Job inside: Werkzeugmechaniker/in

"Ich bringe Autos in Form."

Vanessa ist von ihrer Ausbildung begeistert, denn sie kann tagtäglich ihr Arbeitsergebnis auf der Straße sehen. Die 17-Jährige macht bei der AUDI AG in Ingolstadt eine Ausbildung zur Werkzeugmechanikerin und ist im zweiten Ausbildungsjahr.

Porträt von Vanessa
AUDI AG
Vanessa bei der Arbeit im Audi Werkzeugbau.

planet-beruf.de: Wie bist du auf deine Ausbildung gekommen?

Vanessa: Eine Bekannte hat mir davon erzählt. Sie hat auch eine Ausbildung zur
Werkzeugmechanikerin bei Audi gemacht und total davon geschwärmt. Daraufhin habe ich mich ausführlich informiert und mich hier beworben. Ich wollte schon immer handwerklich arbeiten, ein Bürojob wäre nichts für mich. Meine Stärken in der Schule waren Mathe, Physik und Werken. Das hilft mir natürlich jetzt bei meiner Arbeit und in der Berufsschule.

planet-beruf.de: Wie würdest du anderen deine Ausbildung beschreiben?

Vanessa: Meine Ausbildung ist sehr interessant und abwechslungsreich. In meinem ersten Ausbildungsjahr war ich im Bildungszentrum, dort habe ich viel über die verschiedenen Materialien gelernt und mit Fräs- und Drehmaschinen gearbeitet. Seit September bin ich im Audi Werkzeugbau. Hier fertigen wir riesige, meist tonnenschwere Werkzeuge, die den Autos in vielen Schritten ihre Form verleihen. Mit ihnen werden später z.B. Blechplatinen, also Einzelteile für die Karosserie umgeformt. Hier darf ich u.a. beim Transport der Werkzeugteile mit dem Kran helfen.

Werkzeugmechanik im Alltag

Nicht nur für die Autoproduktion stellen Werkzeugmechaniker/innen Werkzeuge und Formen her. Sie produzieren auch Werkzeuge, die z.B. Kugelschreiber, Türklinken und Fenstergriffe, Telefonhörer oder Löffel in die richtige Form bringen.

Vanessa bei der Arbeit.
AUDI AG
Handwerkliches Geschick und Genauigkeiten - wichtig bei der Arbeit einer Werkzeug-mechanikerin.

planet-beruf.de: Kennst du noch andere Mädchen, die diese Ausbildung machen?

Vanessa: Da gibt es schon einige: In meiner Ausbildungsgruppe sind wir fünf Mädchen unter 15 Jungs. Insgesamt liegt der Frauenanteil bei den Azubis bei 30 Prozent. Ich habe den Eindruck, dass immer mehr Mädchen in technische Berufe einsteigen. Aus meiner ehemaligen Schulklasse haben die meisten Mädchen eine technische Ausbildung begonnen.

planet-beruf.de: Wie sind deine Erfahrungen als Werkzeugmechanikerin mit deinen überwiegend männlichen Kollegen?

Vanessa: Hier gibt es keine Unterschiede. Jeder macht die gleiche Arbeit und es zählt allein das Ergebnis. Unsere Ausbilder sind total fair. Manche Jungen in der Ausbildungsgruppe waren anfangs etwas skeptisch, haben aber schnell gesehen, dass wir als Gruppe gut funktionieren. Wir Mädchen sind in der Ausbildung genauso gut wie unsere männlichen Kollegen.

planet-beruf.de: Wie wichtig ist Teamarbeit in deinem Arbeitsalltag?

Vanessa: Sehr wichtig. Ein Auto besteht aus rund 10.000 Einzelteilen. Ohne Teamarbeit geht da gar nichts. Am Anfang der Ausbildung gab es ein spezielles Team-Training. Hinzu kommen Projekte, die wir Azubis in kleinen Gruppen bearbeiten.

planet-beruf.de: Welche Stärken und Talente braucht man noch für die Ausbildung?

Vanessa: Man sollte sich bewusst sein, dass eine Werkzeugmechanikerin körperlich arbeitet. Man muss sehr genau sein - bei uns kommt es schließlich auf hundertstel Millimeter an! Deshalb sollte man Genauigkeit und Konzentrationsfähigkeit mitbringen. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen ist wichtig.

planet-beruf.de: Würdest du anderen Jugendlichen deine Ausbildung empfehlen?

Vanessa: Wer gerne handwerklich arbeitet, dem kann ich die Ausbildung total empfehlen. Als Werkzeugmechanikerin sehe ich meine Arbeitsergebnisse auf der Straße. Durch meine Arbeit bringe ich schließlich unsere Autos in Form. Das ist ein ganz besonderes Gefühl!

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3,5 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen zu etwa gleichen Teilen Bewerber/innen mit mittlerem Bildungsabschluss und mit Hauptschulabschluss ein.

Alternativen z.B.: 

  • Chirurgiemechaniker/in
  • Feinwerkmechaniker/in
  • Industriemechaniker/in
  • Schneidwerkzeugmechaniker/in
  • Zerspanungsmechaniker/in

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Stand: 27.01.2016
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