Job inside: Orthopädietechnik-Mechaniker/in

Ein Händchen für Menschen - und für Technik

Endspurt für Martin - er ist fast fertig mit seiner Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker. Besonders gut gefällt ihm, dass er jeden Tag mit seinem handwerklichen Geschick Menschen zu einer besseren Lebensqualität verhelfen kann.

Eine Orthopädietechnik-Mechanikerin bei der Arbeit.
Als Orthopädietechnik-Mechaniker/in ist handwerkliches Geschick eine wichtige Voraussetzung.

Zu seiner Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker bei SOT aktiv leben - Sanitätshaus und Orthopädietechnik Berlin GmbH kam Martin auf Umwegen. Nach der erweiterten Berufsbildungsreife absolvierte er zunächst eine Ausbildung als Kfz-Mechatroniker im Nutzfahrzeugbereich. Nachdem er von seinem Ausbildungsbetrieb nicht übernommen wurde, arbeitete er einige Zeit im Messebau. Durch einen Bekannten wurde er auf die Ausbildung als Orthopädietechnik-Mechaniker aufmerksam und absolvierte ein zweiwöchiges Praktikum bei seinem Ausbildungsbetrieb.

Martin arbeitet an einer Prothese.
SOT Sanitätshaus und Orthopädietechnik Berlin GmbH
Martin kann in seiner Ausbildung seine soziale Ader mit seinem handwerklichen Geschick verbinden.

Stärken im Einsatz

Obwohl Kraftfahrzeuge und orthopädietechnische Hilfsmittel auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben, gibt es doch Ähnlichkeiten: "Als Kfz-Mechatroniker konnte ich mir handwerkliche Fähigkeiten aneignen, die mir jetzt weiterhelfen. In beiden Berufen muss man sich viel einfallen lassen, um Probleme zu lösen, die bei der Fertigung auftreten können", erläutert Martin. "Meine jetzige Ausbildung gibt mir außerdem die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen. Das war schon immer mein Wunsch, aber zu meiner Schulzeit kannte ich meinen Ausbildungsberuf noch gar nicht", ergänzt er.

Maßfertigung für den einzelnen Patienten

Die Patienten, mit denen Martin arbeitet, haben unterschiedliche Beschwerden. Ältere Menschen leiden z.B. an Diabetes oder an Gefäßkrankheiten, die in schlimmen Fällen zu Amputationen führen können. Bei jüngeren Menschen kommen beispielsweise Sportunfälle vor. Damit Martin und seine Kolleginnen und Kollegen tätig werden können, braucht es eine Verordnung vom Haus- bzw. Facharzt. Danach fertigen sie in der Werkstatt je nach Krankheitsbild Bandagen, Orthesen (das sind Hilfsmittel zur Stabilisierung oder Entlastung der Glieder) und Prothesen. "Häufig fertigen wir auch Schuheinlagen, da so z.B. Rückenschmerzen gelindert oder behoben werden können. Dazu passen wir die Hilfsmittel an den Fuß des Patienten an. Ob Fräsen, Sägen oder Schleifen – in meinem Beruf ist handwerkliches Geschick ein Muss", berichtet Martin.

Eine Orthopädietechnik-Mechanikerin misst einen Fuß aus.
Für passende Schuheinlagen wird zuerst der Fuß vermessen.

Zusammen für mehr Lebensqualität

Regelmäßig ist Martin im Außendienst unterwegs und besucht seine Kunden z.B. in Physiotherapiepraxen oder Pflegeeinrichtungen. Je nach Krankheitsbild sind mehrere Anpassungen nötig, bis ein Patient optimal versorgt ist. Die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Fachkräften ist sehr wichtig, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. "Wir sind nur ein Glied in der Kette, wir bauen das Hilfsmittel und die Physiotherapie arbeitet dann zum Beispiel darauf hin, dass die Muskulatur gestärkt und somit die Anwendung der Hilfsmittel erleichtert wird.", erläutert Martin. Nach der Ausbildung möchte er noch mehr Praxiserfahrung sammeln und später seinen Meister machen.

Martin fasst zusammen: "Man sollte sich auf jeden Fall gründlich über den Beruf informieren. Man wird immer wieder mit schweren Schicksalen konfrontiert. Außerdem sind Kommunikationsfähigkeit und Offenheit wichtig." Und er gibt Jugendlichen noch den Tipp: "Vor einer Ausbildung sollte man schon einmal ein Praktikum in einem Sanitätshaus absolvieren."

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Orthopädietechnik- Mechaniker/innen versorgen Patienten mit orthopädietechnischen Hilfsmitteln. Sie stellen z.B. künstliche Gliedmaßen, Schienen und Bandagen her.

Ausbildungsform: Duale Ausbildung

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Weiterbildung: Wer beruflich aufsteigen möchte, kann z.B. eine Weiterbildung als Orthopädietechnikermeister/in anschließen. Auch ein Studium im Bereich Reha- und Orthopädietechnik ist möglich.