Job inside: Altenpflegehelfer

Du bekommst viel Dankbarkeit zurück

Ursprünglich wollte El-Manuel Koch werden. Jetzt macht er eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer. Er findet, der Wechsel hat sich gelohnt. Anderen Menschen zu helfen, ist für ihn eine Aufgabe, bei der er sich wohlfühlt.

Eine Altenpflegehelfer hilft einem alten Mann beim Anziehen der Schuhe.
Ein Altenpflegehelfer benötigt viel Einfühlungsvermögen.

planet-beruf.de: Wie bist du auf deine Ausbildung gekommen?

El-Manuel: Nach meinem Hauptschulabschluss habe ich zunächst eine Ausbildung zum Koch angefangen. Als klar war, dass das nicht das Richtige für mich ist, habe ich mir überlegt, etwas im sozialen Bereich zu machen. Ich bin selbst in einem Heim aufgewachsen und wollte gerne etwas zurückgeben. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in einer Einrichtung für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung habe ich mich entschieden, in diesem Bereich weiterzumachen. Seit September 2016 mache ich jetzt eine Ausbildung zum Pflegefachhelfer (Altenpflege) an der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe Nürnberg.

planet-beruf.de: Wie ist deine Ausbildung aufgebaut?

El-Manuel: Die Schul- und Praktikumswochen wechseln sich nach einem festen Zeitplan ab. Eine Woche lerne ich in der Berufsschule Fächer wie Berufskunde oder Grundlagen der Pflege. Dann arbeite ich eine Woche in einem Altenwohnheim.

planet-beruf.de: Was sind dort deine Aufgaben?

El-Manuel: Wenn ich Frühschicht habe, gehe ich morgens von Zimmer zu Zimmer und wecke die Bewohner und Bewohnerinnen auf. Ich helfe ihnen beim Waschen und Anziehen und richte für diejenigen, die im Zimmer frühstücken, alles Nötige her. Manche von ihnen können nicht mehr alleine essen. Dann helfe ich ihnen dabei, indem ich z.B. das Brot klein schneide. Die älteren Menschen, die noch gehen können, begleite ich zum Frühstück in den Speisesaal. Während des Tages unterstütze und betreue ich die Bewohner und Bewohnerinnen bei ihren alltäglichen Verrichtungen, beispielsweise beim Gang auf die Toilette. Auch die Ausgabe des Mittagessens gehört zu meinen Aufgaben. Am Ende meiner Schicht dokumentiere ich, was ich den Tag über getan habe und halte meine Beobachtungen zum Allgemeinzustand der Bewohnerinnen und Bewohner fest. Ich schreibe z.B. auf, ob es den Einzelnen gut geht und was sie gegessen haben.

Interviewpartner El-Manuel
Privat
El-Manuel hat seine Ausbildung zum Koch gegen einen sozialen Beruf eingetauscht.

planet-beruf.de: Welche Stärken sollte man für deinen Beruf mitbringen?

El-Manuel: Ich finde Geduld und Einfühlungsvermögen sehr wichtig. Außerdem sollte man eine freundliche Art haben und Verständnis für die älteren Menschen aufbringen. Die Arbeit ist aber auch körperlich anstrengend, z.B. wenn man einen alten Menschen aus dem Bett heben und in seinen Rollstuhl setzen muss.

planet-beruf.de: Wie sieht das Geschlechterverhältnis bei dir im Jahrgang aus?

El-Manuel: Zurzeit gibt es sowohl im Altenwohnheim als auch in der Berufsfachschule deutlich mehr Frauen als Männer. Aber die Männer kommen langsam (lacht).

planet-beruf.de: Würdest du deinen Beruf anderen Jungs empfehlen?

El-Manuel: Ich würde ihn sogar sehr empfehlen! Man lernt, wie man anderen Menschen hilft. Das ist eine sinnvolle Arbeit, bei der man sich gut fühlt. Die alten Menschen bedanken sich manchmal am Ende eines Tages bei mir. Sie sagen, sie freuen sich, dass ich da bin und wollen, dass ich am nächsten Tag wiederkomme. Da weiß ich, ich habe alles richtig gemacht.

planet-beruf.de: Was sind deine Pläne nach Ende deiner Ausbildung?

El-Manuel: Wenn ich die Prüfung zum Altenpflegehelfer bestehe, möchte ich noch die Ausbildung zum Altenpfleger machen. Die kann ich dann auf zwei Jahre verkürzen.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: schulische Ausbildung an Berufsfachschulen für Altenpflege

Dauer: in der Regel 1 Jahr

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss.

Ausbildungsalternativen z.B.:

  • Gesundheits- und Krankenpflegehelfer/in
  • Fachkraft für Pflegeassistenz
  • Sozialassistent/in

So kann es nach der Ausbildung weitergehen

Naheliegend ist es, eine verkürzte Ausbildung zum Altenpfleger/zur Altenpflegerin zu absolvieren. Du kannst später z.B. auch eine Weiterbildung als Fachwirt/in im Gesundheits- und Sozialwesen anschließen.

Mehr Infos zu den vorgeschlagenen Weiterbildungsmöglichkeiten findest du auf www.berufenet.arbeitsagentur.de » Beruf eingeben » Perspektiven » Aufstiegsweiterbildung

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Stand: 25.01.2017
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