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Experteninterview: Ausbildung im E-Commerce

Multimedial im Online-Handel

Michael Scheb ist Content-Manager und Ausbilder bei der FLYERALARM GmbH. Produkte und Dienstleistungen im Internet für unterschiedliche Zielgruppen aufzubereiten, anzubieten und zu verkaufen, gehört zu seinen Aufgaben.

Eine junge Frau blaettert in Unterlagen im Verkaufsraum.
Stationärer und digitaler Handel unterscheiden sich enorm.

E-Commerce bedeutet "elektronischer Handel" und beschreibt den Handel über das Internet. Als Content-Manager ist Herr Scheb im Produktmanagement angesiedelt und kümmert sich um die Inhalte des Onlineauftritts der FLYERALARM GmbH. Er ist als Quereinsteiger in die Branche gekommen: "Das war bevor es den Ausbildungsberuf Kauffrau bzw. Kaufmann im E-Commerce gab auch so üblich. Ich bin gelernter Industriekaufmann und war nach der Ausbildung mit dem Aufbau eines neuen Online-Shops meines damaligen Unternehmens beschäftigt. Seitdem bin ich immer online geblieben."

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Portraet von Michael Scheb
FLYERALARM GmbH
Michael Scheb ist Content-Manager und Ausbilder bei der FLYERALARM GmbH.

Es gibt viele mögliche Ausbildungsberufe, um in den Online-Handel einzusteigen. Je nachdem, ob man im Hintergrund arbeiten möchte, oder direkt mit Kunden. Für den Aufbau der Webseite ist man beispielsweise als Fachinformatiker/in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung zuständig. Die technische Betreuung übernimmt man in der Fachrichtung Systemintegration. Für die Gestaltung der Seite und der Produkte bietet sich eine Ausbildung als Mediengestalter/in Digital und Print oder Mediengestalter/in Bild und Ton an. "Auch in den klassischen Büro-Berufen hat man immer gute Chancen", meint Herr Scheb. Das wäre dann beispielsweise die Ausbildung als Kaufmann/-frau für Büromanagement oder Kaufmann/-frau für Dialogmarketing.

 

"Unsere Auszubildenden sind anfangs davon überrascht, wie viele Fachkräfte im Hintergrund an einem Online-Shop arbeiten. Außerdem staunen sie häufig über die Dauer der Produktentwicklung. Von der Planung bis zur Onlinestellung kann sehr viel Zeit vergehen. Für einen Online-Shop sind außerdem die Analyse und das Erfassen des Nutzerverhaltens sehr wichtig. Nur so können wir uns verbessern. Für einen Beruf im E-Commerce muss man also Neugierde, technische Affinität und vor allem ständige Lernbereitschaft mitbringen! Die technische Entwicklung ist im E-Commerce zudem sehr schnell und unsere Produktpalette ist riesig: von klassischen Print-Produkten wie Flyern und Visitenkarten bis hin zu Werbefilmen und 3-D-Modellen. Sich gut organisieren zu können gehört immer dazu!"

Kundenfreundlichkeit im Internet

Grundsätzlich gibt es im E-Commerce zwei Bereiche: Business to Consumer (B2C) und Business to Business (B2B). Ob ein Unternehmen mit einem Endkunden (engl. Consumer) oder mit einem Unternehmen (engl. Business) kommuniziert, macht einen großen Unterschied. Eine Privatperson braucht vielleicht einen Leitfaden oder eine Beratung, welches Produkt geeignet ist. Eine Werbeagentur interessiert sich eher für den Preis und die Dauer der Produktion. "Wir holen umfassendes Informationsmaterial ein und bereiten alles auf: als Bild, Text oder sogar Videomaterial! Im Gegensatz zum stationären Handel sieht man die Reaktion des Kunden nicht. Wir müssen uns vorher überlegen, wer welche Informationen benötigt. Stichwort "Nutzerfreundlichkeit"!"

Neuer Ausbildungsberuf im E-Commerce

Eine junge Frau arbeitet am Computer.

Seit 2018 gibt es den neuen Ausbildungsberuf Kauffrau bzw. Kaufmann im E-Commerce. Die künftigen Fachkräfte bilden die Schnittstelle von Einkauf, Werbung, Logistik, Buchhaltung und IT im Online-Handel. 2020 wird es die erste Abschlussprüfung in dem neuen Beruf geben. "Deswegen haben wir auch ein Jahr gewartet, um für den neuen Beruf Auszubildende einzustellen. Am Anfang steht der Lehrplan noch nicht wirklich fest und die Berufsschule kennt die Schwerpunkte der Prüfung noch nicht. Wir wollten dem Ganzen erst etwas Vorlaufzeit geben", meint Herr Scheb. Für die Zukunft wünscht er sich "mehr Austausch zwischen Unternehmen und Berufsschulen", um den neuen Ausbildungsberuf im E-Commerce mit weiterer Praxisnähe zu gestalten.

Stand: 11.12.2019