Job inside: Physiotherapeut/in

"Das Wichtigste ist, auf Menschen einzugehen."

Jasmin freut sich, wenn es ihren Patienten nach der Physiotherapie gesundheitlich besser geht. Die angehende Physiotherapeutin hilft Menschen, sich nach Verletzungen oder Operationen wieder besser bewegen zu können.

Ein Physiotherapeut bei einer Massage.
Berührungsängste darf man als Physiotherapeut/in nicht haben.

An der Medfachschule Bad Elster GmbH macht Jasmin eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. Diese kann sie zeitlich auf anderthalb Jahre verkürzen, da sie gelernte Masseurin und medizinische Bademeisterin ist. "Ich möchte im sportlich-medizinischen Bereich tätig sein", begründet Jasmin ihre Berufsentscheidung. Als zukünftige Physiotherapeutin trainiert sie gern mit jungen und älteren Patienten. Armbrüche oder Verletzungen am Bein sind dadurch nach angemessener Zeit gut geheilt.

Erfolgreiche Rehabilitation

Der Rehabilitationssport nimmt in der Ausbildung großen Raum ein. "Ziel der 'Rehabilitation' (das bedeutet "Wiederherstellung") ist es, den Menschen z.B. nach einer Operation oder (Sturz-)Verletzung so zu behandeln, dass er schließlich seinen Alltag wieder gut bewältigen bzw. wieder in den Beruf zurückkehren kann", erklärt Jasmin.

Fortschritte bei der Bewegung erleben

Ein Beispiel aus der Praxis hat Jasmin gleich parat. "Wenn ein Patient z.B. am Knie operiert ist, beginnt in der Regel nach dem Aufenthalt im Krankenhaus die Physiotherapie. Zunächst kann der Patient das Bein noch nicht so gut beugen oder strecken. Ich wähle gezielt Übungen aus, um die Muskeln zu trainieren und die Bewegungseinschränkungen zu beheben. Es freut mich, wenn der Patient dann nach etwa sechs Wochen das Bein wieder voll belasten kann", erzählt Jasmin.

Jasmin bei der Arbeit.
Medfachschule in Bad Elster
Jasmin übt mit den Patienten, um z.B. deren Beweglichkeit zu verbessern.

Ohne Berührungsängste

Je nach Krankheitsbild des Patienten können mithilfe der passenden physiotherapeutischen Behandlung z.B. Bänder gedehnt oder Muskeln gelockert werden. Dazu sind natürlich Berührungen notwendig. Aber Jasmin kann nicht nur bei körperlichen Beeinträchtigungen helfen: Auch auf die persönliche Situation von Patienten muss sie in ihrem Beruf gut eingehen können. "Eine Patientin hat ein künstliches Kniegelenk eingesetzt bekommen. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass sie ihr Bein nach der Operation wieder gut bewegen kann. Wenn es ihr an einem Tag mal nicht so gut geht, mache ich nur leichte Übungen. Da darf ich einen Menschen nicht extrem anspornen", berichtet Jasmin.

Fit in Theorie und Praxis

Zum Blockunterricht an der Berufsfachschule gehören Fächer wie Krankengymnastik, Chirurgie, Manuelle Therapie, Sportmedizin, Medizinische Trainingslehre oder Bewegungserziehung. Hausaufgaben sind zum Teil auch per E-Learning zu erledigen. Nach vier Monaten Theorie folgt in Jasmins zweitem und letztem Ausbildungsjahr der Praxiseinsatz in der Neurologischen Klinik in Neustadt an der Saale. Um diesen achtwöchigen Praktikumsplatz hat sie sich selbst gekümmert. Der Vorteil, in einer Klinik zu arbeiten, liegt für sie auf der Hand: "Als Berufsanfänger/in hast du hier die Möglichkeit, zu hospitieren. Du kannst in verschiedenen Bereichen zuschauen oder jemanden um Rat fragen. Ich kann mir gut vorstellen, später halbtags in einer Klinik und die andere Tageshälfte in einer Praxis zu arbeiten. Und abends möchte ich nebenbei Aquafitness anbieten."

Die Arbeit mit Menschen macht Freude!

Jasmin empfiehlt, in einem Praktikum zu testen, ob es einem liegt, mit Menschen zu arbeiten und ob man keine Berührungsängste hat. Sie selbst hat große Freude an ihrem Beruf und findet es spannend, viele verschiedene Patienten zu behandeln. Sie ist glücklich, ihnen helfen zu können.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: Die Ausbildung zum Physiotherapeuten/zur Physiotherapeutin
umfasst theoretischen und praktischen Unterricht sowie eine praktische Ausbildung. Physiotherapeut/in ist eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Physiotherapie.

Ausbildungsdauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss. Es ist auch möglich, nach einer Ausbildung als Masseur/in und medizinische/r Bademeister/in und mehrjähriger Berufserfahrung eine Nachqualifizierung zum Physiotherapeuten/ zur Physiotherapeutin mit verkürzter Ausbildungszeit zu machen.

Mehr Infos zu dem Beruf findest du auf Berufe von A-Z.

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Stand: 06.05.2015
Berufe Entdecker
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"Das Wichtigste ist, auf die Menschen einzugehen."