Das Berufswahlmagazin 03/15

Schwerpunktthema "Für andere im Einsatz - soziale Berufe"

In der Ausgabe 03/15 des Berufswahlmagazins erfahren Jugendliche, welche Möglichkeiten es gibt, sich (beruflich) zu engagieren. Dabei lernen sie nicht nur verschiedene Berufe aus dem sozialen Bereich kennen, sondern auch unterschiedliche Freiwilligendienste.

Ein junger Erzieher spielt mit zwei Kindern.

Aktuelle Situation

Sie sind gefragt: Gut qualifizierte Fachkräfte in den Bereichen Pflege und Soziale Arbeit. Gründe hierfür sind unter anderem der demografische Wandel und der damit einhergehende wachsende Bedarf an sozialer Betreuung und Beratung älterer Menschen sowie die verstärkte Ganztagesbetreuung von Kindern und Jugendlichen.

So sind z.B. die Beschäftigtenzahlen in Kindertageseinrichtungen von 2006 bis 2014 um fast 172.000 gestiegen. Rund 527.000 Personen waren 2014 im Bereich der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern vor der Einschulung beschäftigt. Dazu beigetragen hat sicherlich auch der neu eingeführte Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren.

Um dem Fachkräftemangel vorzubeugen, haben die Länder die Ausbildungskapazitäten an Fach- und Hochschulen erhöht und verschiedene Initiativen zur Qualifizierung von Wieder- und Quereinsteigerinnen und -einsteigern gestartet.

Zahl der Pflegebedürftigen steigt und damit auch die Zukunftsaussichten für Pflegeberufe

Doch nicht nur im Bereich der Kinderbetreuung ist Fachpersonal vonnöten: Auch im Bereich der Pflege sind die Einrichtungen auf qualifizierte Beschäftigte angewiesen. Das belegen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamts Wiesbaden (Destatits). Laut diesen Untersuchungen waren im Dezember 2013 in Deutschland 2,63 Millionen Menschen im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) pflegebedürftig.

Im Vergleich mit Dezember 2011 ist die Zahl der Pflegebedürftigen - im Zuge der Alterung der Bevölkerung - um 5,0 % beziehungsweise 125.000 gestiegen. Bei der Zahl der Pflegebedürftigen, die durch ambulante Pflegedienste betreut wurden, ergab sich eine Zunahme um 6,9 % (+ 40.000). Die Anzahl der in Heimen vollstationär versorgten Pflegebedürftigen war um 2,9 % (+ 21.000) höher.  

Neben Berufen wie Altenpfleger/in oder Altenpflegehelfer/in haben auch andere Berufe, die in den vergangenen Jahren quantitativ besonders zugenommen haben, weiterhin gute Zukunftsaussichten. Denn Fachkräfte in Gesundheitsberufen leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsversorgung der Bevölkerung in Deutschland.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bietet eine Vielzahl von nicht akademischen Ausbildungsgängen Qualifizierungsoptionen für den Wachstumsmarkt Gesundheitswesen. Zu den dualen Gesundheitsberufen gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. Handwerksordnung (HwO) zählen u.a. Kaufmann/Kauffrau im Gesundheitswesen, Hörgeräteakustiker/in, Orthopädietechnik-Mechaniker/in, Orthopädieschuhmacher/in und Zahntechniker/in.  

Pflegeberufe von Frauen bevorzugt - Interesse der Männer steigt

Pflegeberufe werden für Schüler/innen attraktiver: Die Ausbildungszahlen in der Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. So befanden sich im Schuljahr 2013/2014 über 211.000 Schüler/innen in einer Ausbildung in Berufen des Gesundheitswesens (einschließlich Altenpflege). Dies entspricht einem Anstieg von +1,8 % gegenüber dem Vorjahr.   

Besonders im Bereich der Altenpflege-Ausbildung ist im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von +5,04 % zu verzeichnen. Zurückgeführt wird diese Steigerung laut Berufsbildungsbericht 2015 u.a. auf die Ende Dezember 2012 zwischen Bund, Ländern und Verbänden vereinbarte Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege. Auch die Schülerzahl in landesrechtlich geregelten Ausbildungen im Bereich Altenpflegehilfe, Krankenpflegehilfe bzw. Pflegeassistenz hat zugenommen. Besonders positiv ist das wachsende Interesse junger Männer an Ausbildungen im Gesundheitswesen; allerdings sind noch immer Frauen mit rund 78 % in der Überzahl.

Ziele und Inhalte der Ausgabe 03/2015

Soziale Berufe stehen in der aktuellen Ausgabe im Mittelpunkt. Verschiedene Ausbildungsberufe im sozialen Bereich werden vorgestellt und es wird aufgezeigt, welche Anforderungen dafür benötigt werden.

Beiträge zum Schwerpunktthema:
In diesem Magazin sind soziale Berufe der Schwerpunkt. Es werden einige Ausbildungsberufe vorgestellt und dabei erläutert, wie man sich sozial engagieren kann.

  • In dem Beitrag "Unterstützung im täglichen Leben leisten" werden einige Berufe aus dem sozialen Bereich vorgestellt, wie Erzieher/in, Haus- und Familienpfleger/in und Sozialversicherungsfachangestellte/r - Unfallversicherung, und die Tätigkeiten dabei beschrieben.
  • In "Es füllt mich aus, Menschen helfen zu können!" berichtet der angehende Altenpflegehelfer Johannes über seine schulische Ausbildung. Er beschreibt, welche Aufgaben er übernimmt und welche Stärken für seine Ausbildung notwendig sind.
  • Anna und Leon erzählen in "Auf Betriebserkundung im Krankenhaus" darüber, was sie im Krankenhaus alles sehen und erleben durften.
  • Mithilfe des Arbeitsblattes "Sozial ist stark" erarbeiten die Jugendlichen anhand der BERUFENET-Steckbriefe die Anforderungen für soziale Berufe.
  • Die angehende Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Jule geht in "Von Kindern bekommt man viel zurück" auf die Inhalte ihrer Ausbildung ein und berichtet über erforderliche Stärken.
  • Einen Überblick über eine Auswahl an Freiwilligendiensten im In- und Ausland gibt es im Beitrag "Und jetzt? Freiwillig engagieren!". Dazu berichtet Dawi über seine Erfahrungen als Freiwilliger in der Dominikanischen Republik.
  • Im Arbeitsblatt "Soziale Berufe und ihre Arbeitsorte" können die Jugendlichen in einem Lückentext verschiedene Arbeitsorte u.a. den Berufen aus dem Heft zuordnen.
  • Diana Hanke, Erzieherin in einer Kindertagesstätte, erklärt in "Wertvolle Arbeit leisten", warum dringend Fachkräfte im sozialen Bereich gesucht werden und wer ihrer Meinung nach für eine solche Ausbildung geeignet ist.
  • In "Ein Händchen für Menschen - und für Technik" erzählt Martin, der eine Ausbildung zum Orthopädietechnik-Mechaniker macht, warum er sich für diesen Beruf entschieden hat und welches seine Aufgaben sind.

Star im Mittelpunkt

Die Schauspielerin Jella Haase spricht u.a. über ihr soziales Engagement, ihren beruflichen Erfolg sowie über den zweiten Teil des Kinohits "Fack ju Göthe".

Kernbotschaften

  • Vielseitige Berufswelt

Die Auswahl an Berufen im sozialen Bereich ist vielfältig. Dadurch ist für fast jeden Jugendlichen, der sich für einen Beruf in dieser Branche interessiert, ein passender Ausbildungsberuf dabei.

  • Fachkräftemangel steht bevor

Die Menschen werden immer älter, wodurch zukünftig noch mehr Fachpersonal z.B. in der Altenpflege benötigt wird. Dies erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Jugendliche mit einer Ausbildung im sozialen Bereich.

  • Einstieg auch mit Hauptschulabschluss

Durch den bevorstehenden Fachkräftemangel haben auch Jugendliche mit Hauptschulabschluss bzw. mittlerem Bildungsabschluss gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz im sozialen Bereich.

  • Persönliche Stärken zählen

Bei Berufen im sozialen Bereich zählen vor allem persönliche Stärken wie Einfühlungsvermögen, Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein und die Arbeitsmotivation - nicht nur gute Schulnoten.

Arbeitsblatt: Berufswahlmagazin

Mit dem Arbeitsblatt erarbeiten sich Ihre Schüler/innen parallel zur Lektüre des Magazins wesentliche Inhalte eigenständig.

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Stand: 23.09.2015
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