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Interview: Wie benehme ich mich richtig in Praktikum und Ausbildung?

Sei freundlich und respektvoll!

Sabine Bleumortier war früher Ausbildungsleiterin und ist nun Trainerin für Auszubildende und Ausbilder/innen. In ihren Seminaren übt sie zum Beispiel mit Azubis, wie sie sich im Arbeitsalltag angemessen verhalten.

Drei Mitarbeitende haben eine Besprechung.
Ein passender Umgangston ist wichtig am Arbeitsplatz.
Porträtfoto von Sabine Bleumortier
Elisabeth Pfahler-Scharf
Sabine Bleumortier ist Trainerin für Azubis und Ausbilder/innen.

planet-beruf.de: Was sind die wichtigsten Verhaltensregeln am Arbeitsplatz?

Sabine Bleumortier: Sei freundlich und akzeptiere jeden Menschen, wie er oder sie ist. Zeige, dass dich die Arbeit interessiert. Als Praktikant/in oder Azubi sieze ich anfangs alle. Das Handy gehört während der Arbeitszeit aus- oder lautlos geschaltet. Nachrichten lese ich in der Pause.

planet-beruf.de: Welche Rolle spielt die äußerliche Erscheinung?

Sabine Bleumortier: Ordentlich und sauber sollte die Kleidung immer sein. Auch Körperpflege ist ein Muss. Den Kleidungsstil passe ich dem Beruf an. Denn mit Kleidung sendet man unbewusst Signale. Hat man Löcher in der Jeans, wirkt das beispielsweise in einem Versicherungsumfeld eher unzuverlässig.

planet-beruf.de: Wie spreche ich mit Kolleginnen und Kollegen, wie mit Vorgesetzten und Kunden?

Sabine Bleumortier: Egal mit wem ich spreche, ich verhalte mich höflich und sieze jede/n. Als Praktikant/in oder Azubi warte ich, bis mir das Du angeboten wird. Wer sich unsicher ist, fragt einfach nach.

Eine Frau erklärt Jugendlichen etwas an einem Flipchart.
Gute Umgangsformen kann man üben, zum Beispiel in einem Seminar.

planet-beruf.de: Welchen Einfluss hat gutes bzw. schlechtes Benehmen?

Sabine Bleumortier: Ich rate den Azubis immer, sich vorzustellen, sie wären selbst für eine/n Auszubildende/n verantwortlich. Eine Person mit schlechten Umgangsformen würden sie wahrscheinlich auch eher im Büro lassen und nicht mit zu Kunden oder einer Messe nehmen. Gutes Benehmen kann also einen Einfluss darauf haben, welche Aufgaben man bekommt.

planet-beruf.de: Gleichen gute Umgangsformen eine schlechte Note aus?

Sabine Bleumortier: In Berufen, in denen gutes Auftreten besonders wichtig ist, kann ich mir das vorstellen. Wenn z.B. ein/e angehende/r Verkäufer/in ein Händchen für Kunden hat und ins Umfeld passt, bedeutet das manchmal mehr als eine gute Note.

Stand: 18.03.2020