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Experten-Interview: Wer bei Konflikten in der Ausbildung helfen kann

Probleme in der Ausbildung: Passende Ansprechpartner

Sylke Henseler, Berufsberaterin der Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven, erklärt, warum es in der Ausbildung zu Konflikten kommen kann. Sie zeigt auf, wer in solchen Situationen helfen kann.

Eine junge Dame im Gespräch mit einer Berufsberaterin.
Die Berufsberatung steht dir bei Fragen zum Thema Ausbildung zur Verfügung.
Besprechung in einer Kleingruppe.
Bei Problemen in der Ausbildung hilft es mit den Ansprechpartnern des Unternehmens zu sprechen.

planet-beruf.de: Was kann zu Konflikten in der Ausbildung führen?

Sylke Henseler: Es gibt unterschiedliche Ursachen: schlechte Noten in der Berufsschule, Konflikte mit den Vorgesetzten oder Kolleg*innen im Ausbildungsbetrieb, zum Beispiel wegen unterschiedlicher Auffassungen von Arbeitsabläufen. Auch gesundheitliche oder persönliche Probleme, falsche Vorstellungen vom Beruf sowie finanzielle Sorgen belasten das Ausbildungsverhältnis.

planet-beruf.de: Wie können Auszubildende solche Situationen lösen?

Sylke Henseler: Zuerst gilt es, die Ursache des Konflikts zu ermitteln. Mein Tipp: Das soziale Umfeld nutzen. Wichtig ist es, das Gespräch in dem Betrieb oder der Berufsschule zu suchen. Ansprechpartner bei größeren Unternehmen sind Ausbildungsleiter*innen, Personalrat, Betriebsrat oder die Jugendausbildungsvertretung (JAV). In der Berufsschule helfen Beratungslehrkräfte oder Schulsozialpädagoginnen/-pädagogen. Die Ausbildungsberatung der jeweiligen Kammern und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit beraten die Betroffenen individuell und weisen auf mögliche Angebote hin.

Porträtfoto der Interviewpartnerin.
Presse Bundesagentur für Arbeit
Sylke Henseler kennt die Schwierigkeiten in einer Ausbildung genau.

planet-beruf.de: Welche Unterstützungsangebote gibt es?

Sylke Henseler: Etwa die ausbildungsbegleitende Hilfen (abH). Dieser Nachhilfeunterricht unterstützt die Auszubildenden in Fächern wie Mathe, Englisch oder Ausbildungsinhalten. Bei der Assistierten Ausbildung (AsA) steht den Betroffenen ein/e Ausbildungsbegleiter*in zur Seite. Das Angebot enthält ebenfalls eine individuelle Nachhilfe. Manchmal bieten Arbeitgeber größerer Unternehmen den Betroffenen andere Ausbildungsrichtungen an.

planet-beruf.de: Was muss bei Ausbildungsabbruch beachtet werden?

Sylke Henseler: Befindet sich der/die Auszubildende in der Probezeit, kann der Ausbildungsvertrag jederzeit beendet werden. Nach der Probezeit gilt in der Regel eine Kündigungsfrist. Allerdings sollten die Betroffenen vor dem Abbruch einen Plan für den weiteren beruflichen Weg haben!

VerA – Unterstützung in der Ausbildung durch Mentoren

Probleme in der Berufsschule oder im Ausbildungsbetrieb? Das Mentorenprogramm VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) stellt betroffenen Auszubildenden eine/n Expertin/Experten des Senior-Experten-Service (SES) zur Seite. Die individuellen Ausbildungsbegleitungen dauern ein Jahr und können verlängert werden.

Stand: 19.08.2020