Top-Story: Skispringerin Katharina Althaus

"Ehrgeiz und Mut bringen dich weiter!"

Sie liebt den Schnee - vor allem aus der Vogelperspektive. Die Skispringerin Katharina Althaus hat keine Angst vorm Fliegen. Das Geheimnis ihres Erfolges verrät die erfolgreiche Wintersportlerin im Interview.

Porträt Katharina Althaus
Dominik Berchtold
Bereits als Jugendliche hat Katharina das erste Mal an einem Weltcup teilgenommen.

planet-beruf.de: Du bist dem Vorbild deiner großen Brüder gefolgt und hast bereits mit sechs Jahren Skispringen gelernt. Warum hast du diesen Sport gewählt?

Katharina Althaus: Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Brüdern und wollte daher unbedingt wie einer meiner großen Brüder von den Schanzen springen. Ihm zuzuschauen hat mich sehr fasziniert. Daher war es kein Wunder, dass auch ich zum Skispringen gekommen bin.

 

planet-beruf.de: Welche Stärken benötigt man als Skispringerin?

Katharina Althaus: Hauptsächlich Mut, Ehrgeiz und Nervenstärke!

 

planet-beruf.de: Kannst du diese Fähigkeiten auch im beruflichen Alltag einsetzen?

Katharina Althaus: Mein Arbeitgeber ist der Zoll. Er macht es mir möglich, meinen Sport professionell auszuüben und mich darauf zu fokussieren. Ich denke, vor allem mein Ehrgeiz und meine Nervenstärke bringen mich in Zukunft - auch nach der Skisprungkarriere - weiter.

 

planet-beruf.de: Wie läuft ein typischer Trainingstag ab?

Katharina Althaus: Wir trainieren ein- bis zweimal täglich auf der Schanze oder im Kraftraum. Wintersportler/innen müssen sich schon im Sommer vorbereiten. Daher sind die Trainingseinheiten in den Sommermonaten sehr intensiv. Zum Glück kann man im Sommer auf Matten springen, was kein großer Unterschied zum Winter ist. Das macht viel mehr Spaß, als im Kraftraum zu schwitzen.

 

planet-beruf.de: Hattest du beim ersten Sprung Angst und wie gehst du mit Lampenfieber um?

Katharina Althaus: Ich hatte nie Angst beim Springen, ich glaube, das würde mich nur bremsen. Wir haben in unserem Team einen Sportpsychologen, mit dem wir eng zusammenarbeiten, wobei ich mittlerweile kein Lampenfieber mehr habe.

STARFRAGEBOGEN

Nervenkitzel ist für mich …
weit zu springen.

Geschwindigkeit ist …
super.

Schnee ist …
das Beste, was es gibt.

Wenn ich springe, denke ich an …
nichts.

Schöner als Fliegen ist nur …
mit meinen Lieben Zeit zu verbringen.

Katharina Althaus bei einer Beindehnübung.
Dominik Berchtold
Gute Vorbereitung ist das A und O - auch beim Skispringen.

planet-beruf.de: Du bist beim Zoll angestellt. Wie bist du darauf gekommen?

Katharina Althaus: Für uns als Sportler/innen gibt es zum Glück die staatlichen Förderungen etwa durch Bundeswehr, Bundespolizei oder Zoll. Das kommt uns sehr entgegen, denn einen Beruf nebenher auszuüben, ist mit unseren Fehltagen fast unmöglich. Da ich aus Oberstdorf komme und dort auch gerne bleiben wollte, habe ich mich für den Zoll entschieden. Außerdem bietet mir der Zoll die perfekten Bedingungen für meinen Sport.

 

planet-beruf.de: Wie hast du dich beim Zoll beworben? Musstest du an einem Auswahlverfahren teilnehmen?

Katharina Althaus: Ich habe eine schriftliche Bewerbung abgegeben. Diese war klassisch aufgebaut mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen. Danach wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen und musste einen Einstellungstest bestehen.

 

planet-beruf.de: 2018 hast du bei den Olympischen Winterspielen eine Silbermedaille geholt und 2019 den Weltmeistertitel im Teamwettbewerb in Tirol. Welche sportlichen Herausforderungen stehen in diesem Jahr noch an?

Katharina Althaus: Ich habe mir für die kommende Wintersaison noch keine großen Ziele gesetzt. Zuvor möchte ich ein bisschen an meinem Material arbeiten, z.B. einen neuen Sprunganzug testen, um möglichst gut in den Winter zu starten. Dann werden wir sehen, was letztlich möglich ist.

 

planet-beruf.de: Was sind deine Pläne nach dem Skispringen?

Katharina Althaus: Ich möchte mich gerne nach einem Studienplatz umschauen, damit ich schon neben dem Springen etwas für die berufliche Zukunft machen kann. Konkrete Pläne gibt es allerdings noch nicht.