Job inside: Pflegefachmann

Etwas Sinnvolles tun

Nikola-Martin hat im April 2020 seine Ausbildung zum Pflegefachmann im Universitätsklinikum Gießen und Marburg begonnen. Damit gehört er zu den Ersten, die die neue Pflegeausbildung machen.

Ein junger Mann räumt ein Tablett mit Essen in ein Tablettwagen.
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Nikola-Martin verteilt Essen an die Patienten.
Portrait von einem jungen Mann.
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Nikola-Martin ist im 1. Ausbildungsjahr zum Pflegefachmann.

planet-beruf.de: Wie bist du auf die Ausbildung gekommen?

Nikola-Martin: Ich wollte einen Beruf wählen, in dem ich einen Sinn sehe. Als Pflegefachmann kann ich Menschen helfen und bekomme auch etwas zurück. Im Moment wird viel getan, um Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in Pflegeberufen besser zu machen.

planet-beruf.de: Was gefällt dir an deiner Ausbildung besonders?

Nikola-Martin: Die Arbeit hat mir vom ersten Tag an Spaß gemacht. Sie ist sehr abwechslungsreich, weil ich immer mit anderen Patienten zu tun habe. Außerdem bin ich während der Ausbildung an verschiedenen Orten eingesetzt, beispielsweise im Altenheim, in der Kinderklinik oder in der Psychiatrie.

planet-beruf.de: Hast du vor, dich später in deiner Ausbildung auf Kinderkrankenpflege oder Altenpflege zu spezialisieren?

Nikola-Martin: Ich möchte bei der allgemeinen Ausbildung zum Pflegefachmann bleiben. Spezialisieren kann ich mich immer noch, zum Beispiel mit einer Weiterbildung zum Fachkrankenpfleger in unterschiedlichen Bereichen.

Ein Mann in Krankenhausbekleidung zieht eine Spritze auf.
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH
Nikola-Martin zieht eine Spritze auf.

planet-beruf.de: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Nikola-Martin: Ich arbeite zurzeit im Krankenhaus. Auf einer Station liegen etwa 35 Patienten, die wir pflegen. Wenn ich Frühschicht habe, fange ich um 6:00 Uhr an. Als Erstes machen wir eine Übergabe mit der Nachtschicht. Bei der Übergabe berichten die Pflegekräfte, die gehen, über jeden einzelnen Patienten - ob etwas vorgefallen ist oder worauf man achten muss. Danach messe ich bei jedem Patienten den Blutdruck, die Temperatur und den Puls. Gegebenenfalls verabreiche ich auch Medikamente. Anschließend halte ich alles, was ich getan habe, schriftlich fest. Diese Dokumentation ist für die nächste Schicht wichtig und hat auch rechtliche Gründe. Damit können wir beweisen, dass wir die Patienten so versorgen, wie es das Gesetz vorschreibt. Außerdem verteile ich Frühstück und Mittagessen und räume es wieder ab. Wenn ein Patient Hilfe benötigt, klingelt er. Die Patienten haben einen unterschiedlichen Pflegebedarf - manche brauchen Hilfe beim Waschen oder wenn sie auf die Toilette gehen. Auf der Anzeige im Stationszimmer sehe ich, in welchem Zimmer ein Patient klingelt. Ich sehe nach, was los ist. Wenn nachmittags die Spätschicht beginnt, machen wir wieder eine Übergabe und dann habe ich Feierabend.

planet-beruf.de: Nicht alle Patienten werden wieder gesund. Wie gehst du damit um?

Nikola-Martin: Das gehört leider dazu. Einmal war ich dabei, als einer Patientin mitgeteilt wurde, dass sie nicht mehr lange zu leben hat. Danach war ich ziemlich fertig. Man muss sich abgrenzen, um sich selbst zu schützen. In der Berufsfachschule werden wir mehr über Sterbebegleitung lernen.

planet-beruf.de: Was lernst du noch in der Berufsfachschule?

Nikola-Martin: Wir lernen theoretische Hintergründe kennen, zum Beispiel zu Medikamenten oder Krankheitsbildern. Wir machen aber auch praktische Übungen, etwa dazu, wie wir Patienten waschen und anziehen. Wenn ich Patienten bewege, muss ich bestimmte Griffe und Techniken nutzen, um sie und mich zu schonen. Manches kenne ich schon aus der Praxis im Krankenhaus.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: Ausbildung an Berufsfachschulen für Pflege mit Praxisphasen in Einrichtungen wie z.B. Krankenhäusern und Altenheimen

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss

Alternativen z.B.:

  • Medizinische/r Fachangestellte/r
  • Hebamme/Entbindungspfleger
  • Heilerziehungspfleger/in

Die neue Pflegeausbildung: 3 Berufe in einem

2020 wurden die dreijährigen Pflegeausbildungen (in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege) zu einer Ausbildung zusammengelegt. Anfangs lernen alle das Gleiche. Im 3. Ausbildungsjahr entscheiden sich die Auszubildenden:

Entweder sie setzen die allgemeine Ausbildung zum/zur Pflegefachmann/-frau fort oder sie legen ihren Schwerpunkt auf die Pflege alter Menschen oder die von Kindern. In diesem Fall erwerben sie einen Abschluss als Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in.