Bericht: Bewerbung in Zeiten von Corona

Bewerbung & Corona - Das hat sich geändert

Trotz Kurzarbeit und der angespannten Lage in vielen Branchen: Es gibt offene Stellen und Unternehmen suchen nach wie vor geeignete Auszubildende. Hier lesen Sie, was Ihre Schüler*innen über das Bewerben in Zeiten von Corona wissen sollten.

Finger einer Hand auf dem Touchscreen
Die digitale Bewerbung ist zwar kein neues Konzept, sie gewinnt jedoch durch die Corona-Krise immer mehr an Bedeutung.

Azubi-Recruiting in Corona-Zeiten

Personalverantwortliche stehen in Corona-Zeiten vor großen Herausforderungen, wollen sie geeignete Auszubildende für das kommende Ausbildungsjahr finden. Die bekannten Kanäle funktionieren nicht: Ausbildungsmessen - abgesagt; Praktikantinnen und Praktikanten - bleiben zu Hause; persönliche Bewerbungsgespräche - nicht möglich; Recruitingtage im Unternehmen oder in Schulen - finden nicht statt.

Viele Unternehmen steigen in dieser Situation auf das Online-Azubi-Recruiting um: Sie veranstalten entweder einen eigenen digitalen Tag der offenen Tür oder sie stellen sich mit einem individuellen Messestand auf einer virtuellen Karrieremesse vor. Hier präsentieren sie ihre Berufsbilder, bieten ggf. Live-Chats oder Video-Calls mit ihren Auszubildenden bzw. Ausbilderinnen und Ausbildern an, nennen ihre freien Ausbildungsstellen und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme.

Bundesweite Aktionstage wie der Girls' Day und der Boys' Day, die am 22. April 2021 stattfinden werden, bieten ebenfalls digitale Veranstaltungen an. Die Berufsorientierungstage finden also auf jeden Fall statt. Ein weiterer Vorteil der digitalen Variante: Die Schüler*innen können so auch Unternehmen kennenlernen, die weit weg von ihnen liegen.

Systemrelevante Branchen sind im Vorteil

Wie viele Auszubildende gesucht werden, hängt im Moment stark von der Branche ab. Wenn sich Jugendliche auf eine Ausbildung im Gesundheitswesen, im Einzelhandel, im sozialen Bereich oder in der IT bewerben, haben sie aktuell bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz als zum Beispiel im Tourismus oder im Hotel- und Gastronomiebereich.

Veränderter Bewerbungsprozess

Bewerbungsmappe und ein Stift
Immer mehr Unternehmen ziehen elektronische Bewerbungsunterlagen der klassischen Bewerbungsmappe vor.

Ausbildungsbetriebe müssen sich beim Bewerbungsprozess neu strukturieren und umstellen. Da läuft nicht alles glatt. Zum Beispiel halten in der Corona-Krise nicht alle Ausbildungsbetriebe ihre Internetseiten immer aktuell. Es lohnt sich also, vor der Bewerbung im Unternehmen anzurufen und zu fragen, ob für das kommende Ausbildungsjahr Stellen angeboten werden. Bei dieser Gelegenheit können die Schüler*innen auch gleich nach dem/der passenden Ansprechpartner*in für das Anschreiben fragen.

Weisen Sie Ihre Schüler*innen darauf hin, dass derzeit eine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen einige Zeit in Anspruch nehmen kann, zum Beispiel weil Mitarbeiter*innen in der Personalabteilung in Kurzarbeit sind. Scheint keine Rückmeldung vom Unternehmen zu kommen, sollten die Jugendlichen aktiv zum Hörer greifen oder eine E-Mail an den potenziellen Arbeitgeber schreiben.

Bewerbungsgespräch per Video

Junge Frau mit Headset
Ein gut funktionierendes Headset ist ein Muss für das Online-Bewerbungsgespräch.

Aktuell findet nicht nur die Ausbildungsplatzsuche, sondern auch die Vorstellung beim Unternehmen digital statt. Seit dem ersten Lockdown wurde das Vorstellungsgespräch per Video-Call über Videokonferenz-Tools Standard. Wenn die Schüler*innen im Anschreiben von sich aus die Möglichkeit eines digitalen Vorstellungsgesprächs mit anbieten, liegen sie damit voll im Trend. Sie könnten beispielsweise neben ihrer Telefonnummer und E-Mail-Adresse auch ihre Skype-Anmeldedaten im Lebenslauf anführen. Damit erleichtern sie den Personalverantwortlichen die Kontaktaufnahme im ersten Schritt.

Für ein Bewerbungsgespräch über Video benötigen die Jugendlichen eine Kamera, ein Mikrofon und ein Videokonferenztool. Für den Fall, dass technische Komplikationen auftreten, sollten sie auch ihre telefonische Erreichbarkeit sicherstellen.

Außerdem sollten sie auf die richtige Umgebung bei einem Videogespräch achten: ein möglichst heller Raum, Licht von vorne und ein neutraler, freundlicher Hintergrund. Auch eine lockere Körperhaltung und angemessene Kleidung sind wichtig und die Jugendlichen sollten beim Sprechen in die Kamera blicken.

Was sich nicht geändert hat, ist die richtige Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch. Die Jugendlichen sollten

  • die Stellenausschreibung studiert und zum Unternehmen recherchiert haben
  • sich Fragen, zum Beispiel zum Arbeitsumfeld, überlegt haben
  • Antworten auf Standardfragen im Vorstellungsgespräch parat haben
  • wichtige Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse etc.) griffbereit haben.