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Job inside: Dachdecker/in

Hoch hinaus

Leon ist im ersten Ausbildungsjahr zum Dachdecker bei der Kissel Bedachungen und Bauspenglerei GmbH in Villmar. Die Arbeit in luftiger Höhe gefällt ihm besonders gut. Doch es ist nicht nur die Aussicht von oben, die er an diesem Beruf schätzt.

Eine Drohne die fliegt
ZVDH (Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks)
Durch die Nutzung von Drohnen können Dachdeckerinnen und Dachdecker Schäden vom Boden aus beurteilen.

Das Dachdecken liegt Leon im Blut. Sein Vater ist nämlich auch Dachdecker, weshalb sich der 16-Jährige schon früh für den Beruf interessierte. Um zu sehen, ob eine Ausbildung zum Dachdecker auch tatsächlich etwas für ihn ist, absolvierte Leon zuerst ein zweiwöchiges Praktikum in seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb. "Ich durfte im Praktikum mitarbeiten. Man brachte mir dort viel bei. Das hat mir wirklich gut gefallen und da habe ich gesagt, das ist genau das, was ich machen will."

Vielfältige Aufgaben

In der Ausbildung lernen angehende Dachdeckerinnen und Dachdecker, wie man Holzkonstruktionen für Dachstühle herstellt. Außerdem erfahren sie, wie man Dach- und Wandflächen mit unterschiedlichen Materialien deckt. Das können z.B. Schiefer, Dachplatten, Ziegel, Schindeln oder Dachsteine sein. Auch das Abdichten und Verkleiden der Dächer und Wände müssen Dachdecker/ innen beherrschen. Wärmedämmung und Dachfenster einzubauen sowie Solaranlagen zu installieren gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben. "Als Dachdeckerin oder Dachdecker hat man auch immer häufiger mit Dachbegrünungen zu tun", ergänzt Leon.

Einsatz von modernen Technologien

Nicht nur die Nutzung von Drohnen erleichtert die Arbeit von Dachdeckerinnen und Dachdeckern. Mithilfe eines 3-D-Scanners können sie beispielsweise ein Haus ausmessen. Durch eine Datenanalyse kann anschließend die genaue Anzahl der benötigten Dachziegel bestellt werden. Das ermöglicht es auch, die Ziegel zum richtigen Zeitpunkt zur Baustelle liefern zu lassen.

Teamgeist und Technik

Ein Porträt von Leon in der Kluft der Dachdecker
Privat
Der Beruf des Dachdeckers ist genau das Richtige für Leon.

Da die Arbeiten häufig in großer Höhe stattfinden, sollte man unbedingt schwindelfrei sein. Aber auch handwerkliches Geschick und Teamfähigkeit sind gefragt. "Man muss sich auf die Kolleginnen und Kollegen verlassen können", meint Leon.

Außerdem hält der 16-Jährige es für vorteilhaft, wenn Schülerinnen und Schüler räumliches Vorstellungsvermögen besitzen und ein bisschen Ahnung von Mathematik haben. Sportlich zu sein, ist ebenfalls gut. "Die Haupthebe- und Tragearbeit macht inzwischen der Kran, aber die Ziegel müssen trotzdem noch per Hand von der einen Dachseite zur anderen transportiert werden", sagt Leon.

Auch für technische Aspekte der Arbeit wie die Installation von Solaranlagen sollte man seiner Meinung nach offen sein. Das gilt besonders für neue Technologien, die im Dachdeckerhandwerk verstärkt zum Einsatz kommen, z.B. Drohnen. "Es gibt mittlerweile viele Dachdeckerinnen und Dachdecker, die Drohnen benutzen, um beispielsweise das Ausmaß eines Schadens an einem Dach schnell bestimmen zu können", erklärt Leon.

Sicherheit geht vor

Für die meisten Arbeiten steigen Dachdeckerinnen und Dachdecker aber immer noch persönlich auf ein Dach oder ein Gerüst. Dabei gilt es, vorsichtig zu sein. Heutzutage sind die Sicherheitsstandards aber sehr gut.

"Das wichtigste Sicherheitssystem ist das Gerüst. Da werden Netze und Fallschutztrittleisten angebracht, damit man nicht zwischen der Hauswand und dem Gerüst durchfallen kann", sagt Leon, "und dann gibt es natürlich viele Gurtsysteme, mit denen man sich z.B. am Kran absichern kann, wenn man Ziegel auf dem Dach austauschen möchte."

Natürlich trägt man als Dachdecker/in auch immer Schutzausrüstung, bestehend aus Sicherheitsschuhen und Handschuhen.

Auf die Frage, was Leon an seinem Beruf am meisten Spaß macht, antwortet er begeistert: "Ich glaube, das Coolste ist einfach, am Ende des Tages zu sehen, was man geschafft hat." Irgendwann will Leon dann noch eine Weiterbildung zum Meister machen.

Fakten zur Ausbildung

Tätigkeiten: Dachdecker/innen stellen Holzkonstruktionen für Dachstühle her und decken und bekleiden Dach- und Wandflächen mit Dachplatten, -ziegeln, -steinen, Schindeln oder anderen Deckwerkstoffen. Darüber hinaus dichten sie Flachdächer, Bauwerke und Nassräume mit Abdichtungsbahnen und Flüssigkunststoffen ab.

Ausbildungsform: duale Ausbildung in Betrieb, überbetrieblicher Ausbildungsstätte und Berufsschule

Dauer: 3 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Betriebe stellen überwiegend Ausbildungsanfänger/innen mit Hauptschulabschluss ein.

Stand: 07.11.2018
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