Job inside: Logopäde

Patienten bei Sprachstörungen begleiten

Jannis wird Logopäde an der Lehranstalt für Logopäden in Mainz. Bei dieser Ausbildung kann er soziale wie sprachliche Stärken einbringen. Durch seinen Wunschberuf hat Jannis zudem sein Interesse an medizinischen Zusammenhängen entdeckt.

Eine logopädische Therapiekarte.
In der Logopädie kommen unterschiedliche Therapiematerialien zum Einsatz, z.B. beim Vokaltraining.
Porträt von Jannis.
Privat.
Jannis begegnet seinen Patienten mit viel Einfühlungsvermögen.

planet-beruf.de: Wie bist du auf die Ausbildung aufmerksam geworden?

Jannis: Ich war schon immer gerne im sozialen Bereich aktiv und leite eine Kindergruppe bei den Pfadfindern. Da ich mich auch für Sprache und Lesen interessiere, habe ich nach einem Beruf gesucht, in dem ich meine Stärken kombinieren kann und bin auf die Ausbildung zum Logopäden gestoßen. Nach einem zweiwöchigen Praktikum in einer logopädischen Praxis war dann alles klar.

planet-beruf.de: Wie ist deine Ausbildung aufgebaut?

Jannis: Im ersten Semester lernen wir zunächst die logopädischen Grundlagen
in der Schule. Ab dem zweiten Semester therapiere ich bereits Patienten. An einem Schultag habe ich mehrere Unterrichtseinheiten und in der Regel zwei Therapiestunden. Diese führen immer zwei Schüler/innen gemeinsam durch. Die Termine vereinbaren wir selbst. Das erfordert eine Menge Organisationstalent. Außerdem absolviere ich Praktika in logopädischen Praxen und Fachkliniken.

Mehr pädagogische Berufe?

Du interessierst dich für weitere Ausbildungsmöglichkeiten im pädagogischen Bereich? Informiere dich im BERUFENET unter Berufsfelder » Soziales, Pädagogik. Hier kannst du eine Berufsgruppe, die dich interessiert, auswählen und die Ergebnisliste nach "Ausbildungsberufe" filtern.

planet-beruf.de: Mit welchen Problemen kommen Patienten zu dir?

Jannis: Es gibt viele Sprachstörungen bei Patienten, z.B. Kinder, die lispeln oder keine grammatikalisch richtigen Sätze bilden können, Erwachsene mit Kehlkopfveränderungen oder nach einem Schlaganfall. Jetzt im fünften Semester befassen wir uns mit Stottern. Diese Sprachstörung ist viel mit Angst verknüpft, deshalb muss ich auch in Psychologie fit sein.

planet-beruf.de: Die Ausbildung erfordert also Fachwissen in vielen Bereichen?

Jannis: Ja, vor allem die medizinische Ausbildung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Ich habe schnell gemerkt, dass mich dieser Bereich sehr interessiert. Anatomie - der Aufbau des menschlichen Körpers - ist total spannend! Wir haben außerdem Fächer wie Pädagogik und Stimmbildung. Als Sprachvorbild für meine Patienten muss ich meine Stimme auch selbst schulen. Dass ich sehr musikalisch bin, ist dabei ein großer Vorteil!

Ein Junge bei der Therapie.
Logopäden und Logopädinnen begleiten Kinder mit Sprachschwierigkeiten.

planet-beruf.de: Wie wichtig ist die Beziehung zwischen Patient und Logopäde?

Jannis: Man macht viel miteinander durch bei einer Therapie, deshalb ist Vertrauen besonders wichtig. Das Einfühlungsvermögen gegenüber dem Patienten ist eine Grundfähigkeit von Logopäden. Während einer Behandlung sollte der/die Therapeut/in auf die Interessen des Patienten Rücksicht nehmen. Ich lese auch schon mal die Formel1- Ergebnisse in der Zeitung, um Gesprächsstoff mit meinem Patienten zu haben. Wann sich letztendlich ein sprachlicher Erfolg einstellt, hängt vom einzelnen Patienten ab und kann viel Geduld erfordern.

planet-beruf.de: Wie wichtig ist es, dass es männliche Logopäden gibt?

Jannis: Dass die Frauenquote bei Logopäden hoch ist, war mir klar und wurde mir auch im Bewerbungsgespräch mitgeteilt. Ich habe schon selbst die Erfahrung gemacht, dass manche Patienten einen männlichen Ansprechpartner brauchen und dann motivierter sind. Ganz klar gibt es ebenso den umgekehrten Fall.

planet-beruf.de: Wo können Logopäden arbeiten?

Jannis: In (Fach-)Kliniken oder logopädischen Praxen. Man kann sich auch selbstständig machen. Die Fortbildungsmöglichkeiten sind vielfältig. Ich werde ein integratives Studium anschließen. Da kann ich nebenbei bereits als Logopäde praktizieren.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: Schulische Ausbildung
Dauer: 3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen: Mittlerer Bildungsabschluss oder Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung
Perspektiven: Ein Logopädiestudium oder der Schritt in die Selbstständigkeit sind möglich.

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Stand: 28.01.2015
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