Bericht: Die Ausbildungssituation aus Sicht der Unternehmen

Besetzung von Ausbildungsplätzen bleibt schwierig

Über 12.000 Unternehmen aus 12 verschiedenen Wirtschaftszweigen beteiligten sich 2019 an der Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). planet-beruf.de stellt Ihnen die wichtigsten Ergebnisse der Online-Umfrage vor.

Junge Frau am Telefon
Soft Skills wie selbständigem Handeln, strukturiertem Arbeiten und Verantwortungsbewusstsein messen die Betriebe und Unternehmen immer mehr Bedeutung zu.

Befragt wurden die Unternehmen unter anderem zur Ausbildungssituation, zu den zukünftig geforderten Kompetenzen der Auszubildenden und deren Ausbildungseignung.

Fakten zur Ausbildungssituation

32 Prozent aller offenen Ausbildungsstellen blieben 2018 unbesetzt. Das entspricht in etwa jedem dritten Betrieb. 2017 belief sich diese Zahl noch auf 34 Prozent. Das bedeutet: Auch wenn es den befragten Unternehmen nach wie vor nicht leichtfällt, alle Ausbildungsplätze zu besetzen, so konnten sie nahezu in allen Regionen Deutschlands im vergangenen Jahr insgesamt mehr Ausbildungsverträge schließen. Der  Abwärtstrend bei den Ausbildungsverträgen wurde also vorerst gestoppt.

Insbesondere die Bauindustrie trägt 2018 zu einer wesentlichen Verbesserung der Zahlen bei. Hier ist ein Plus von rund fünf Prozent an Ausbildungsverträgen zu verzeichnen. Neben der Integration von Geflüchteten haben sicherlich auch der anhaltende Bauboom sowie eine breit angelegte Werbung um Nachwuchskräfte zu diesem beträchtlichen Erfolg beigetragen.

In vielen anderen Branchen hat sich die Situation stabilisiert. Neben dem Baugewerbe konnte auch der Bereich Gesundheit/Pflege seine Ausbildungsplätze besser besetzen. Im Gegensatz zu 2017, wo 26 Prozent der Betriebe nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten, waren es 2018 nur noch 21 Prozent. Verantwortlich hierfür: groß angelegte Informationskampagnen von Politik und Betrieben, die nun Wirkung zeigen.

Was Betriebe von ihren Auszubildenden erwarten

Junger Mann steht in einer Autowerkstatt am Prüfstand.
IT-Kenntnisse entwickeln sich in vielen Berufen zu Schlüsselkompetenzen.

Aus Sicht der Betriebe sind die Sozialkompetenzen bzw. die Persönlichkeit eines Jugendlichen entscheidende Einstellungskriterien. Fachlich Versäumtes kann durch Nachhilfe ausgeglichen werden. Interesse am Beruf oder Sozialkompetenzen, die für ein gemeinsames Arbeiten dringend gebraucht werden, sind hingegen schwerer oder gar nicht zu ersetzen.

Es ist daher erfreulich, dass 2018 mehr Unternehmen Verbesserungen bei den Sozialkompetenzen ihrer Azubis feststellen. Insbesondere bei Interesse am Beruf und Belastbarkeit sind Verbesserungen erkennbar. Das größte Manko aus Sicht der Betriebe: die fehlende Leistungsbereitschaft vieler Jugendlicher bzw. die Feststellung, dass zu viele Jugendliche immer weniger Motivation (63 Prozent) wie Eigenantrieb und Einsatzbereitschaft mitbringen.

Für die Mehrheit der befragten Betriebe sind IT-Kenntnisse der Jugendlichen in Zukunft ein wichtiges Einstellungsstellungskriterium. Jedes zweite Unternehmen wünscht sich von seinen zukünftigen Azubis selbständiges Handeln, strukturiertes Arbeiten und Verantwortungsbewusstsein. Deshalb fördert bereits mehr als jeder zweite Betrieb interdisziplinäres Arbeiten, zum Beispiel durch Azubi-Projekte, Zusatzqualifikationen oder Seminare. Insbesondere die Teamfähigkeit ihrer Azubis bewerten die Betriebe bereits heute schon als sehr gut.

Ausbildungsberufe machen fit für digitale Arbeitswelt

Junger Mann sitzt mit Tablet am Mikroskop.
Eine gute Nachricht: Die duale Berufsausbildung hält dem digitalen Wandel Stand.

Der Großteil der Betriebe bestätigt, dass die vorhandenen Ausbildungsberufe die Anforderungen des digitalen Wandels erfüllen. Nur zwei Prozent der befragten Unternehmen sehen eine inhaltliche Überarbeitung bestimmter Ausbildungsberufe als notwendig an, unter anderem in den Berufen des Gastgewerbes sowie bei Bankkaufleuten. Hierzu laufen gerade Neuordnungsverfahren.
Die aktuellen Berufe, so das Ergebnis der Umfrage, sind grundsätzlich technikoffen und können auf den betrieblichen Bedarf hin ausgebildet werden. Damit ist eine duale Ausbildung eine sehr gute Grundlage für den Einstieg in die moderne Arbeitswelt.

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Stand: 18.03.2020