Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT

Gemeinsam Brücken bauen

Im Dialog auf Augenhöhe arbeiten Lehrkräfte und Experten aus der Wirtschaft seit über 55 Jahren im bundesweiten Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT zusammen. Ihr gemeinsames Ziel: die Berufsbefähigung und -orientierung der Jugendlichen verbessern.

Zwei Männer bei der Arbeit in einem Betrieb.
Das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT baut Brücken zwischen Schule und der Wirtschaft.

planet-beruf.de sprach mit den Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Ernst Baumann, Vorsitzender für den Bereich Wirtschaft, und Ulrich Wiethaup, Vorsitzender für den Bereich Schule, über Ziele und Organisation des Netzwerks.

planet-beruf.de: Welche Ziele verfolgt SCHULEWIRTSCHAFT?

Herr Wiethaup: SCHULEWIRTSCHAFT gibt es seit 1953. Als branchen- und schulartübergreifendes Netzwerk baut es Brücken zwischen Schule und der Wirtschaft. Heute wie damals geht es um vier zentrale Punkte: 1. Vermittlung ökonomischer Kenntnisse und Zusammenhänge, 2. Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt, 3. Hilfe bei der Berufs- und Studienorientierung und 4. partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft durch den Dialog auf Augenhöhe.

Herr Baumann: All diese Punkte sind Beispiele dafür, wie intensiv das Netzwerk an den Themen Berufsbefähigung und -orientierung arbeitet. Das sind die Säulen, die wir nachhaltig verbessern wollen und mit denen wir durch unterschiedliche Aktivitäten immer mehr Jugendliche und mehr am Bildungsprozess Beteiligte erreichen.

Zahlen zu SCHULEWIRTSCHAFT

  • Das Netzwerk ist in allen Bundesländern aktiv.
  • Es wirkt als Multiplikator von Bundes- über Landesebene direkt bis an die Basis: 22.000 ehrenamtlich Aktive engagieren sich in Kooperation mit 8.000 Unternehmen in 450 regionalen Arbeitskreisen.
  • Bundesweit werden jährlich ca. 5.000 Veranstaltungen mit etwa 200.000 Teilnehmern durchgeführt.

planet-beruf.de: Wie ist das Netzwerk aufgebaut?

Herr Wiethaup: Wir sind in drei Ebenen organisiert: Es gibt in ganz Deutschland 450 regionale Arbeitskreise. In den Bundesländern wird die SCHULEWIRTSCHAFT-Arbeit koordiniert durch Landesarbeitsgemeinschaften (LAGs), Berlin und Brandenburg sind zusammengeschlossen. Die 15 Landesarbeitsgemeinschaften arbeiten in der Bundesarbeitsgemeinschaft (BUAG) zusammen. Alle haben Verantwortung in der bzw. für die Schule übernommen. Damit wir zukünftig noch mehr Wirkung erzielen, wollen wir mehr Partnerschaften eingehen, wie wir sie z.B. bereits mit der Bundesagentur für Arbeit pflegen.

Herr Baumann: Träger der BUAG sind zum einen das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, dort wird die Seite der Schule eingebracht. Zum anderen die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), die die Wirtschaft einbindet. Ich halte es für sehr wichtig, dass wir den Grundgedanken der Partnerschaft auf Augenhöhe auf allen Ebenen - auch auf Bundesebene - abbilden. Dies wird nicht zuletzt daran deutlich, dass Herr Wiethaup und ich uns den Vorsitz der Bundesarbeitsgemeinschaft teilen.

Porträt von Ernst Baumann.
Privat
Ernst Baumann, Vorsitzender für den Bereich Wirtschaft.

planet-beruf.de: Wie können sich Lehrkräfte bei SCHULEWIRTSCHAFT einbringen?

Herr Wiethaup: In den regionalen Arbeitskreisen arbeiten Lehrkräfte und Manager zusammen an Themen, die in der Region und für die Jugendlichen interessant sind. Die Landesarbeitsgemeinschaften sind häufig mit den Bildungswerken der Wirtschaft verbunden und bieten eine große Zahl von Fortbildungsveranstaltungen für Lehrkräfte an. Sie können sich auch mit ihren Schülerinnen und Schülern an Unternehmensplanspielen beteiligen oder Schülerfirmen initiieren.

planet-beruf.de: Welche konkreten Angebote gibt es von SCHULEWIRTSCHAFT für Schülerinnen und Schüler?

Herr Wiethaup: Bundesweit können die Jugendlichen an Unternehmensplanspielen wie beachmanager oder Wirtschaftswochen-AG (WIWAG) teilnehmen oder im Rahmen von "JUNIOR" oder "JUNIOR Kompakt" eine Schülerfirma gründen. In Azubi-Schüler-Seminaren finden sich Schüler mit Lehrlingen zusammen, um den Übergang in eine Ausbildung zu besprechen und Erfahrungen auszutauschen. Experten aus der Wirtschaft gehen in die Schulklassen, halten Vorträge oder führen Bewerbungstrainings durch. Nicht zu vergessen die Betriebserkundungen und Betriebspraktika, die ja inzwischen völlig selbstverständlich sind.

Herr Baumann: Diese Aktivitäten und Projekte bieten den Jugendlichen etwas, was die Schulen nicht bieten können: das Erleben dessen, was die Schülerinnen und Schüler später erwartet, was ihr Leben in Zukunft bestimmen wird. Das ist durch nichts zu ersetzen. Das ist die große Stärke der Arbeit unseres Netzwerks.

Porträt von Ulrich Wiethaup.
Privat
Ulrich Wiethaup, Vorsitzender für den Bereich Schule.

planet-beruf.de: "Ökonomische Bildung stärken - Schule und Wirtschaft in der Sozialen Marktwirtschaft" ist das Jahresthema 2009/2010 von SCHULEWIRTSCHAFT. Warum dieses Thema?

Herr Wiethaup: Ökonomische Bildung geht alle etwas an. Auch junge Leute müssen als künftige Arbeitnehmer, Steuerzahler oder Arbeitgeber von wirtschaftlichen Zusammenhängen etwas wissen und dürfen dabei nicht allein gelassen werden. Sie brauchen ökonomische Grundkenntnisse, um mündige Wirtschaftsbürger sein zu können. Es geht aber auch um ökonomische Bildung bei der Frage, wie viel gesellschaftliche Teilhabe kann ich haben?

Herr Baumann: Das eigene Leben in die Hand zu nehmen, das bedeutet das Verständnis von Ökonomie, ist eine conditio sine qua non. Es muss uns gelingen, "Ökonomische Bildung" in die Curricula aller Bundesländer hineinzubringen. Dazu ist der eine Schritt, Bewusstsein dafür zu schaffen. Ein weiterer Schritt ist, auch bei denen, die ausbilden und lehren, das Bewusstsein gezielt zu verankern.

planet-beruf.de: Wie wird "Ökonomische Bildung stärken" praktisch umgesetzt?

Herr Wiethaup: Wir bieten bundesweit zu unserem Jahresthema eine Fülle von Veranstaltungen an, beispielsweise Lehrerfortbildungen und Unternehmensplanspiele. Das Institut der deutschen Wirtschaft fertigt eine Studie an, in der das Bild der Wirtschaft in Schulbüchern analysiert wird.

planet-beruf.de: Vielen Dank für das Gespräch!

Seite bewerten

Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 1 Stimme(n). Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.
Stand: 10.02.2010
Berufe Entdecker
BWT

Mehr Infos

Praxistipps Kooperationen