Bad Staffelstein umgesetzt werden: "Gemeinsam arbeiten, gemeinsam erleben, gemeinsam gestalten".

Gemeinsam Projekte entwickeln

Ein eigenes "Courage-Team" aus Schülerinnen und Schülern ist für die Organisation von Aktionen zuständig. "Alle dürfen teilnehmen und es gibt keine Klassen- oder Altersbegrenzung", so Herr Gerhardt. Stolz berichtet er von den Projekten, die seit dem Beitritt ins Courage-Netzwerk stattgefunden haben. Neben einer Umfrage mit Auswertung und Präsentation zum Thema Cyber-Mobbing fand ein Spendenlauf für eine gemeinnützige Organisation statt. Und in der Adventszeit verkaufte die Schülervertretung Zuckerstangen und kaufte vom Erlös Geschenke für geflüchtete Kinder.

Anderen Schulen kann Herr Gerhardt das Netzwerk nur empfehlen. Vor allem der Austausch mit der jeweiligen Landes- und Regionalkoordination ist ihm wichtig: "Man bekommt auch von außen Anregungen und Impulse oder Inhalte, die man an der Schule verfolgen kann. Es ist auf jeden Fall lohnenswert."

So wird die Schule Ihres Kindes Teil des Netzwerks

Um eine "Schule mit Courage" zu werden, müssen mindestens 70% der Schulmitglieder einer Selbstverpflichtung zustimmen - sowohl Schüler*innen  als auch das angestellte Personal. Darin erklärt die Schule, aktiv gegen Diskriminierung  vorzugehen und Projekte zum Thema zu entwickeln. In welcher Form dies umgesetzt wird, bleibt der Initiative der Schüler*innen überlassen. Mögliche Projekte sind zum Beispiel Gedenkveranstaltungen, Diskussionsrunden, Sportevents, Konzerte oder Workshops. Außerdem sollte eine externe Person als Patin bzw. Pate gewonnen werden.

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