Job inside: Anlagenmechanikerin - Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Madita verwirklicht Badezimmerträume

Erst wollte Madita nichts mit Handwerk zu tun haben, sie machte eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Doch jetzt tritt sie als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik in die Fußstapfen ihres Vaters - und liebt diesen Beruf.

Madita schneidet Material zurecht.
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Madita war ihr handwerkliches Geschick nicht bewusst, bis sie es ausprobiert hat.
Porträt von Madita
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Madita rät: "Mädels, traut euch!"

"Das ist natürlich nicht der direkte Weg", lacht die 22-Jährige. Nach der Schule dachte sie, ein Beruf im Büro sei perfekt. Deshalb begann sie eine Ausbildung als Bankkauffrau. Sie war aber von Anfang an nicht glücklich. Madita erklärt, warum: "Das Verkaufen von Produkten, hinter denen ich nicht zu 100 Prozent stand - das war der störende Punkt. Der sichtbare Erfolg hat gefehlt. Das ist jetzt als Handwerkerin einfach anders."

Plan B wird zum Volltreffer

Die Ausbildung in der Bank hat sie dennoch abgeschlossen. Das war ihr wichtig. "Ich habe dabei kaufmännisch viel gelernt, das nimmt mir keiner." Aber währenddessen machte sie sich Gedanken, wie es weitergehen soll. "Keiner glaubte mir, als ich meiner Familie erzählte, dass ich eine Ausbildung im Handwerk machen möchte - dazu noch im Betrieb meines Vaters", erzählt sie. Madita hatte wenig handwerkliche Erfahrung, sie hatte kaum mit Werkzeug gearbeitet.

Doch das Bauchgefühl stimmte: "Schon nach den ersten Wochen auf den Baustellen war mir klar: Das ist es!" Madita lernte schnell und kam mit den Aufgaben gut zurecht. Ihr handwerkliches Geschick war ihr selbst gar nicht bewusst. Ihr Tipp daher: "Mädels, traut euch. Wenn ihr Interesse habt, macht auf jeden Fall ein Praktikum. Da seht ihr schnell, ob nicht doch eine handwerkliche Begabung in euch schlummert!"

Madita bearbeitet eine Wand mit einer Bohrmaschine.
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Auf Instagram berichtet Madita unter @frauimhandwerk von ihrem Ausbildungsalltag.

Erfolgreich im Handwerk angekommen

Mittlerweile steht Madita kurz vor der Gesellenprüfung als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Auf die Ausbildungszeit blickt sie gerne zurück: "Ich habe so viel rund ums Haus gelernt. Sanitäreinrichtungen planen und installieren, moderne Heizungssysteme installieren oder Klimasteuerungen programmieren. Kein Tag ist wie der andere."

Was ihr besonders gefällt, weiß sie auch sofort: "Zu sehen, was ich geschafft habe, ist immer wieder toll. Ich fange oft in einem Rohbau an. Wenn die Kunden sich dann am Ende über ihr neues Traumbad oder die Küche freuen, ist das schön."

Natürlich ist die Arbeit nicht immer leicht oder angenehm. "Klar, auf Baustellen ist es dreckig und manchmal ungemütlich. Wir bewegen gelegentlich recht schwere Lasten, etwa alte Gussheizkörper", erzählt Madita. Aber meistens richten sie und ihr Trupp sich die Arbeiten entsprechend der Witterung ein. Passende Kleidung und gute Ausrüstung helfen ebenfalls. "Wenn etwas Schweres getragen werden muss, ist das eben Teamarbeit", beruhigt Madita.

Mit moderner Technik die Umwelt schonen

Nachhaltigkeit spielt in ihrem Berufsalltag eine große Rolle, vielen Kunden ist das wichtig. "Es gibt viele umweltfreundliche Lösungen. Zum Beispiel Warmwasser aus Solarenergie oder intelligente und deshalb sparsame Heizungssteuerungen, die Temperaturen an Raumart und Tageszeit anpassen", zählt Madita auf. Die Technik wird dadurch komplexer. Da heißt es immer am Ball bleiben und neue Entwicklungen verfolgen. "Dann kann ich als Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik für jeden Kunden ein individuell passendes Konzept erstellen", erklärt sie.

Baustelle und Büro kombinieren

Madita plant schon für die Zeit nach der Ausbildung. In den nächsten Jahren hat sie vor, den betriebswirtschaftlichen Bachelorabschluss "Handwerksmanagement" zu erwerben und die Meisterprüfung abzulegen. "Mein Weg führt also eher wieder zurück ins Büro. Vielleicht übernehme ich irgendwann den Betrieb meines Vaters", sagt sie. Aber auch wenn Madita mit Kunden Verkaufsgespräche führt oder Aufträge plant: Hinter ihrer Arbeit steht sie jetzt zu 100 Prozent. Und selbst mit anpacken kann sie auch. Gelernt ist eben gelernt.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3,5 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hauptschulabschluss oder mittlerem Bildungsabschluss ein.

Alternativen z.B.:

  • Klempner/in
  • Mechatroniker/in für Kältetechnik
  • Ofen- und Luftheizungsbauer/in

Aufgaben im Überblick

Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bauen Wasser- und Luftversorgungssysteme, Waschbecken, Toiletten und sonstige Sanitäranlagen ein. Außerdem installieren sie Anlagen zur Regen- und Brauchwassernutzung. Sie montieren Heizungssysteme und bauen energieeffiziente und umweltschonende Systeme wie Solaranlagen, Wärmepumpen und Holzpelletanlagen in Gebäude ein.