Logo der Bundesagentur für Arbeit

Bericht: So funktioniert die Teilzeitausbildung

Ausbildung in Teilzeit

Wenn dir die Zeit für eine Vollzeitausbildung fehlt, kannst du diese auch in Teilzeit absolvieren. Dabei erwirbst du nach dem erfolgreichen Ende einen vollwertigen Abschluss. Informiere dich hier zu Verkürzungsmöglichkeiten, Ausbildungsdauer und Vergütung.

Ein Ausbilder überprüft einen Auszubildenden beim Arbeiten.
In einer Teilzeitausbildung verbringst du weniger Stunden pro Woche in deinem Ausbildungsbetrieb.

Für wen sich die Teilzeitausbildung eignet

Ein lachendes Mädchen sitzt in einem Rollstuhl, während eine junge Frau neben ihr kniet und ein Vorderrad des Rollstuhls einstellt.
Eine Ausbildung in Teilzeit eignet sich unter anderem für Menschen mit Behinderungen.

Mitunter lässt es die persönliche Situation nicht zu, eine Berufsausbildung in Vollzeit zu absolvieren. Mit einer Berufsausbildung in Teilzeit kannst du trotzdem einen Berufsabschluss erwerben. Bei dieser Ausbildungsform, die jedem offen steht, verkürzt du deine tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb. Grundsätzlich kannst du alle dualen Ausbildungsberufe in Teilzeit absolvieren. Einzige Voraussetzung ist, dass dein Ausbildungsbetrieb zustimmt.

Folgende Gruppen profitieren vor allem von der Teilzeitausbildung:

  • Menschen mit Behinderungen
  • Personen mit Lernbeeinträchtigung
  • Geflüchtete
  • Menschen, die eigene Kinder betreuen
  • Menschen, die pflegebedürftige Angehörige versorgen (zum Beispiel Eltern)
  • Personen, die zusätzlich zur Ausbildung eine Nebentätigkeit ausüben

Info: Du kannst auch eine Teilzeitausbildung beantragen, wenn du eine Ausbildung unterbrochen hast und diese wieder aufnimmst.

Ausbildungsdauer und Vergütung

Zwei Frauen sitzen in einer Stuhlreihe und beobachten wie eine dritte Frau etwas an eine Tafel schreibt.
Die Zeit in der Berufsschule verringert sich nicht.

Das neue Berufsbildungsgesetz macht es möglich, die Ausbildung teilweise oder ganz mit verringerter Stundenzahl zu absolvieren. In Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb kannst du deine tägliche oder wöchentliche Ausbildungszeit um maximal 50 Prozent reduzieren. Die Dauer der Teilzeitberufsausbildung verlängert sich entsprechend, höchstens jedoch bis zum Eineinhalbfachen der Dauer, die in der Ausbildungsordnung für die betreffende Berufsausbildung in Vollzeit festgelegt ist. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei einer dreijährigen Ausbildung die Teilzeitvariante maximal 4,5 Jahre in Anspruch nehmen darf. Das Ausbildungsende verschiebt sich damit nach hinten, die Ausbildungsdauer bleibt aber grundsätzlich gleich.

Wie bei einer Vollzeitausbildung steht dir grundsätzlich auch die Möglichkeit offen, deine Ausbildung zu verkürzen. Auch das kannst du mit deinem Ausbildungsbetrieb besprechen.

Wichtig zu wissen: Die Berufsschule ist an eine im Ausbildungsvertrag vereinbarte Teilzeit nicht gebunden. Soll die Berufsschulzeit in das Modell mit einbezogen werden, muss das zwischen Betrieb, Auszubildenden und Berufsschule abgestimmt werden.

Wenn dein Ausbildungsbetrieb der Verkürzung zustimmt, wird eure Vereinbarung vertraglich festgehalten.

Der Ausbildungsbetrieb darf deine Ausbildungsvergütung kürzen, zum Beispiel anteilig und an die tatsächlich geleisteten Stunden anpassen. Du kannst aber auch eine ungekürzte Ausbildungsvergütung vereinbaren.

Schulische Ausbildungen in Teilzeit

Neben dualen Ausbildungen ist auch in manchen schulischen Ausbildungen Teilzeit möglich, wie beispielsweise in der Pflege. Dabei besuchst du zum Beispiel spezielle Klassen oder absolvierst die Praxis in Teilzeit und die Schule in Vollzeit.

Stand: 30.09.2020