Job inside: Elektroniker/in - Betriebstechnik

Fenna baut Windkraftanlagen

Physik und Technik mochte Fenna schon in der Schule am liebsten. Nach einem längeren Praktikum war klar: Sie startet in die Ausbildung beim Windenergieanlagen-Hersteller ENERCON als Elektronikerin für Betriebstechnik.

Eine Landschaft mit Windrädern.
ELEKTRIC Schaltanlagenfertigung GmbH / Heike Voß
Über Windräder wird erneuerbare Energie gewonnen.
Fenna bei der Arbeit.
ELEKTRIC Schaltanlagenfertigung GmbH / Heike Voß
Fenna richtet einen Steuerkasten ein.

planet-beruf.de: Wie bist du auf die Ausbildung gekommen, gab es Alternativen?

Fenna: Nach der Schule wusste ich nur, dass ich in den technischen Bereich möchte. Da ist die Auswahl groß. Hier in Niedersachsen kann man mit Abitur ein halbjähriges Technikum machen. Das ist ein ausführliches Betriebspraktikum. Das habe ich direkt bei ENERCON gemacht. Theoretisch wäre auch ein duales Studium möglich gewesen. Aber ich habe entschieden, dass ich zuerst eine Ausbildung angehen und vielleicht später studieren will. Vom Betrieb hatte ich direkt ein Angebot für einen Ausbildungsplatz als Elektronikerin für Betriebstechnik.

planet-beruf.de: Was sind die wichtigsten Stärken für die Ausbildung?

Fenna: Auf jeden Fall technisches Verständnis, weil man z.B. mit Schaltplänen arbeitet oder technische Systeme kontrolliert. Und logisches Denken. Damit behält man den Kabelwirrwarr im Blick. Einen Draht zu Mathematik und Physik sollte man auch haben. Vor allem in der Berufsschule sind diese Fächer wichtig und dann im Beruf wird es teilweise schon anspruchsvoll.

planet-beruf.de: Deine Firma stellt Windräder zur Stromerzeugung her. Was sind deine Aufgaben?

Fenna: So eine Windkraftanlage sieht einfach aus, hat aber eine komplexe Mechatronik. Generatoren, Wechselrichter und Überwachungseinheiten werden über Schaltkästen gesteuert. Ich bin unter anderem dafür zuständig, diese Steuerkästen zusammenzubauen. Dafür gibt es Schaltpläne, an die ich mich halte.

Fenna arbeitet an einem Gerätekasten.
ELEKTRIC Schaltanlagenfertigung GmbH / Heike Voß
Fenna ist auf Draht: Für ihre Arbeit braucht sie technisches Verständnis und logisches Denken.

planet-beruf.de: Was ist denn ein Wechselrichter?

Fenna: (lacht) Einfach gesagt: Ein Wechselrichter bereitet den Strom so auf, dass er ins Stromnetz eingespeist werden kann. Der Generator erzeugt Wechselstrom, der über Gleichrichter zu Gleichstrom wird. Dieser Gleichstrom wird dann mittels der Wechselrichter in das Stromnetz eingespeist. Außerdem wird ja nie gleichmäßig viel Strom produziert, auch das reguliert der Wechselrichter.

planet-beruf.de: Kletterst du für Reparaturen auch auf Windräder?

Fenna: Nein, ich bin vor allem in der Werkhalle tätig. Es gibt aber auch Kolleginnen und Kollegen, die sich auf Wartung spezialisieren. Die kümmern sich dann vor Ort um die Inbetriebnahme und Wartung der Anlagen.

planet-beruf.de: Ist es dir wichtig, dass du für eine Firma arbeitest, die "grüne" Produkte herstellt?

Fenna: Anfangs war das nicht entscheidend für mich. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt, dass es ein gutes Gefühl ist, wenn man Dinge herstellt, die sinnvoll sind und die Umwelt nicht belasten - in meinem Fall eben Windräder für erneuerbare Energien.

planet-beruf.de: Du kannst deinen Beruf also empfehlen?

Fenna: Auf jeden Fall. Elektronikerinnen und Elektroniker für Betriebstechnik haben einen vielseitigen Job und arbeiten in den verschiedensten Branchen. Natürlich muss man am Ball bleiben, die Technik entwickelt sich. Aber Bedarf für unser Know-how wird es in absehbarer Zeit immer geben. Und auch die Weiterbildungschancen sind super. Ich zum Beispiel möchte ein Studium anhängen.

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Elektroniker/innen für Betriebstechnik installieren, warten und reparieren elektrische Anlagen. Sie programmieren und prüfen Systeme und Sicherheitseinrichtungen. Ausbildungsform: dual in Betrieb und Berufsschule

Dauer: 3,5 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss ein.

Möglichkeiten nach der Ausbildung: Weiterbildung als Meister/in oder Techniker/in; unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung ein Studium möglich.

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Stand: 06.11.2019
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