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Job inside: Medientechnologe/-technologin Druck

"Ich kann große Maschinen steuern!"

Technik, Farbe, in Bewegung sein - das macht für Madlene ihren Ausbildungsberuf aus. Sie ist im dritten Ausbildungsjahr zur Medientechnologin Druck und arbeitet in der Druckerei einer Firma, die Kartons herstellt, etwa für Sektflaschen.

Eine Frau hält ein Tablet in der Hand, worauf ein virtuelles Sofa gezeigt wird.
Mithilfe eines Augmented-Reality-Programms auf dem Tablet kannst du z.B. Gegenstände sehen, die in der realen Welt nicht vorhanden sind.

Ihren Ausbildungsberuf und -betrieb lernte Madlene durch einen Ferienjob kennen: "Der Beruf ist eine gute Mischung aus körperlicher Arbeit und Technik. Er hat mit Farbe zu tun, das war mir wichtig. Nachdenken muss man auch, z.B. woran es liegt, wenn es ein Problem beim Drucken gibt. Ich wollte nicht den ganzen Tag am Computer sitzen."

Madlene steht vor den Druckmaschinen.
Frank Mylius
Madlene lernt während ihrer Ausbildung, verschiedene Druckmaschinen zu bedienen.

In Madlenes Betrieb wird in drei Schichten gearbeitet: Früh-, Spät und Nachtschicht. Wenn sie in die Arbeit kommt, macht sie zunächst die Schichtübergabe mit den Kollegen aus der vorherigen Schicht. Ist ein Auftrag zu Ende, reinigt Madlene die Farbwerke und die Farbtöpfe. Dann füllt sie Farben für den neuen Auftrag ein und rüstet die Maschine um. Dabei nimmt sie die alten Druckbilder aus der Maschine und baut neue ein. "Das sind große Zylinder, die bewegt werden müssen. Aber wenn es mal zu schwer wird, dann hilft mir mein Kollege." Denn an der Maschine wird in der Regel immer zu zweit gearbeitet. Madlenes Kollegen sind alle Männer, der Frauenanteil in dem Beruf Medientechnologe/-technologin Druck liegt bei etwa zwölf Prozent. "Man sollte das bei der Berufsentscheidung wissen, aber für mich hat das keine Rolle gespielt", sagt Madlene. Während die Maschine läuft, wacht die junge Frau darüber, dass das Druckbild stimmt. "Dafür braucht man ein gutes Auge für Farben und Vorgaben. Es kann sich immer mal ein Fehler einschleichen. Was beispielsweise passieren kann: Eine Fliege bleibt am Druckbild hängen und druckt mit an einer Stelle, wo eigentlich gar keine Farbe sein soll. Dann muss ich sofort eingreifen."

Der realen Welt ein Stück voraus

Madlene hat während ihrer Ausbildung unter anderem mit einer VR-Brille gelernt. VR steht dabei für Virtual Reality und entspricht einer rein vom Computer simulierten Realität. Daneben gibt es die AR, die Augmented Reality, bei der die eigene Wahrnehmung der realen Welt durch den Computer erweitert wird, z.B. bei einem Stadtrundgang mit Informationen zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten.

Digitalisierung ist spürbar

Die Digitalisierung ist in der Drucktechnik längst angekommen. Auch in Madlenes Betrieb ist der technische Wandel zu spüren. "Seit zwei Jahren hat mein Betrieb eine neue Druckmaschine. Es gibt jedoch auch noch eine 18 Jahre alte Maschine. Zwischen den beiden Maschinen merkt man einen riesengroßen Unterschied: Die alte Maschine hat noch Zahnräder, die neue funktioniert mit Elektromotoren und erkennt automatisch Format und Druckplatte." Fehler können jedoch auch bei der neuen moderneren Maschine auftreten. Um diese zu beheben, muss sich Madlene gut mit der Elektronik der Maschine auskennen.

Virtuelles Lernen in der Berufsschule

Da jeder Ausbildungsbetrieb andere Druckverfahren und -maschinen hat, werden in der Ausbildung von Medientechnologen und -technologinnen neue Lernformen getestet. An Madlenes Berufsschule, dem Staatlichen Berufsschulzentrum Hermsdorf-Schleiz-Pößneck, gab es dazu eine Social-Virtual-Learning Testgruppe. Madlene hat gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern ihrer Berufsschule daran teilgenommen und war begeistert: "Ich setzte mir eine VR-Brille auf und bekam Handstücke. Dadurch entstand ein virtueller Raum: Ich hatte das Gefühl, ich bin auf einmal allein in einer großen Industriehalle mit einem Druckwerk. Ich war total nah dran und konnte die einzelnen Walzen und Zylinder herausnehmen und mir alles angucken. Wir bekamen auch jede/r eine Aufgabe, z.B. 'Bau die und die Walze aus!'. Das war wesentlich realistischer, als wenn ich mir das Bild von dem Druckwerk im Buch ansehe."

Fakten zur Ausbildung

  • Tätigkeiten: Medientechnologinnen und -technologen Druck richten Druckmaschinen ein. Sie bereiten Druckdaten auf und steuern und überwachen den Druckprozess für die Produktion von Printprodukten.
  • Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule
  • Dauer: 3 Jahre
  • Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.
Stand: 19.09.2018
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