Top-Story: Schauspieler Lucas Reiber

"Vertraue auf deine Stärken!"

Was wirklich zählt - der Schauspieler Lucas Reiber spricht im Interview über wahre Freundschaft, passende Berufe und über seine Liebe zur Natur. Außerdem erzählt er, wie er mit Social Media umgeht und wie man sich für die Umwelt einsetzen kann.

Porträt von Lucas Reiber.
Kerem Bakir
Lucas setzt sich öffentlich und auch privat für den Umweltschutz ein.

planet-beruf.de: In dem Kinofilm "Abikalypse" spielst du Tom, der zu einer Gruppe von Außenseitern gehört, die eine Abiparty ausrichten wollen. Doch eigentlich geht es um Freundschaft und das Erwachsenwerden …

Lucas Reiber: Und um die damit verbundenen Ängste. Tom möchte sich zum Beispiel nicht festlegen, weil er Angst hat, eine falsche Entscheidung zu treffen. Ich glaube, so fühlen sich viele, die vor der Entscheidung stehen, was sie beruflich machen möchten. Genau dann finde ich es wichtig, sich nicht mit anderen zu vergleichen, sondern seinen eigenen Weg zu finden.

planet-beruf.de: Du hast deinen Weg gefunden und bist inzwischen ein erfolgreicher Schauspieler. In "Fack Ju Göthe 2" spielst du zum Beispiel den autistischen Etienne (Ploppi). Wie bereitest du dich auf solche Rollen vor?

Lucas Reiber: Ich versuche immer herauszufinden, wie meine Rollen denken, fühlen und wie sie die Welt sehen. Als Vorbereitung für Ploppi bin ich beispielsweise zu einem wöchentlichen Treffen von Menschen mit Autismus gegangen. Solche Erfahrungen sind sehr hilfreich und ich nehme immer viel für mich persönlich aus einer Rollenvorbereitung mit.

planet-beruf.de: In "Abikalypse" möchten Tom und seine Freunde in den sozialen Netzwerken erfolgreich sein. Was rätst du Jugendlichen im Umgang mit den sozialen Medien?

Lucas Reiber: Identifiziere dich nicht mit deinen Followern! "Likes" sagen nichts über dich aus. Was wirklich zählt, sind deine Freunde und Familie. Sie mögen dich genau für das, was du bist. Dass man auf die eigenen Stärken vertrauen soll, erkennen auch Tom und seine Freunde. Sie wollen eine Riesen-Abi-Party organisieren, um endlich Anerkennung zu bekommen. Dabei spielt Social-Media-Fame eine große Rolle - aber sie müssen erfahren, dass das nicht der richtige Weg ist.

planet-beruf.de: Du bist selbst in den sozialen Netzwerken aktiv. Wie nutzt du Social Media?

Lucas Reiber: Mir ist meine große Verantwortung gegenüber meinen Followern und unserer Gesellschaft bewusst. Ich nutze die sozialen Plattformen als Sprachrohr und tausche mich auch gerne mit den Menschen aus. Ich möchte die Leute sensibilisieren, beispielsweise für Umweltschutz, Menschlichkeit oder Politik.

STARFRAGEBOGEN

Nachhaltigkeit bedeutet für mich …

die natürlichen Kreisläufe auf der Erde nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, um uns eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich …

alles dafür tun, die Politik menschlicher und sinnvoller zu gestalten.

Wenn ich meine eigenen Filme ansehe, …

bin ich immer kritisch am Beobachten und Bewerten.

Ich könnte nicht verzichten auf …

die Liebe.

Ich wollte schon immer mal …

beim freien Tauchgang einem Hai begegnen.

Lucas Reiber im Porträt.
Kerem Bakir
Um sich vorzubereiten, beschäftigt sich Lucas mit der Lebenswelt seiner Rolle.

planet-beruf.de: Hättest du dir vorstellen können, einen "grünen Beruf" zu ergreifen?

Lucas Reiber: Ja total, aber schade, dass es diesen Begriff überhaupt gibt. Jeder Beruf sollte "grün" sein, gerade heutzutage, wo wir die Erde vermüllen und Ressourcen achtlos verschwenden, anstatt die Natur zu erhalten und zu schützen. Wenn ich aber sehe, wie Kinder und Jugendliche für Aktionen wie "Fridays for Future" auf die Straße gehen, habe ich große Hoffnung.

planet-beruf.de: Du bist in deiner Freizeit für den Klimaschutz aktiv und engagierst dich für verschiedene Initiativen. Was willst du erreichen?

Lucas Reiber: Ich starte immer wieder Aktionen mit Vereinen und Organisationen und möchte damit möglichst viele Menschen motivieren, selbst etwas zu verändern und ein neues Bewusstsein schaffen. All das lebe ich auch privat. Ich ernähre mich seit mehreren Jahren vegan, gehe für mich persönlich gerade das Thema Plastik an und möchte meine Follower auch hier an meinen Erfahrungen teilhaben lassen.

planet-beruf.de: Umweltschutz ist ganz schön komplex. Womit kann man als Jugendlicher am einfachsten anfangen?

Lucas Reiber: Indem man zum Beispiel auf Verpackungen achtet und weniger Plastik verwendet oder anfängt, weniger Fleisch zu essen, keinen Strom oder kein Wasser verschwendet, die Lichter ausmacht, wenn man das Haus verlässt. Es gibt ganz kleine einfache Dinge, die jeder tun kann - es müssen nicht gleich Riesenprojekte sein.

planet-beruf.de: Zurück zu deinen Projekten: Was hast du in nächster Zeit vor?

Lucas Reiber: In diesem Jahr drehe ich noch den Kinofilm "Fünf Finger sind ’ne Faust". Über meine anderen Projekte darf ich leider noch nichts verraten …

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Stand: 06.11.2019
Berufe Entdecker
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