Job inside: Kaufmann/-frau - Gesundheitswesen

Zwischen PC und Patient

Johanna hat vor kurzem ihre Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen im Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg abgeschlossen. Die Kombination aus Kaufmännischem und Krankenhausalltag findet sie spannend und sehr abwechslungsreich.

Johanna berät einen Patienten.
Auch das gehört dazu: Patienten über Extraleistungen wie Einzelzimmerunterbringung beraten.

Nach ihrem Schulabschluss stand für Johanna fest: "Ich will eine Ausbildung machen, weil ich eher der praktische Typ bin." Auch wenn Johanna das Abitur in der Tasche hat und studieren könnte, hat sie sich bewusst für eine duale Berufsausbildung entschieden. Dual bedeutet, dass es zwei Lernorte gibt: den Betrieb und die Berufsschule. Das empfindet Johanna als großen Vorteil: "Die Fächer in der Berufsschule ergänzen sich gut mit den praktischen Einsatzbereichen. Dadurch entsteht ein Gesamtbild, das man sich gut einprägen kann für die Prüfungen."

Porträt von Johanna.
Johanna wurde nach Ausbildungsabschluss von ihrem Betrieb übernommen.

Interessante Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule standen für Johanna zunächst vor allem kaufmännische Lerninhalte auf dem Stundenplan, z.B. die verschiedenen Unternehmensformen wie GmbH oder AG, Buchhaltung, Rechnungswesen und Marketing. Dann ging es um spezifische Inhalte des Gesundheitswesens, z.B. um die Abrechnung von Krankenhausleistungen, um Controlling im Krankenhaus und Finanzierung im Gesundheitsbereich. In der praktischen Ausbildung im Krankenhaus lernte Johanna, Patienten aufzunehmen und Daten am PC zu verwalten. Sie war in verschiedenen Abteilungen, z.B. auch in der Personalabteilung, eingesetzt.

Kaufmännisches steht im Vordergrund

Auch wenn Johanna während ihrer Ausbildung die Gelegenheit bekam, in die Stationen des Krankenhauses hineinzuschnuppern, und sogar bei einer Operation zusehen durfte - bei ihrer Ausbildung handelt es sich nicht um einen medizinischen, sondern einen kaufmännischen Beruf. Das findet Johanna auch gut so: "Ich wollte etwas Kaufmännisches machen, mich interessiert aber auch das Medizinische. Hier im Krankenhaus ist es sehr abwechslungsreich. Ich arbeite viel am PC, habe aber auch Kontakt zu den Patienten und Krankenhausmitarbeitern."

Johanna arbeitet am PC.
Kaufleute im Gesundheitswesen arbeiten viel am PC, z.B. um den Krankenkassen medizinische Leistungen in Rechnung zu stellen.

Gefragt, welche Interessen und Stärken man für die Ausbildung braucht, meint Johanna: "Man sollte Spaß an der Arbeit am Computer haben und Interesse am Gesundheitswesen. Außerdem ist es wichtig, dass man offen ist für den Kontakt zu Patienten, Pflegepersonal und Ärztinnen bzw. Ärzten."

Unabhängig werden

Johanna hat während ihrer Ausbildung Geld von ihrem Ausbildungsbetrieb bekommen, die sogenannte Ausbildungsvergütung. Das ist bei allen dualen Berufsausbildungen so. Wie viel man bekommt, ist u.a. vom Ausbildungsberuf abhängig. Johanna fand es toll, schon während der Ausbildung finanziell unabhängig zu sein von den Eltern. "Wenn man arbeitet und sein eigenes Geld verdient, ist man selbstständiger. Deshalb habe ich mich im zweiten Ausbildungsjahr dazu entschlossen, auszuziehen. Da war ich 19."

Ansprechpartnerin für das Krankenhauspersonal

Jetzt ist Johanna 21 Jahre alt und fertig mit ihrer Ausbildung. Sie wurde von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen und arbeitet in der Personalabteilung. Zum Beispiel ist sie zuständig für die Personalabrechnung von etwa 300 Krankenhausmitarbeitern. Derzeit gibt es für sie noch viel zu lernen. Aber sie kann sich gut vorstellen, später eine Weiterbildung zu machen, etwa im Personalbereich. Auch andere kaufmännische Weiterbildungen kommen infrage oder ein Studium, z.B. im Bereich Gesundheitsmanagement. "Mein Betrieb würde das sicher unterstützen. Es wird hier gern gesehen, wenn man sich weiterbildet."

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Kaufleute im Gesundheitswesen planen und organisieren Verwaltungsvorgänge, Geschäftsprozesse und Dienstleistungen im Gesundheitswesen.

Ausbildungsform: duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen:
Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben.

Finanzielle Unterstützung

Wenn du während der Ausbildung nicht bei deinen Eltern wohnen kannst, weil dein Ausbildungsbetrieb zu weit weg liegt, kannst du Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Mehr Infos findest du hier: Bundesagentur für Arbeit: Berufsausbildungsbeihilfe

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Stand: 07.03.2018
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