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Zusammenarbeit Schule - Reha-Teams der Agenturen für Arbeit

Hand in Hand mit dem Reha-Team

Die Zusammenarbeit der (Förder-)Schulen mit der Reha-Beratung der Agenturen für Arbeit ist fest definiert. Wie diese in der Praxis umgesetzt wird, darüber sprach planet-beruf.de mit Konrad Krempasky, Leiter des Reha-Teams der Agentur für Arbeit Kassel.

Ein auf dem Boden aufgemaltes Symbol für einen Behindertenparkplatz.

planet-beruf.de: Wie arbeiten die Reha-Teams mit den Schulen und Lehrkräften im Bereich Berufsorientierung zusammen?

Herr Krempasky: Es gibt Vereinbarungen, die die Bundesagentur für Arbeit mit dem Hessischen Kultusministerium geschlossen hat. Da ist die Zusammenarbeit von Schule - speziell Förderschule - und Reha-Beratung fest definiert. Spätestens zu Beginn eines letzten Schuljahres werden mit den Schulen Termine für die Berufsorientierungsphasen vereinbart, dazu zählen eine Informationsveranstaltung in jeder 9. Klasse und zwei Unterrichtsstunden in Form von Elternabenden. In Konferenzen erläutern wir den Lehrern, dass wir außer der Orientierung auch die Beratung in der Klasse machen, in Gegenwart der Klassenlehrer, Betreuer und Eltern. Dieses Angebot gibt es nur im Reha-Bereich.

planet-beruf.de: Wie können die Lehrkräfte die Beratung konkret unterstützen?

Herr Krempasky: Wichtig ist, dass sie vor den Beratungsgesprächen immer die Beurteilungsbögen für jeden einzelnen Schüler ausfüllen. Das ist für das gemeinsame Gespräch mit den Schülern, den Eltern und den Lehrern eine große Hilfe. Dann kann der Berater sich auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich auf das Ziel Berufsausbildung oder -vorbereitung.

Porträt von Konrad Krempasky.
Privat
Konrad Krempasky, Leiter des Reha-Teams der Agentur für Arbeit Kassel.

planet-beruf.de: Wie unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Förderschulen und dem "Gemeinsamen Unterricht" an den allgemeinen bzw. Regelschulen?

Herr Krempasky: Jeder Reha-Berater betreut eine bestimmte Anzahl an Integrationsschülern, also Jugendliche mit Behinderungen, die den "Gemeinsamen Unterricht" an Integrationsschulen besuchen. Allerdings sind diese Haupt- und Realschulen oder Gesamtschulen im Zuständigkeitsbereich der Berufsberater aus dem Team U 25. Die zuständigen Lehrkräfte müssen uns dann von sich aus sagen, dass dort Jugendliche mit Behinderung im Rahmen der Integration unterrichtet werden.

planet-beruf.de: Welche Unterstützung gibt es bei der Vermittlung von Praktika?

Herr Krempasky: Um das Betriebspraktikum kümmert sich die Schule. Da sind wir außen vor. Bei einem Praktikum innerhalb eines Berufsbildungswerkes sind wir allerdings involviert. Zumal die Agentur für Arbeit dieses Praktikum, die so genannte "Arbeitserprobung", auch finanziert. Wichtig ist, und das sagen wir den Lehrern immer wieder, dass die Schüler im Rahmen ihres Praktikums einen realistischen Einblick in die Berufswelt bekommen, dass sie ihre Stärken und Interessen einbringen können, aber auch die entsprechenden Voraussetzungen mitbringen müssen.

BvB

Bei einer Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) sollen Jugendliche vorrangig auf die Eingliederung in Ausbildung vorbereitet werden. Im Regelfall dauert die Teilnahme an einer BvB bis zu 10 Monate.

planet-beruf.de: Und wie sieht es mit der Vermittlung in Ausbildungsstellen aus?

Herr Krempasky: In der Regel geht keiner aus der 9. Klasse Förderschule in eine Berufsausbildung. Die meisten Förderschüler in Hessen gehen nach der 9. Klasse in ein 10. Schulbesuchsjahr in die beruflichen Schulen oder machen eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB).

Erst danach steigen wir mit der Vermittlung ein. Dann muss der Reha-Berater prüfen, ob der Jugendliche eine Ausbildung auf dem normalen Ausbildungsmarkt schaffen kann oder ob eher eine Ausbildung in reha-spezifischer Form in Frage kommt, z.B. in einem Berufsbildungswerk.

planet-beruf.de: Kann bzw. sollte die Lehrkraft an den Teamberatungen mit den Fachdiensten, z.B. mit dem Berufspsychologischen Service, teilnehmen?

Herr Krempasky: Die Lehrkräfte nehmen an dem ersten Gespräch teil. Wenn in diesem Gespräch der Berater gemeinsam mit den Eltern oder dem Schüler zu dem Ergebnis kommt, es sollte ein Fachdienst eingeschaltet werden, bei den Lernhilfeschülern ist das zum Großteil der Psychologische Dienst, ist in der Regel keine Lehrkraft beim Test dabei. Sehr häufig nimmt ein Elternteil an der Ergebnisbesprechung beim Berufspsychologischen Service teil. Die Interpretation des Testergebnisses bespricht wiederum der Berater mit dem Schüler oder Elternteil. Das ist dann von Schule zu Schule unterschiedlich, einige Lehrer nehmen an der Ergebnisbesprechung teil, andere nicht.

planet-beruf.de: Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit zwischen den Schulen und den Reha-Teams?

Herr Krempasky: Ich kann ja nur für den Bereich Kassel sprechen - aber hier ist die Zusammenarbeit mit den Schulen, Förderschulen und den entsprechenden Lehrkräften sehr gut. Die Lehrkräfte sind unheimlich engagiert.

Stand: 24.03.2014