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Bericht: Neuer Lebensabschnitt Ausbildung

Erfolgreich auf den Ausbildungsstart vorbereiten

Ihr Kind hat sich erfolgreich beworben - der neue Lebensabschnitt Ausbildung beginnt. Erfahren Sie, worauf es achten sollte, damit der Start in den Berufsalltag gelingt und Sie es bei Problemen in der Ausbildung unterstützen können.

Mutter und Tochter besprechen gemeinsam Unterlagen.
Unterstützen Sie Ihr Kind vor dem Ausbildungsstart.

Wichtig für den Ausbildungsbeginn:

  • Krankenversicherung:
    Mit dem Start der Ausbildung endet für Ihr Kind die Familienversicherung: Es muss selbst Mitglied bei einer Krankenversicherung werden. Dabei kann es die Versicherung frei wählen. Hat es sich entschieden, erhalten der Arbeitgeber und Ihr Kind einen Versicherungsnachweis.
  • Haftpflichtversicherung:
    Als Auszubildender ist Ihr Kind noch bei Ihnen mitversichert, wenn Sie eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Falls dies nicht zutrifft, sollte Ihr Kind sich durch eine eigene Haftpflichtversicherung absichern. Diese benötigt es zum Beispiel, wenn es jemand anderem Schaden zufügt.
Ein Mann liest eine Broschüre.
Legen Sie alle Unterlagen, die Ihr Kind benötigt, zusammen.
  • Steueridentifikationsnummer:
    Zum Ausbildungsbeginn benötigt Ihr Kind für seinen Arbeitgeber seine Steueridentifikationsnummer. Das ist eine elfstellige Nummer, die jede/r Bundesbürger/in per Post geschickt bekommt. Wer den Brief nicht mehr finden kann, muss sich an das Bundeszentralamt für Steuern wenden - und die Steuer-ID erneut anfordern.
  • Girokonto/Bankverbindung:
    Mit Ausbildungsbeginn erhält Ihr Kind eine Ausbildungsvergütung. Diese Vergütung wird vom Arbeitgeber überwiesen. Deshalb benötigt Ihr Kind eine Bankverbindung. Falls es noch kein eigenes Konto besitzt, kann es das bei einer Bank einrichten lassen.
  • Vermögenswirksame Leistungen:
    Einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vermögenswirksame Leistungen an. Sprechen Sie Ihr Kind darauf an, sich vor dem Ausbildungsbeginn über diese Sparzulagen zu informieren.
  • Sozialversicherungsausweis:
    Als Auszubildende/r muss Ihr Kind seine Sozialversicherungsnummer sowie den Sozialversicherungsausweis bei der Rentenversicherung oder der Krankenkasse beantragen. Mit dieser Nummer meldet der Arbeitgeber seine Mitarbeiter/innen bei der gesetzlichen Sozialversicherung an. Sie besteht aus der Kranken-, Pflege-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.
  • Gesundheitsuntersuchung:
    Ist Ihr Kind noch nicht volljährig, ist eine ärztliche Untersuchung und Beratung vorgeschrieben. Die Arztwahl ist dabei frei. Die/der Ärztin/Arzt benötigt zur Abrechnung der Untersuchungskosten lediglich einen Untersuchungsberechtigungsschein. Dieser wird von der Gemeinde, in der Ihr Kind seinen Hauptwohnsitz hat, ausgestellt und ist gebührenfrei. Abhängig vom gewählten Ausbildungsberuf (zum Beispiel beim Umgang mit Lebensmitteln) benötigt Ihr Kind eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes über die Teilnahme an einer Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz (früher Gesundheitszeugnis).
Zwei Männer, eine Frau und ein Mädchen lächeln in die Kamera.
So steht Ihrem Kind nichts mehr im Weg.
  • (Erweitertes) behördliches Führungszeugnis:
    In einigen Ausbildungen, wie im öffentlichen Dienst, muss Ihr Kind ein (erweitertes) behördliches Führungszeugnis vorlegen. Das Zeugnis erhält Ihre Tochter beziehungsweise Ihr Sohn bei der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung oder online beim Bundesamt für Justiz.
  • Familienkasse:
    Der Beginn der Ausbildung muss bei der Familienkasse gemeldet werden. Sie ist für alles rund um Kindergeld und Kinderzuschlag zuständig. Als Nachweis sollte der Ausbildungsvertrag eingereicht werden. Zudem sind regelmäßig Beschäftigungsnachweise einzureichen.

Probleme am Ausbildungsplatz

Ist Ihr Kind in seiner Ausbildung unzufrieden oder unglücklich? Dann suchen Sie gemeinsam nach der Ursache. Vermeiden Sie dabei eine voreilige Entscheidung. Vielleicht kann das Problem gelöst werden, ohne dass Ihr Kind die Ausbildung abbricht.

Sind zum Beispiel ungenügende Noten das Problem, kann Ihr Kind unter bestimmten Voraussetzungen ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) der Bundesagentur für Arbeit erhalten. Das kann unter anderem Nachhilfeunterricht in bestimmten Fächern sein. Möchte Ihr Kind die Ausbildung abbrechen, können Sie sich an die Initiative zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen (VerA) wenden.

Wenn der Ausbildungsbetrieb gegen rechtliche Vorschriften verstößt, ist die Ausbildungsberatung der zuständigen Kammer (zum Beispiel bei Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern) der richtige Ansprechpartner.

Sollte Ihr Kind dennoch keine Lösung finden, könnte es den Ausbildungsbetrieb auch wechseln, um einen Abbruch zu vermeiden.

Stand: 22.01.2020