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Bericht: Ausbildungsabbruch verhindern

Probleme in der Ausbildung lösen

Während einer Ausbildung kann es zu Problemen kommen. Gründe können schlechte Noten in der Berufsschule oder Konflikte im Betrieb sein. Mit etwas Unterstützung kann Ihr Kind die Ausbildung trotzdem erfolgreich beenden. Welche Möglichkeiten es gibt, erfahren Sie hier.

Zwei Leute besprechen sich
Es ist wichtig, über Probleme in der Ausbildung zu sprechen.

Als Elternteil sind Sie ein wichtiger Ansprechpartner für Ihr Kind. Bitten Sie es, Ihnen seine Situation zu schildern. Hören Sie aufmerksam zu. Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Sohn bzw. Ihrer Tochter heraus, wo das Problem liegt und überlegen Sie zusammen Lösungen. Fragen Sie nach seinen/ihren Ideen und Bedürfnissen.

Wenn die Situation schwieriger ist, können Sie Ihrem Kind helfen, sich Hilfe von außen zu holen.

Wer hilft weiter?

In der Berufsschule können die jeweiligen Lehr- und Beratungslehrkräfte oder Schulsozialpädagogen/-pädagoginnen Ihren Sohn oder Ihre Tochter und Sie beraten.

Im Betrieb können Gespräche zwischen Auszubildendem und dem Ausbilder/der Ausbilderin oder auch mit der JAV, der Jugend- und Auszubildendenvertretung, Klärung verschaffen.

Bei der für die Ausbildung zuständigen Stelle - z.B. Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer - gibt es Ausbildungsberater/innen, die Ansprechpartner/innen für Auszubildende und deren Eltern sind.

Auch die Berufsberatung der zuständigen Agentur für Arbeit kann Ihnen bei Problemen während der Ausbildung weiterhelfen.

Begleitung in der Ausbildung

Ein Jugendlicher telefoniert
Ihr Kind hat viele Ansprechpartner zur Auswahl.

Mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) kann Ihr Kind zum Beispiel mindestens drei Stunden pro Woche Nachhilfe, Unterstützung bei Prüfungsvorbereitungen oder Deutschunterricht erhalten. Ihr Kind kann mit erfahrenen Ansprechpartnern sprechen.

Bei einer Assistierten Ausbildung (AsA) steht den Auszubildenden ein/e persönliche/r Ausbildungsbegleiter/in als Ansprechpartner/in zur Seite, der/die Ihr Kind regelmäßig begleitet. Es erhält außerdem individuell angepasste Nachhilfe, bei der Lernstoff vertieft und für Prüfungen geübt wird.

VerA (Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen) ist ein Mentorenprogramm mit Tandem-Modell. Auszubildende erhalten individuelle Förderung durch eine Expertin oder einen Experten des Senior-Experten-Service (SES), zum Beispiel bei Problemen in der Berufsschule und im Ausbildungsbetrieb, aber auch bei privaten Sorgen. Die Ausbildungsbegleitungen dauern ein Jahr, können aber bei Bedarf verlängert werden.

Wo kann mein Kind Hilfe beantragen?

Ein Mädchen zeigt einer Frau etwas in einem Buch
Persönliche Beratung kann hilfreich sein.

Die Angebote ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) und Assistierte Ausbildung (AsA) sind kostenlos und können bei der Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Das Mentorenprogramm VerA ist ebenfalls kostenfrei. Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Berufsberatung Ihrer Agentur für Arbeit vor Ort.

Teilzeitausbildung

In der Teilzeitausbildung wird die Ausbildungszeit auf 20 bis 30 Wochenstunden verkürzt, einschließlich des Berufsschulunterrichtes. Dadurch kann in manchen Ausbildungen die Ausbildungszeit um ein Jahr verlängert werden. So können Jugendliche mit Kind oder pflegerischen Verpflichtungen ihre Arbeitszeit  flexibel an ihre zusätzlichen Pflichten anpassen. Jugendliche mit Behinderungen können diese Möglichkeit ebenfalls nutzen. Auch bei einer Wiederaufnahme einer Ausbildung kann die Teilzeitausbildung beantragt werden. Das Angebot unterstützt junge Menschen darin, einen Ausbildungsabschluss und damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erreichen.

Stand: 08.07.2020