Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft

Vernetzung von Theorie und Praxis

Was erwartet mich im Bewerbungsgespräch? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Durch Kooperationen zwischen Schule und Wirtschaft werden Jugendlichen diese Fragen beantwortet. Peter Fiebig, Konrektor der Realschule Mutlangen, berichtet über eine Kooperation.

Eine junge Frau hält ein Buch in der Hand.
Um die Jugendlichen an die Arbeitswelt heranzuführen, helfen nicht nur Bücher weiter.
Porträt von Herrn Fiebig
Privat
Herr Fiebig unterrichtet an der Realschule Mutlangen.

planet-beruf.de: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, mit einem Unternehmen zu kooperieren?

Peter Fiebig: Wir wollen die Schülerinnen und Schüler mit dem Arbeitsleben schon während der Schulzeit vertraut machen, sie so auf die "reale Welt" vorbereiten. Darum haben wir uns überlegt, in welchen Bereichen wir kooperieren könnten und mit wem. Vor Ort hat sich die AOK angeboten. Darum haben wir, schon lange bevor es diese Bildungspartnerschaften gab, uns mit der AOK zusammengetan und haben gemeinsam Ausbildungsmodule entwickelt, um die Jugendlichen auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Diese Kooperation läuft jetzt seit fast 20 Jahren.

planet-beruf.de: Wie kann eine Kooperation zwischen Schule und Unternehmen aussehen?

Peter Fiebig: Wir nutzen beispielsweise das Bewerbertraining der AOK. Mitarbeiter der AOK kommen zu uns und trainieren mit den Schülerinnen und Schülern das Bewerbungsverfahren, angefangen bei Einstellungstests über Bewerbungsgespräche bis hin zu den Assessment-Centern. Die Jugendlichen lernen dadurch, wie sie sich richtig bewerben, z.B. eine Bewerbungsmappe erstellen oder wie sie sich online bewerben können.

planet-beruf.de: Hat Ihre Schule noch Partnerschaften zu anderen Unternehmen?

Peter Fiebig: Wir haben zum Beispiel noch eine Bildungspartnerschaft mit einem Altenpflegeheim. Die Jugendlichen lernen nicht nur den Beruf Altenpfleger/in kennen, sondern können auch ihr soziales Engagement zeigen. Eine Bank unterstützt uns auch bei einer Schülerfirma, die wir gegründet haben, indem sie uns das nötige Know-how vermittelt, wie so eine Schülerfirma geführt wird. Wir werden demnächst auch eine Bildungspartnerschaft mit einer Einzelhandelskette eingehen, um vor Ort zu erkunden, wie so eine Firma funktioniert.

planet-beruf.de: Welche Ziele wollen Sie mit so einer Kooperation erreichen?

Peter Fiebig: Kurz zusammengefasst: Förderung der Ausbildungsfähigkeit und der Entscheidungsfähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler sowie eine enge Vernetzung von Theorie und Praxis. Wir müssen den Jungendlichen, wenn sie die Schule verlassen, so viel mitgeben, dass sie auf dem weiteren Lebensweg bestehen können. Durch diese Kooperationen bekommen wir Rückmeldung aus der Wirtschaft, inwieweit unsere Ausbildung den Anforderungen in einer sich rasant entwickelnden Welt genügt.

planet-beruf.de: Was ist wichtig für eine gute Zusammenarbeit mit einem Unternehmen?

Peter Fiebig: Es ist wichtig, diese Bildungspartnerschaften zu leben. Es muss eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sein. Hinter den Partnerschaften stehen Menschen, auf die ich mich verlassen kann. Vor allem muss es aber eine Win-win-Situation sein. Wir müssen ein gemeinsames Ziel verfolgen. Zum einen die Förderung unserer Schülerinnen und Schüler, zum anderen aber auch die Förderung des Unternehmens, denn die Betriebe können durch diese Kooperationen qualifizierten Nachwuchs generieren.

Joachim Antoni, Ausbildungsleiter der AOK - Die Gesundheitskasse Ostwürttemberg:

Porträt von Joachim Antoni
AOK - Die Gesundheitskasse Ostwürttemberg
Joachim Antoni ist Ausbildungsleiter bei der AOK.

Die AOK Ostwürttemberg kooperiert seit rund 20 Jahren mit Schulen. Wir bieten beispielsweise Bewerbertrainings an den Schulen und Praktika in unserem Unternehmen an. Durch die Praktika lernen die Jugendlichen frühzeitig unsere Ausbildungsberufe wie Sozialversicherungs-fachangestellte/r und Kaufmann/-frau im Dialogmarketing kennen und können sich ein Bild machen, ob die angebotenen Berufsbilder zu ihnen passen. Die Schülerinnen und Schüler können sich dadurch beruflich viel besser orientieren.

Durch die Schulkooperationen machen wir uns als potenzieller Arbeitgeber bekannt, denn wir brauchen und suchen gute und motivierte Schüler und Schülerinnen, die wir zu Fachkräften ausbilden und langfristig an uns binden.

Schüler, Schülerinnen und Schulen können sich gerne bei uns melden.