Job inside: Notfallsanitäter/in

Im Einsatz für das Leben

Schon während ihrer Schulzeit engagierte sich Rebecca im Schulsanitätsdienst. Das gefiel ihr so gut, dass sie nun eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin macht. Diese absolviert sie an der Malteser Schule Aachen und auf einer Rettungswache des Rettungsdienstes im Kreis Heinsberg.

Notfallsanitäter laden eine Trage in einen Rettungswagen ein.
Verena Müller
Notfallsanitäter/innen sind fast immer die ersten Einsatzkräfte am Unfallort.
Porträt von Rebecca
Presse
Rebecca hat sich schon in der Schule als Sanitäterin engagiert.

planet-beruf.de: Welche Erfahrungen hast du im Schulsanitätsdienst gesammelt?

Rebecca: Ich habe gelernt, wie man Verantwortung übernimmt und ein Team organisiert. Denn nach einem Jahr wurde mir und meinem besten Freund die Leitung des Schulsanitätsdienstes übertragen. Neben Erste-Hilfe-Maßnahmen haben wir den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie man Blutdruck misst, einen Arm schient oder Verbände wickelt. Man merkte schon da, was es heißt, Menschen zu helfen und mit ihnen umzugehen. Dadurch entwickelte ich mich weiter und wurde selbstbewusster. Neben der Schule habe ich dann angefangen, mich beim Roten Kreuz zu engagieren.

planet-beruf.de: Worauf sollte man sich einstellen, wenn man sich im Schulsanitätsdienst engagieren will?

Rebecca: Bei uns war es meistens so, dass wir uns in den Pausen im Sanitätsraum getroffen haben. Dort haben wir entweder geübt oder uns unterhalten. So entstand eine echte Gemeinschaft. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein: Wenn man im Unterricht zu einem Einsatz gerufen wird, muss man das Verpasste nachholen. Man muss sich also schon ein bisschen Zeit für den Schulsanitätsdienst nehmen.

planet-beruf.de: Und jetzt bist du in der Ausbildung zur Notfallsanitäterin - wie sieht ein Arbeitstag auf der Rettungswache aus?

Rebecca: Zuerst besprechen wir morgens mit den Leuten von der Nachtschicht, was passiert ist. Danach kontrollieren wir z.B. die Einsatzfahrzeuge, checken, ob alle Geräte funktionieren oder füllen Medikamentenbestände auf. Wenn ich für den Krankentransportwagen eingeteilt bin, fahren wir z.B. Patienten ins Krankenhaus. Die sind dann meistens nicht lebensbedrohlich verletzt, müssen aber transportiert werden. Häufiger fahre ich beim Rettungswagen mit.

Wenn wir beim Patienten angelangt sind, beurteile ich seinen Gesundheitszustand. Ich überlege, welche medizinischen Notfallmaßnahmen ich ergreife und ob eine Notärztin oder ein Notarzt gerufen werden muss. Das alles passiert unter der Aufsicht meiner Ausbilderinnen und Ausbilder. Nach der Übergabe des Patienten an das Krankenhaus fahren wir wieder zur Wache. Dort wird das Fahrzeug gesäubert und unser Einsatz besprochen.

Eine Notfallsanitäterin im Rettungswagen.
Thilo Jaeckel
Die Ausrüstung im Rettungsfahrzeug muss immer komplett und einsatzbereit sein.

planet-beruf.de: Welche Stärken braucht man für die Ausbildung?

Rebecca: Man sollte Interesse an Medizin haben und zum Lernen motiviert sein. Im Umgang mit Patienten sollte man Durchhaltevermögen zeigen und einfühlsam sein. Für die Patienten ist das Ganze nämlich meist eine stressige Situation. Man sollte außerdem ein dickes Fell haben. Denn es kommt vor, dass man zu Unfällen mit schwerverletzten Personen gerufen wird. Das geht mir zwar manchmal schon nahe, aber ich komme damit zurecht. Natürlich werden diese Fälle auch hinterher mit den Kolleginnen und Kollegen gemeinsam aufgearbeitet.

planet-beruf.de: Was macht dir an deiner Ausbildung am meisten Spaß?

Rebecca: Mir gefällt es, so viele Einblicke in verschiedene Bereiche zu bekommen. Ich bin von der Berufsfachschule aus z.B. am Gericht gewesen. Ich war auf der Intensivstation im Krankenhaus und habe sowohl mit Kindern als auch mit alten Menschen gearbeitet. Manche Leute sind zutiefst dankbar für das, was man tut. Das ist eine schöne Erfahrung und man wächst daran. Ich finde, Notfallsanitäter/in ist ein sehr schöner Beruf, der nie langweilig wird.

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Notfallsanitäter/innen beurteilen in medizinischen Notfällen den Gesundheitszustand von kranken oder verletzten Personen und entscheiden, ob ein Arzt oder eine Ärztin gerufen werden muss. Ggf. führen sie auch lebensrettende Maßnahmen durch.

Ausbildungsform: schulische Ausbildung an Berufsfachschulen

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Für die Ausbildung wird i.d.R. ein mittlerer Bildungsabschluss vorausgesetzt.

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Stand: 08.11.2017
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