Kooperation mit Unternehmen

Starten statt warten

Eine Kooperation mit Unternehmen im Rahmen des Berufsorientierungsunterrichts hilft Schülerinnen und Schülern bei dem Übergang von der Schule zur Berufswelt. Wie so eine Zusammenarbeit aussehen kann, erzählt Brigitte Krug-Oberlader, Lehrerin an der Eugen-Gaus-Realschule in Heidenheim.

Eine Dame im Blazer sitzt an einem Schreibtisch, in ihren Händen eine geöffnete Bewerbungsmappe. Sie hört einem Jugendlichen zu, der von der anderen Seite des Tisches her zu ihr spricht.
Vorstellungsgespräche innerhalb des Berufsplanspiels bereiten die Schüler/innen auf ihre eigene Bewerbungsphase vor.

planet-beruf.de: Sie beziehen Unternehmen aus der Region in den Berufsorientierungsunterricht ein. Wie sieht das aus?

Brigitte Krug-Oberlader: Wir führen jedes Jahr mit den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse ein Berufsplanspiel durch. Unter dem Motto "Starten statt Warten" beteiligen sich dabei ca. 15 Betriebe. Der Planspieltag findet im Ausbildungszentrum der Firma Voith AG statt, mit der wir eine enge Kooperation haben.

planet-beruf.de: Wie läuft dieses Berufsplanspiel ab?

Brigitte Krug-Oberlader: Im Vorfeld des Planspiels erstellt jede/r Schüler/in eine Bewerbungsmappe. Dabei formulieren sie ein Anschreiben für ihren Wunschberuf und suchen sich eine Firma aus, bei der sie gerne die Ausbildung machen würden. Die Bewerbungsmappen schicken wir anschließend an die Firmen, die sich beim Planspiel beteiligen. Die Personalverantwortlichen schauen sich die Bewerbungsunterlagen genau an und machen sich Notizen.

Am Planspieltag selbst können sich die Schüler/innen in einem Vorstellungsgespräch beweisen. Sie bereiten sich darauf wie auf ein "echtes" Vorstellungsgespräch vor und kommen z.B. auch in den entsprechenden Outfits. Nach den Gesprächen erhalten die Schüler/innen von den Firmenvertreterinnen und -vertretern ein Feedback, wie sie angekommen sind, ob sie mit den Schulnoten genommen werden würden und was sie vielleicht besser machen könnten.

Portrait von Brigitte Krug-Oberlader
Privat
Brigitte Krug-Oberlader, Lehrerin an der Eugen-Gaus-Realschule

planet-beruf.de: Welche Aktionen finden am Planspieltag mit den Firmen noch statt?

Brigitte Krug-Oberlader: Zwei bis drei Firmen bieten auch einen Assessment-Center-Test an. Hier fassen wir die Schüler/innen in Vierer-Gruppen zusammen. Hinterher bekommen sie eine Rückmeldung, ob sie in den Übungen z.B. zu dominant aufgetreten oder wie sie bei den Verantwortlichen angekommen sind. Für die Schüler/innen ist das Planspiel natürlich eine tolle Vorbereitung auf richtige Vorstellungsgespräche und Assessment-Center.

Außerdem zeigen die Firmen den Schülerinnen und Schülern, wie man eine Online-Bewerbung richtig erstellt. Am Ende des Tages können sie einen "Spiel-Ausbildungsvertrag" erhalten - natürlich nur, wenn sie im Bewerbungsgespräch mit ihrem Wissen und Auftreten überzeugt haben. Das ist für die Beteiligten eine große Motivation.

planet-beruf.de: Wie nehmen die Schülerinnen und Schüler das Berufsplanspiel an?

Brigitte Krug-Oberlader: Die Schüler/innen finden es toll und möchten unbedingt mitmachen. Auch die Eltern sind begeistert, weil ihre Kinder hier eine gute Vorbereitung auf die Bewerbungsphase bekommen. Die beteiligten Firmen geben uns ebenfalls die Rückmeldung, dass unsere Schulabgänger/innen sehr gut vorbereitet sind. Es ist inzwischen sogar so, dass immer mehr Firmen mit uns zusammenarbeiten möchten. Durch die Berufsplanspiele steigen auch die Chancen auf einen Ausbildungsplatz - die Schüler/innen wissen durch die Übung, wie sie sich bei Vorstellungsgesprächen besser verhalten können und die Firmen lernen potenzielle Auszubildende kennen.

Brücken bauen

Das bundesweite Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT baut Brücken zwischen Schule und der Wirtschaft. Dabei soll der Übergang von der Schule zur Arbeitswelt für Jugendliche verbessert und Partnerschaften zwischen Schulen und Betrieben geschaffen werden.

Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT

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Stand: 19.12.2012