Gemeinsam lernen und spielen

Aktiv Verantwortung übernehmen

An der Europaschule in Bornheim treffen ältere und jüngere Schüler/innen im sogenannten SamS-Raum aufeinander, um dort gemeinsam zu lernen und zu spielen. Philipp Michel, Lehrer für Sonderpädagogik an der Schule, verrät uns mehr.

Schüler/innen machen zusammen ein Kreisspiel.
Europaschule Bornheim
Gemeinsames Lernen und Spielen von jüngeren und älteren Schülerinnen und Schülern – eine Winwin-Situation für alle!
Porträt von Philipp Michel
Privat
Philipp Michel betreut die Aktion „Schüler arbeiten mit Schülern“ (SamS) an der Europaschule Bornheim.

planet-beruf.de: Herr Michel, an Ihrer Schule gibt es den SamS-Raum. Was ist das?

Philipp Michel: SamS steht für "Schüler arbeiten mit Schülern". Der SamS ist ein Raum in unserer Schule, in dem Schüler/innen aus der Oberstufe jüngere Schüler/innen – mit und ohne Förderbedarf – unterstützen. Der Raum ist das Ergebnis eines Projekts, das Schüler/innen meines Sonderpädagogik-Kurses vor drei Jahren gestartet haben.

planet-beruf.de: Wie unterstützen die Oberstufenschüler/innen die Kinder, die in den SamS-Raum kommen?

Philipp Michel: Die jüngeren Kinder werden von der Lehrkraft aus dem Unterricht in den SamS-Raum geschickt, etwa wenn sie sich nicht konzentrieren können. Die Lehrkraft gibt ihnen dann eine Eintrittskarte für den SamS-Raum, auf der steht, welche Aufgabe sie zu erledigen haben und wann sie zurück in den Unterricht kommen sollen. Die Oberstufenschüler/innen betreuen diese Kinder im SamS-Raum, haben ein offenes Ohr für ihre Probleme oder spielen mit ihnen. Es gibt aber auch feste Patenschaften zwischen älteren und jüngeren Schülerinnen und Schülern und weitere Angebote. Zum Beispiel bieten Schüler/innen, die selbst im Boxverein sind, Anti-Aggressionstraining für die Jüngeren an.

planet-beruf.de: Welchen Gewinn haben die Schüler/innen von diesem Projekt?

Philipp Michel: Das ist eine Win-win-Situation. Die jüngeren Schüler/innen erhalten Unterstützung beim Lernen und haben eine/n feste/n Ansprechpartner/in, der/die sich Zeit für sie nimmt. Zeit, die ich als Lehrer leider nicht für jede/n Einzelne/n habe. Die Oberstufenschüler/innen wiederum werden dadurch sehr selbstständig. Denn sie organisieren den Raum selbst und müssen mit den Herausforderungen durch die Kinder klarkommen. Sie lernen, Entscheidungen zu treffen und Regeln aufzustellen. Für ihre Tätigkeit erhalten sie am Schuljahresende ein Zertifikat über ehrenamtliches Engagement. Das ist später gut für Bewerbungen.

Inklusion – was ist das?

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen gleichberechtigt und gemeinsam am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Die Europaschule Bornheim ist eine inklusive Schule. Das heißt, dass Kinder mit und ohne Behinderungen diese Schule besuchen und dort gemeinsam lernen.

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Stand: 08.11.2017
Berufe Entdecker
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