Multikulturelle Elternarbeit

Brücken in viele Richtungen bauen

Durch Offenheit und integrative Ideen kann sich das Verhältnis zu den Eltern Ihrer Schüler/innen mit Migrationshintergrund grundlegend verändern. planet-beruf.de macht Ihnen einige Vorschläge.

Ein türkischer Vater schaut sich mit seiner Tochter Stellenangbote in einer Zeitung durch.
Eltern können einen wichtigen Beitrag für den Schulerfolg ihres Kindes leisten, wenn sie in die Schulgemeinschaft mit einbezogen werden.

Zurückhaltung mit Offenheit begegnen

Der Kontakt zu und die Kommunikation mit Eltern von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund ist nicht immer einfach. Oft gibt es Hemmungen auf der Elternseite, z.B. weil sie sich in der deutschen Sprache noch nicht sicher fühlen oder in der hiesigen Kultur noch nicht heimisch. Die kulturellen Unterschiede können dann zu einer Wand werden, durch die kaum ein Durchkommen ist.

Als Lehrkraft sollten Sie deshalb den Eltern ausländischer Herkunft ganz besonders das Gefühl vermitteln, als voll akzeptierte und respektierte Partner und Mitglieder der Schulgemeinschaft willkommen zu sein. Wertschätzung beginnt durch die bewusste Auseinandersetzung mit den kulturellen Unterschieden, auch der Hinterfragung eigener Stereotypen, und dem Versuch, trotz dieser Unterschiede einen fruchtbaren Dialog zu führen.

Äußere Zeichen solch einer Dialogbereitschaft können im Schulhaus beispielsweise mehrsprachige Willkommensplakate sein, genauso wie Wand-Ausstellungen zu den Kulturen der verschiedenen Herkunftsländer - dann sehen ausländische Eltern schon ab dem ersten Besuch in der Schule, dass hier Vielfalt als Bereicherung begriffen wird.

Eltern mit Migrationshintergrund in das Schulgeschehen einbeziehen

Naheliegend für eine Annäherung ist zunächst der Einsatz bekannter Maßnahmen, etwa regelmäßige Gesprächsangebote, Elternabende oder Elterncafés. Darüber hinaus können Sie aber auch mit einer ganzen Reihe von "untypischen" Angeboten experimentieren, um das Verhältnis von Lehrkräften, Schülern und besonders Eltern zu beleben. Versuchen Sie, Eltern mit Migrationshintergrund gezielt in die schulorganisatorischen Bereiche einzubinden und machen Sie hierfür entsprechende Vorschläge.

Ein gemeinsamer Arbeitstag im Schulgarten oder die Ausgestaltung eines Schulfestes sind nur zwei von vielen Möglichkeiten, die dazu beitragen können, dass alle Eltern ein Vertrauensverhältnis zueinander aufbauen. Oder initiieren Sie kulinarische Wochen, an denen Nationalgerichte einer Kultur von den Experten aus dem Herkunftsland vorgestellt werden, wobei die Zubereitung der Mahlzeiten von allen Eltern und Kindern gemeinsam übernommen werden könnte.

Vorhandene Netzwerke nutzen, neue Vernetzungen anstoßen

Eine große Rolle zur Integration von Eltern mit Migrationshintergrund können auch lokale außerschulische Akteure spielen. Versuchen Sie daher, diese für Ihre Pläne zu gewinnen. Nehmen Sie Kontakt zu Migrantenselbstorganisationen, dem Jugendmigrationsdienst, Kulturvermittlern, Mediatoren, Stadtteilmüttern und Elternlotsen auf. Vernetzen Sie sich, denn mit den richtigen Partnern lassen sich viele Dinge verwirklichen!