Job inside: Heilerziehungspfleger

Voneinander lernen

Steven ist im 3. Jahr seiner Ausbildung zum Heilerziehungspfleger und arbeitet in einem Wohnheim der Lebenshilfe Bruchsal. Eigentlich hat er bereits eine kaufmännische Ausbildung. Dank eines FSJ hat er sich aber nun für einen sozialen Beruf entschieden.

Ein Mann unterstützt einen Mann im Rollstuhl bei einer handwerklichen Tätigkeit.
Peter Dörfel
Heilerziehungspfleger/innen unterstützen die Menschen im Wohnheim auch bei ihren Freizeitbeschäftigungen.

planet-beruf.de: Warum willst du Heilerziehungspfleger werden?

Steven: Nach meinem Schulabschluss habe ich erst eine Ausbildung als Fachangestellter für Bürokommunikation gemacht. Danach wusste ich aber nicht, wie es weitergehen soll. Ich habe mich deshalb entschlossen, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Lebenshilfe zu machen, da ich diese bereits von meiner Tante kannte. Die Arbeit im Wohnheim hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich nach dieser Zeit die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger begonnen habe.

planet-beruf.de: Was macht dir so viel Freude an deiner Arbeit?

Steven: Die Arbeit mit den Menschen im Wohnheim ist sehr abwechslungsreich. Außerdem sind sie so unvoreingenommen und interessiert an dir als Person. Wenn ich z.B. aus dem Urlaub wiederkomme, wollen alle wissen, wo ich war und was ich gemacht habe. Der Umgang miteinander ist hier einfach sehr freundlich. Während der Ausbildung habe ich auch viel über mich gelernt. Der Umgang mit Menschen mit Behinderung erfordert viel Einfühlungsvermögen und Geduld. Es geht nicht darum, ihnen etwas abzunehmen, sondern sie bei ihren täglichen Aufgaben zu unterstützen. Wenn z.B. ein Bewohner oder eine Bewohnerin längere Zeit benötigt, um eine Spülmaschine einzuräumen, darf ich nicht ungeduldig werden und ihm oder ihr die Arbeit abnehmen. Ich stehe stattdessen daneben und helfe, wenn ich wirklich gebraucht werde.

Ein Mann unterstützt eine Frau mit Behinderung beim Gehen.
Thilo Jaeckel
Der Umgang mit Menschen in der Lebenshilfe erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen.

planet-beruf.de: Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Steven: Ich fange morgens um halb sieben an. Dann wecken wir die Bewohner des Wohnheims und frühstücken mit ihnen. Anschließend gehen sie in den Werkstätten arbeiten. Nachdem ich noch etwas Büroarbeit erledigt habe, gehe ich nach Hause und habe bis 15 Uhr frei. Danach geht mein Arbeitstag bis 21 Uhr weiter. Nachmittags gehen wir z.B. gemeinsam einkaufen oder unternehmen etwas in der Stadt. Abends schauen wir entweder einen Film, unterhalten uns oder spielen etwas.

planet-beruf.de: Welche Stärken benötigt ein Heilerziehungspfleger?

Steven: Zuverlässigkeit und Flexibilität sind wichtig. Man sollte Menschen mit Behinderung gegenüber aufgeschlossen sein und nicht zu schüchtern begegnen. Wir arbeiten meistens im Team, daher ist auch Teamfähigkeit ein Kriterium in der Ausbildung.

planet-beruf.de: Aus welchen Fächern besteht der Unterricht während der schulischen Phasen der Ausbildung?

Steven: In der Fachschule behandeln wir Themen aus der Medizin, wie z.B. die Anatomie des Menschen, aus der Neurologie und Psychologie. Wir sprechen über verschiedene Störungsbilder, wie z.B. Epilepsie oder Depression. Der Unterricht ist sehr umfassend. Durch dieses Wissen können wir die Menschen, mit denen wir arbeiten, besser verstehen und auf sie eingehen.

planet-beruf.de: Kannst du auch persönliche Interessen in deine Arbeit einbringen?

Steven: Ich interessiere mich z.B. für Fußball und kann dann manchmal Bewohner zu einem Spiel mitnehmen. Das ist für alle Beteiligten natürlich sehr schön.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: schulische Ausbildung an Fachschulen und in Praktikumsbetrieben bzw. -einrichtungen

Dauer: 2–3 Jahre in Vollzeit (Dauer je nach Bundesland unterschiedlich)

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss und ggf. ein einjähriges Vorpraktikum.

Alternativen z.B.:

  • Sozialpädagogische/r Assistent/in/Kinderpfleger/in

  • Altenpfleger/in

  • staatlich anerkannte/r Erzieher/in

Hier arbeiten Heilerziehungspfleger/innen

Steven arbeitet in der Lebenshilfe in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Ein/e Heilerziehungspfleger/in kann aber auch in Vorsorge- und Rehabilitationskliniken, an Förderschulen, in Kindergärten oder Tagesstätten für Menschen mit Behinderung arbeiten.

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Stand: 25.01.2017
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