Interview: Das motiviert mich in meiner Ausbildung

"Ich weiß, Sie sind zuverlässig"

Gina ist in ihrem 3. Lehrjahr zur Rechtsanwaltsfachangestellten. Im Gespräch mit planet-beruf.de erzählt sie, welche Höhepunkte sie in ihrer Ausbildung erlebt hat und wie sie auch in schwierigen Situationen motiviert bleibt.

Eine junge Frau und ein junger Mann reparieren eine Anlage.
In der Ausbildung verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen zu können - das motiviert!
Porträt: Gina Nowak / Fotograf: Thomas Weber
Fotograf: Thomas Weber aus Rastede
Porträt von Gina

planet-beruf.de: Gab es einen Moment in deiner Ausbildung, der dich besonders motiviert hat?

Gina: Ja, wir hatten mal eine Woche, in der wir viele Zwischenverfügungen vom Gericht bekommen haben. Zwischenverfügungen sind Dokumente, die auf fehlerhafte Anträge oder unvollständige Urkunden hinweisen. Viele dieser Zwischenverfügungen bekamen wir aufgrund eines Projekts, bei dem wir Namensänderungen oder auch Zusammenlegungen von großen Unternehmen beurkundeten. Ich war an einem Teil des Projekts stark beteiligt gewesen. Tierisch gefreut hat mich, dass dieser Teil ohne Zwischenverfügung vom Gericht abgeschlossen werden konnte.

planet-beruf.de: Gab es auch eine Situation, die du als herausfordernd empfunden hast?

Gina: Ja, vor ungefähr einem Dreivierteljahr war ich alleine im Notariat tätig, weil Kolleginnen und Kollegen erkrankt bzw. aufgrund der Corona-Pandemie in Quarantäne waren. Ich musste Akten bearbeiten und Urkunden versenden, die mir teilweise nicht bekannt waren. Das empfand ich als eine sehr große Verantwortung, weil ich vor Ort keine Ansprechpartner hatte und viele der Urkunden eilig an das Gericht übermittelt werden mussten.

Eine Gruppe hält die Buchstaben TEAM hoch.
Ein Gespräch mit der Kollegin oder dem Kollegen kann in schwierigen Situationen weiterhelfen.

planet-beruf.de: Wie bist du selbst damit umgegangen?

Gina: Zuerst war ich etwas entmutigt, aber ich habe eine kurze Pause gemacht. Dazu habe ich mich an das geöffnete Fenster gestellt und tief durchgeatmet. Danach habe ich mir einen Kaffee geholt und das Gespräch mit einer Kollegin gesucht. Nun war ich motiviert für die Aufgabe. Nachdem ich die Akten nach Dringlichkeit sortiert hatte, habe ich den Stapel in dieser Reihenfolge abgearbeitet. Meine Vorgesetzten haben mich auch unterstützt, indem sie mich in dieser Zeit von allen anderen Aufgaben freigestellt haben. Sie sagen mir, dass ich sehr zuverlässig arbeite und betrauen mich deshalb manchmal auch mit sehr verantwortungsvollen Aufgaben. Das wiederum motiviert mich sehr.