Das Berufswahlmagazin 04/18

Schwerpunktthema "Berufe rund ums Bauen und Vermessen"

In der Ausgabe 04/2018 des Berufswahlmagazins dreht sich alles um das Thema Berufe in der Bau- und Vermessungsbranche. Die Jugendlichen erfahren, welche Zukunftsperspektiven ihnen eine Ausbildung in dieser Branche bietet. Sie lernen zum einen verschiedene Ausbildungsberufe sowie Weiterbildungsmöglichkeiten kennen. Zum anderen werden sie über die technischen Entwicklungen und Arbeitsbedingungen in der Arbeitswelt 4.0 und die beruflichen Vorteile informiert.

Fachkräfte bei der Arbeit auf einer Baustelle.
An der Umsetzung von Bauprojekten sind verschiedene Fachkräfte des Baugewerbes beteiligt, etwa Straßenbauer/innen und Rohrleitungsbauer/innen.

Aktuelle Situation

"Die Bauwirtschaft ist eine der Schlüsselindustrien für die Binnenwirtschaft und zugleich einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland und Europa". Diese Aussage belegen auch die aktuellen Ausbildungszahlen: 2017 ist die Zahl neuer Ausbildungsverträge im Berufsbereich Bau, Architektur, Vermessung und Gebäudewirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 4,8% gestiegen. Dies ist der höchste Anstieg im Vergleich zu anderen Berufsbereichen, der sich mit den aktuell steigenden Investitionen des Staates in Straßen, Brücken und öffentliche Gebäude begründen. Dadurch ist die Nachfrage nach Dienstleistungen im Baubereich entsprechend hoch. Ebenso wirken sich die niedrigen Bauzinsen für Privatpersonen positiv auf die Bautätigkeiten aus.

Eine Branche, viele Möglichkeiten

In Deutschland werden aktuell zahlreiche Bauprojekte, bspw. Häuser, Wohnungen, Straßen und Brücken, realisiert. Dementsprechend werden überall Arbeitskräfte gesucht und gebraucht, die anpacken können, etwa Hochbaufacharbeiter/innen, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in und Straßenbauer/innen oder Vermessungstechniker/innen. Aus diesem Grund stehen die Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz für diejenigen gut, die sich für eine Ausbildung in diesem Berufsfeld entscheiden.

Die Arbeit auf dem Bau ist mit diversen negativen Vorurteilen behaftet. Viele von ihnen lassen sich jedoch entkräften: U.a. hat die Technisierung in der Bauwirtschaft zu einer Reduzierung der körperlichen Belastung geführt, da modernste Technik mit ergonomischen Arbeitshilfen und komfortablen Werkzeugen viele der körperlich schweren Arbeiten übernimmt. Darüber hinaus sind Arbeiter/innen dank professioneller Ausstattung für schlechtes Wetter gerüstet und moderne Sicherheitsausrüstungen gewährleisten einen besseren Gefahrenschutz auf den Baustellen.

Die Aufträge in der Baubranche sind äußerst abwechslungsreich, was sich in der Zahl und Vielfalt der Ausbildungsberufe widerspiegelt. Neben klassischen Bauberufen wie Maurer/in, Zimmerer/in oder Straßenbauer/in gibt es auch relativ neue Berufe wie Baugeräteführer/in oder Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/in sowie seltene Berufe wie Brunnenbauer/in. Ebenso vielfältig sind auch die Karriereperspektiven nach der Ausbildung: bauspezifische Aufstiegsweiterbildungen zum/zur Vorarbeiter/in, Werkpolier/in und Polier/in, Weiterbildungen als Techniker/in, etwa im Bereich Bautechnik, oder die Prüfung als Meister/in sind möglich. Eine erfolgreich abgeschlossene Weiterbildung qualifiziert Techniker/innen und Meister/innen auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung für ein Studium. Gleiches gilt unter bestimmten Voraussetzungen auch für Fachkräfte mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung.

Ziele und Inhalte der Ausgabe 04/2018

Noch immer halten sich hartnäckig Vorurteile gegenüber der Baubranche, z.B. das der körperlich anstrengenden, aber wenig anspruchsvollen Tätigkeiten. Ziel der aktuellen Ausgabe des Berufswahlmagazins ist es unter anderem zu überprüfen, inwieweit diese Vorurteile der Realität entsprechen. Den Jugendlichen wird gezeigt, dass die Baubranche durch abwechslungsreiche Aufgaben, spannende Baustellen und verschiedene Ausbildungsberufe für die unterschiedlichsten Interessen etwas Passendes zu bieten hat: Ob draußen auf der Baustelle oder drinnen im Büro, alleine oder im Team - die Möglichkeiten sind vielfältig.

Weiterhin werden Leser/innen auf die Erfolg versprechenden Zukunftsaussichten in der Bauwirtschaft aufgrund steigender Auftragszahlen und zahlreicher Weiterbildungsmöglichkeiten aufmerksam gemacht. Die Schüler/innen werden sowohl über die Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten als auch über die jeweiligen Anforderungen informiert.

Beiträge zum Schwerpunktthema:

Folgende Beiträge zum Thema zeigen den Leserinnen und Lesern, welche Möglichkeiten die Berufe rund ums Bauen und Vermessen bieten:

  • In der Klassenaktion treten die Schülerinnen und Schüler in Gruppen im Turmbau gegeneinander an. Für den Turmbau werden den Gruppen verschiedene Materialien zur Verfügung gestellt. Die Gruppe, deren Turm zuerst die Höhe von 1 Meter erreicht und für 30 Sekunden ein bestimmtes Gewicht hält, gewinnt (S. 2).
  • Die Grafik rund um das Arbeiten auf dem Bau zeigt verschiedene Fachkräfte auf einer Baustelle, u.a. Maurer/innen und Dachdecker/innen, bei der Ausübung ihrer Tätigkeiten und erklärt diese kurz (S. 6 und 7).
  • Im Beitrag "Durchstarten in einem Bauberuf" werden Schülerinnen und Schülern die Vorteile aufzeigt, die ihnen Praktika bei der Berufswahl bieten. Auf diesem Weg können sie verschiedene Berufe, etwa im Bereich Bauen und Vermessen, kennenlernen. Darüber hinaus werden ihnen Tipps gegeben, wie sie sich einen Praktikumsplatz im Betrieb sichern können (S. 8).  
  • Im Praktikumstagebuch "Meine Zeit auf dem Bau" erzählt Clara von den Aufgaben, die sie während ihres Praktikums in einem Hoch- und Tiefbauunternehmen übernehmen durfte (S. 9).
  • Im Job inside Dachdecker/in berichtet Leon von seiner Ausbildung als Dachdecker. Er geht dabei darauf ein, warum er sich für diesen Beruf entschieden hat, welche Aufgaben in seinem Beruf zu erledigen und welche Stärken für die Tätigkeit wichtig sind. Den Infokästen sind Fakten zur Ausbildung und Informationen zum Einsatz moderner Technologien zu entnehmen (S. 10 und 11).
  • Jolene erzählt im Job inside, was sie zu ihrem Wechsel von der Ausbildung zur Friseurin zur Beton- und Stahlbetonbauerin veranlasst hat. Sie geht darauf ein, was sie an ihrer Arbeit reizt und auf welche Stärken es in ihrem Job ankommt. Zusätzlich zu einem Infokasten mit Fakten zur Ausbildung wird in einer Infografik der Ablauf der dreistufigen Weiterbildung vorgestellt (S. 14 und 15).
  • Im Interview zum Thema Bauen 4.0 spricht Susanne Müller vom Hauptverband der Deutschen Bauindustrie über die aktuellen Arbeitsbedingungen und die neuen technischen Entwicklungen auf dem Bau sowie die Anforderungen, die man als Auszubildende/r im Baugewerbe erfüllen sollte (S. 16).
  • Im Interview zum Thema "Das bringt eine Weiterbildung im Baugewerbe" berichtet  Straßenbauer Dennis von seiner Weiterbildung zum Straßenbauermeister. Er erklärt u.a., an welchen Projekten Straßenbauer/innen mitwirken und welche Veränderungen sich durch die Weiterbildung in seinem Arbeitsalltag ergeben (S. 17).
  • Franziska gibt im Job inside Einblicke in ihren Tagesablauf als Auszubildende zur Vermessungstechnikerin der Fachrichtung Vermessung. Dabei geht sie speziell auf die Messgeräte ein, mit denen sie arbeitet, und auf die große Rolle, die die Digitalisierung in diesem Beruf spielt. Dem Infokasten sind ergänzende Informationen zur Ausbildung als Vermessungstechniker/in zu entnehmen (S. 18 und 19).
  • Mithilfe des Arbeitsblatts "Bestens ausgerüstet" setzen sich die Schülerinnen und Schüler stärker mit den Tätigkeiten von verschiedenen Fachkräften auf der Baustelle und ihren typischen Werkzeugen auseinander (S. 20).
  • Der Steckbrief im Beitrag "Unbekannte Berufe entdecken" informiert über den Beruf Glaser/in der Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau. Es werden Tätigkeiten, Einsatzorte, schulische Zugangsvoraussetzungen und relevante persönliche Stärken vorgestellt (S. 21).
  • Im Quiz "Bereit für die Baustelle?" beantworten die Schülerinnen und Schüler Fragen zu Berufen im Bereich Hoch-, Tief- und Ausbau. Die Fragen der Printausgabe werden durch weitere Fragen auf dem Portal planet-beruf.de ergänzt (S. 22).

Star im Mittelpunkt: Damian Hardung

In diesem Berufswahlmagazin wird der Jungschauspieler Damian Hardung (geboren 1998 in Deutschland) vorgestellt. Im Alter von 14 Jahren erhielt er ein Stipendium für Hochbegabte an einer New Yorker Privatschule und machte 2016 sein Abitur am Humboldt-Gymnasium in Köln. Damian Hardung ist u.a. bekannt für die preisgekrönte Fernsehserie "Club der roten Bänder", in der er von 2015 bis 2017 den krebskranken Jonas verkörperte, sowie für den Kinofilm "Das schönste Mädchen der Welt", in dem er seit September 2018 in der Hauptrolle zu sehen ist. Im Interview erzählt er, dass er handwerklich nicht gerade geschickt ist, von wertvollen Erfahrungen, die er bei Praktika sammeln konnte, und von seinen derzeitigen Schauspielprojekten (S. 12 und 13).

Kernbotschaften

  • Vielfältige Aufgabenfelder und interessante Berufe
    Die Berufe in der Baubranche sind überaus vielfältig, sodass für unterschiedliche Interessen und Stärken (fast) immer der passende Beruf zu finden ist. Berufe auf dem Bau lassen sich nicht auf das Vorurteil eines "Knochenjobs" reduzieren. Nach der Ausbildung öffnen zudem Weiterbildungen (z.B. zum/zur Meister/in, Techniker/in) viele Wege für eine erfolgreiche Karriere.
  • Gute Ausbildungschancen
    Viele Betriebe im Baugewerbe suchen jährlich dringend neue Auszubildende, u.a. weil die Auftragslage gleichbleibend hoch ist und sich die Altersstruktur in der Bauwirtschaft nachteilig entwickelt. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz in diesem Bereich stehen entsprechend gut.
  • Sehr gute Zukunftsperspektiven
    Auch die Baubranche wird von der Digitalisierung erfasst. Die Baustelle 4.0 nimmt Form an und der Einsatz moderner Hilfsmittel wie Drohnen ist keine Seltenheit mehr. Das Baugewerbe - das zeigt der Digitalisierungsindex Mittelstand der deutschen Telekom - kommt auf dem Weg der digitalen Transformation voran. Der Fachkräftebedarf wird dennoch hoch bleiben. Die Auszubildenden haben die Chance, auch in diesem Berufsfeld am digitalen Puls der Zeit zu bleiben.

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Stand: 07.11.2018
Berufe Entdecker
BWT

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