Job inside: Uhrmacher/in

Ein ruhiges Händchen und viel Geduld

Lea macht eine Ausbildung zur Uhrmacherin bei der traditionsreichen sächsischen Uhrenmarke A. Lange & Söhne in Glashütte. Für die 19-Jährige war es schon früh klar, dass sie später einmal handwerklich arbeiten möchte. 

Lea, Auszubildende zur Uhrmacherin
A. Lange & Söhne
Lea hantiert mit Pinzetten und winzigen Schraubenziehern. Die 19-Jährige ist im 2. Ausbildungsjahr zur Uhrmacherin im sächsischen Glashütte.

planet-beruf.de: Wie bist du auf die Ausbildung als Uhrmacherin gekommen?

Lea: Ich bin beim Besuch einer Ausbildungsmesse auf den Beruf gestoßen. An einem Uhrmachertisch durfte man das Uhrwerk eines Weckers auseinandernehmen und wieder zusammensetzen. Dabei konnte man sehen, wie ein Uhrwerk von innen aussieht. Das fand ich spannend.

planet-beruf.de: Welche Aufgaben übernimmst du gerade?

Lea: Im Moment repariere und warte ich in erster Linie Taschenuhren. Vor der Demontage des Uhrwerkes schreibe ich mir genau auf, wo welche Werkteile hingehören. Das hilft mir später beim Zusammenbauen der Uhr. Danach reinige ich das Werk, poliere die Schrauben und versehe den Kupplungshebel mit dem sogenannten Strichschliff. Inklusive Zusammensetzen der Taschenuhr kann diese Arbeit bis zu zwei Tagen dauern.

Wir beschäftigen uns aber auch mit den Uhrwerken von Lange-Armbanduhren. Das ist so etwas wie die Krönung der Uhrmacherarbeit. Wir Auszubildenden begleiten die Fertigung, die Dekoration und die Montage der Teile des bekannten 1815-Uhrwerkes von A. Lange & Söhne.  

planet-beruf.de: Welche Werkzeuge verwendest du?

Lea: Typisch für das Uhrmacherhandwerk sind Kornzange (Pinzette), kleine Schraubendreher, Zeigerabnehmer und Lupe. Gerade wenn man weiß, dass beispielsweise der Kupplungshebel nur 9,8 Millimeter lang ist, versteht man, dass ich einzelne Uhrenteile nur mit der Kornzange anfassen und mit einer Lupe vor dem Auge bearbeiten kann.

planet-beruf.de: Welche Stärken benötigst du in deinem Beruf?

Lea: Ganz wichtig für das Arbeiten an den zum Teil millimetergroßen Werkteilen sind Konzentration, Sorgfalt und Geduld. Aber auch handwerkliches Geschick sollte man mitbringen.

Das Wichtigste zum Beruf in Kürze

Ausbildungsform: Die Ausbildung wird parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule durchgeführt.

Dauer: Die Ausbildung dauert 3 Jahre.

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen im Ausbildungsbereich Industrie und Handel überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschluss, im Ausbildungsbereich Handwerk mit Hauptschulabschluss bzw. Hochschulreife ein.

Eine Uhrmacherin repariert eine Wanduhr.
Der Uhrmacherberuf blickt auf eine lange Tradition zurück. Fingerfertigkeit, eine ruhige Hand und eine präzise Arbeitsweise sollte man dafür schon haben.

In Vergessenheit geraten? Diese Berufe sind heute kaum mehr bekannt!

Bericht: Ausbildungen mit Tradition

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Stand: 13.07.2016
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