Bericht: Beamtenausbildungen im Überblick

Unterwegs im Auftrag des Staates

Als Beamtin oder Beamter im öffentlichen Dienst hat Ihr Kind viele Vorteile. Neben beruflicher und finanzieller Sicherheit bieten Ämter auch sinnstiftende Aufgaben. Denn sie tragen zum Allgemeinwohl bei.

Ein Mann sitzt am Computer und telefoniert.
Beamtinnen und Beamte arbeiten zum Teil im verwaltenden Bereich.
Ein Zollbeamter durchsucht einen Koffer.
Vielleicht interessiert sich Ihr Kind für eine Laufbahn beim Zoll.

Beamtinnen und Beamte stellen sicher, dass Bürgerinnen und Bürger gut versorgt sind - sei es durch Tätigkeiten in der Sozialverwaltung, in der Justiz oder bei der Polizei. Berufe im Dienste der Allgemeinheit werden immer benötigt. Der Nachwuchsbedarf wächst sogar, da etwa ein Drittel der aktuellen Beamtinnen und Beamten in den nächsten zehn Jahren pensioniert wird.

Fürsorge- und Treuepflicht

Beamtinnen und Beamte haben eine besondere Treuepflicht gegenüber dem Staat und dürfen daher zum Beispiel nicht streiken. Im Gegenzug gibt der Staat eine lebenslange Beschäftigungs- und Versorgungszusage, das heißt, Beamtinnen und Beamten wird nur im Ausnahmefall gekündigt, sie erhalten eine gute Besoldung (also Vergütung) und im Ruhestand Pension. Für Angestellte, die auch im öffentlichen Dienst arbeiten, gelten diese Regelungen nicht. Arbeitgeber für Beamtinnen und Beamte ist der sogenannte Dienstherr. Das können der Bund, ein Bundesland oder eine Gemeinde sein.

Vorbereitungsdienst und Laufbahn

Die Ausbildung zur Beamtin/zum Beamten nennt sich "Vorbereitungsdienst" und dauert meist zwischen ein und drei Jahren. Auszubildende, sogenannte Beamtenanwärter/innen, durchlaufen dabei theoretische und praktische Ausbildungsphasen und schließen den Vorbereitungsdienst mit der Laufbahnprüfung ab.
Beamtinnen und Beamte arbeiten in verschiedenen Laufbahngruppen, die gleichwertige Vor- und Ausbildungen voraussetzen, zum Beispiel im mittleren oder gehobenen Dienst. Eine "Laufbahn" dagegen umfasst Ämter derselben Fachrichtung, z.B. Steuerverwaltung. Die Bezeichnungen für Laufbahngruppen und Laufbahnen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Ein Feuerwehrhelm
Beamter/Beamtin im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst ist für viele der Wunschberuf aus Kindertagen.

Voraussetzungen

Wer sich für eine Beamtenausbildung bewirbt, sollte körperlich und geistig gesund sein. Außerdem müssen die Bewerberinnen und Bewerber die freiheitlich-demokratische Grundordnung vertreten. Zudem sollten sie aus einem EU-Mitgliedsland stammen. Für bestimmte Laufbahnen wird die deutsche Staatsbürgerschaft vorausgesetzt.

Für eine Ausbildung im mittleren Dienst wird ein mittlerer Bildungsabschluss verlangt, für den gehobenen Dienst benötigt man die (Fach-)Hochschulreife und für den höheren Dienst ein abgeschlossenes Studium. Beamtinnen und Beamte können in eine höhere Laufbahngruppe aufsteigen. Je nach Laufbahn sind dafür Berufserfahrung, eine Weiterqualifizierung oder eine spezifische Prüfung erforderlich.

Für eine Ausbildung im technischen Dienst, z.B. als Beamtin/Beamter im mittleren feuerwehrtechnischen Dienst, benötigt Ihr Kind oft bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung. In nicht-technischen Laufbahnen kann es direkt nach der Schule mit dem Vorbereitungsdienst beginnen.

Vielseitige Arbeitsbereiche

Beamtinnen und Beamte im mittleren Dienst der Allgemeinen (Inneren) Verwaltung nehmen z.B. Anträge für Bundes-, Landes- oder Kommunalbehörden entgegen und bearbeiten diese. Beamtinnen und Beamte im mittleren Dienst der Sozialverwaltung sowie der Steuerverwaltung übernehmen die Sachbearbeitung für ihren jeweiligen Schwerpunkt.

Interessiert sich Ihr Kind für internationale Politik, kann es als Beamtin/Beamter im mittleren Auswärtigen Dienst u.a. die Aktenverwaltung, Buchführung sowie organisatorische Aufgaben im Auswärtigen Amt in Deutschland und in Auslandsvertretungen in anderen Ländern übernehmen. Beamtinnen und Beamte im mittleren Dienst beim Bundesnachrichtendienst gewinnen Informationen über die politischen Entwicklungen in anderen Staaten und prüfen ihre Relevanz für die Innen- und Außenpolitik Deutschlands.

Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte im mittleren Dienst verfolgen Ordnungswidrigkeiten und leisten Hilfe in Notsituationen. Sie nehmen Anzeigen entgegen, befragen Zeugen oder nehmen Verdächtige fest. Beamtinnen und Beamte im mittleren Justizvollzugsdienst betreuen Häftlinge und übernehmen die Sachbearbeitung in Gefängnissen.

Früh bewerben

Bewerberinnen und Bewerber müssen eine schriftliche Bewerbung einschicken. Darauf folgen Auswahltests und ein Vorstellungsgespräch. Der Bewerbungsprozess dauert einige Zeit. Interessiert sich Ihr Kind für eine Beamtenausbildung, sollte es sich bereits ein bis eineinhalb Jahre vor dem gewünschten Ausbildungsbeginn bei der jeweiligen Behörde bewerben.

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Stand: 13.05.2020
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