Selbstständig mit Weiterbildung

Voller Durchblick als Augenoptikermeister/in

Augenoptikermeisterin Katharina Pech liebt es, in ihrem Beruf auf Kundenwünsche einzugehen. Lassen sich neue Gläser in eine hundert Jahre alte Brille einsetzen, die auf dem Dachboden gefunden wurde? Der Inhaberin der BRILLENkammer in Berlin gelingt das.

Der Optiker überprüft mithilfe einer Art Brille die Sehstärke seines Kunden.
Augenoptikermeister/innen beraten Kunden nicht nur bei der Auswahl der Sehhilfen, sondern überprüfen auch die Sehstärke.
Ein Potrait von Katharina.
Kirsten Breustedt
Augenoptikermeisterin aus Leidenschaft: Katharina Pech.

Für immer mehr Menschen ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. "Es passiert häufig, dass Kundinnen und Kunden mit Familienerbstücken oder auf dem Flohmarkt gekauften alten Brillen zu uns kommen und diese weiterverwenden wollen", erzählt Katharina Pech. "Aber das geht nur, wenn man sein Handwerk versteht. Es ist schon cool, wenn es funktioniert“, freut sie sich und betont: "Das kann man nicht online bestellen. Dazu braucht man ein Geschäft vor Ort.“

Als Meisterin selbstständig sein

In der BRILLENkammer hat Katharina Pech den Beruf Augenoptikerin gelernt. Nach Abschluss der Ausbildung fragte die damalige Besitzerin, ob Katharina den Betrieb fortführen wolle. "Für mich war schnell klar, dass ich das Optikgeschäft als Inhaberin übernehmen und mich selbstständig machen will. Dazu war der Meisterbrief notwendig. Außerdem gibt es Tätigkeiten, die man nur als Meister/in ausüben darf, z.B. Augen überprüfen oder Kontaktlinsen individuell anpassen. Diese Aufgaben wollte ich gerne übernehmen“, erzählt die Unternehmerin und begründet damit ihre Entscheidung für die Weiterbildung zur Augenoptikermeisterin.

Alles aus einer Hand anbieten

Katharina Pech fasziniert die Vielseitigkeit in ihrem Beruf. Sie schildert begeistert ihre täglichen Aufgaben: "Hinten in der Werkstatt schleifen wir Brillengläser ein und reparieren Brillen. Das ist der handwerkliche Teil. Vorne im Verkaufsraum beraten wir unsere Kundinnen und Kunden zu Brillen und Kontaktlinsen. Welche Brille steht jemandem? Wofür wird die Brille gebraucht - zum Lesen, zum Autofahren oder für die Computerarbeit? Die passende Lösung zu finden, auf die Kundin bzw. den Kunden einzugehen und gut zuzuhören, ist unser Ziel. Hier in meinem kleinen Geschäft können wir alles aus einer Hand anbieten. Daher ist für mich der Beruf so vielfältig wie kaum ein anderer.“

Eine Frau arbeitet mit einem feinen Bohrer.
Kirsten Breustedt
In der Werkstatt sind handwerkliches Geschick und eine gute AugeHand-Koordination gefordert.

Gut beraten und konzentriert arbeiten

Katharina Pech ist Augenoptikerin aus Leidenschaft. Sie möchte junge Menschen von ihrem Beruf überzeugen. Wer ist geeignet? "Man sollte einerseits kommunikativ und offen sein, freundlich mit der Kundin bzw. dem Kunden reden, ihre/seine Wünsche erfragen und verstehen. Andererseits braucht man innere Ruhe, um konzentriert an einem Stück in der Werkstatt zu arbeiten“, fasst sie die Voraussetzungen zusammen. "Will ich z.B. Gleitsichtbrillengläser in eine randlose Brillenfassung bringen, muss ich die Brillengläser auf Form schleifen, Löcher bohren, Schrauben setzen und sie kürzen. Das erfordert präzises Arbeiten und handwerkliches Geschick.“

Aufgaben teilen durch Netzwerken

In ihrem Beruf spielt Netzwerken eine große Rolle. Katharina Pech ist auf unterschiedlichen Wegen aktiv. "Ich tausche mich intensiv mit Fachleuten aus meiner Branche aus. Wir sprechen über neue Entwicklungen auf dem Brillenglas- und Kontaktlinsenmarkt oder unterhalten uns über Erfahrungen mit Herstellern“, erzählt sie. Darüber hinaus steht sie mit Frauen aus anderen Handwerksberufen wie Tischlerinnen oder Fliesenlegerinnen in Kontakt. Gemeinsam besprechen sie aktuelle Fragen, die alle Geschäftsinhaberinnen im Stadtviertel betreffen, z.B. wie sich die Mieten für Gewerbetreibende entwickeln. Auch gemeinsame Werbeaktionen organisieren die Geschäftsfrauen. Katharina Pech ist es wichtig, Aufgaben und Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und durch den Austausch für viele Themen einen offenen Blick zu haben.

Höher hinaus

Hast du eine Berufsausbildung abgeschlossen und (mehrjährige) Berufserfahrung, kannst du ohne Hochschulzugangsberechtigung studieren. Mit dem passenden Weiterbildungsabschluss wie Meister/in oder Techniker/in stehen dir viele Studiengänge offen. Nähere Infos findest du auf www.studieren-ohne-abitur.de.