Job inside: Landwirt/in

In der Landwirtschaft ist kein Tag wie der andere

Während seiner Ausbildung zum Landwirt hat Tobias (20) gemerkt, dass er nicht nur gerne in der Natur arbeitet, sondern auch etwas für sie tun möchte. Daher ist die Arbeit als Bio-Landwirt genau das Richtige für ihn.

Tobias füttert die Kühe.
Privat
Tobias arbeitet gerne draußen.
Tobias schraubt an einem Traktor.
Privat
Tobias führt mit seinen Eltern einen Bio-Betrieb in Vilshofen an der Donau.

Tobias ist mit der Landwirtschaft aufgewachsen: Seine Eltern bewirtschafteten einen Nebenerwerbsbetrieb. 2015 stellten sie auf ökologische Landwirtschaft um und verzichten seitdem auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Schon als Jugendlichem hat Tobias die Arbeit auf dem Hof gut gefallen. Trotzdem machte er Praktika in verschiedenen Berufen: In der Landwirtschaft, als Elektroniker und als Maurer. "Dabei wurde mir klar: Ich will Landwirt werden, bei den anderen Berufen fehlt mir der Umgang mit der Natur."

Theorie und Praxis während der Ausbildung

Das erste Jahr der Ausbildung fand - wie in einigen Bundesländern üblich - in Vollzeit an einer Berufsschule statt, als Berufsgrundschuljahr (BGJ). Das zweite und dritte Ausbildungsjahr arbeitete Tobias im Betrieb und besuchte einmal pro Woche die Berufsschule. Für die praktische Ausbildung verließ Tobias den elterlichen Hof, weil er neue Erfahrungen sammeln wollte.

Konventionell oder ökologisch

Wer die Ausbildung zur Landwirtin oder zum Landwirt macht, wechselt oft während der Ausbildung den Betrieb, um verschiedene Bereiche kennenzulernen. So auch Tobias: Das zweite Ausbildungsjahr arbeitete er in einem konventionellen Betrieb, im dritten Jahr auf einem ökologischen Hof.

Tobias war in der Berufsschulklasse einer von wenigen, der die Ausbildung in einem Bio-Betrieb absolvierte. Einige seiner Mitschüler/innen belächelten das ein wenig, die meisten aber begegneten der Bio-Landwirtschaft mit Respekt. "Man darf das nicht schwarz-weiß sehen, konventionell oder bio. Wir sollten lieber voneinander lernen", meint Tobias dazu.

Jemand steuert eine Maschine.
Netzwerk Grüne Arbeitswelt / Dan Zoubek
Viele landwirtschaftliche Maschinen lassen sich digital steuern.

Abwechslung garantiert

Heute führt Tobias zusammen mit seinen Eltern den Hof. Er baut Zuckerrüben, Mais, Weizen, Roggen und Hafer an. Zum Betrieb gehören inzwischen auch 40 Mutterkühe und 600 Legehennen - jede Menge Arbeit also. Dafür braucht Tobias Durchhaltevermögen. Geduld und Verantwortungsbewusstsein sind auch wichtig, etwa bei der Versorgung der Tiere.

Die Arbeit ist nicht gleichmäßig übers Jahr verteilt: "Im Sommer, wenn wir ernten, arbeite ich oft von frühmorgens bis 11 Uhr nachts. Dafür ist es im Winter entspannt, da fange ich erst um 8 Uhr an und arbeite bis 15 oder 16 Uhr." Im Winter ist auf den Feldern nicht so viel zu tun, dafür stehen neben der Stallarbeit vor allem Büroarbeit und die Vorbereitung fürs nächste Jahr an, z.B. die Planung der Fruchtfolge.

Gut geplant ist halb geerntet

Die Fruchtfolge ist die wirksamste Maßnahme im ökologischen Ackerbau. Dabei wechseln die auf einer Ackerfläche angebauten Pflanzen nach einer bestimmten Reihenfolge durch. Die Böden sind dadurch fruchtbarer, Krankheiten und Schädlinge breiten sich nicht so leicht aus. Wenn Tobias die Fruchtfolge bestimmt, berücksichtigt er z.B., welche Nährstoffe die Pflanzen benötigen. Trotz guter Planung kann es sein, dass mal etwas nicht so gut klappt. Tobias sieht das als Herausforderung: "Ich lerne daraus, was ich im nächsten Jahr anders machen sollte."

Was Tobias an seinem Beruf gut findet? "Bei der Ernte sehe ich, was ich das ganze Jahr über geleistet habe." Und noch eine gute Seite hat die Arbeit als Landwirt für Tobias: "Kein Tag ist wie der andere und auch jedes Jahr ist anders als das vorherige."

Fakten zur Ausbildung:

Tätigkeiten: Landwirtinnen und Landwirte erzeugen pflanzliche sowie tierische Produkte und verkaufen diese.
Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule
Dauer: 3 Jahre
Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit mittlerem Bildungsabschluss ein.

Tobias hat vor, Landwirtschaftsmeister zu werden. Andere mögliche Weiterbildungen sind z.B.:

  • Betriebswirt/in (Fachschule) - Agrarbetrieb
  • Techniker/in - Agrartechnik

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 1.0 von 5. 3 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 06.11.2019
Berufe Entdecker
BWT

Mehr Infos

Berufe von A-Z:

Landwirt/in

Weitere Infos im Netz

Download

Den gesamten Beitrag aus "Berufswahlmagazin 04/19" als PDF-Datei herunterladen:

Job inside: Landwirt/in