Job inside: Altenpflegehelfer

"Der Umgang mit Älteren ist etwas Besonderes."

Fabian machte zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in der Altenpflege. Das bestärkte ihn in seinem Berufswunsch: Er absolvierte eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer.

Fabian redet mit einer älteren Frau.
AWO AJS gGmbH, Erfurt
Fabian beim Plausch auf dem Gang mit einer Bewohnerin.
Ein junger Mann lächelt.
AWO AJS gGmbH, Erfurt
Fabian arbeitet gerne mit alten Menschen.

Fabian machte sein Freiwilliges Soziales Jahr im Seniorenpflegeheim "Am Park" der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Erfurt-Vieselbach. Dort lernte Fabian die Arbeit in der Altenpflege kennen und lieben. Der Umgang mit älteren Menschen ist etwas Besonderes, findet er. Er war sehr dankbar für diesen Einblick und entschied sich daher ganz bewusst für eine Ausbildung in der Altenpflege. "Ältere Menschen sind häufig freundlich, respektvoll und höflich. Das sind für mich sehr wichtige Werte", erklärt Fabian seine Berufswahl. Die Ausbildung zum Altenpflegehelfer im Seniorenpflegeheim der AWO hat er bereits abgeschlossen. Jetzt macht er die Ausbildung zum Altenpfleger, die eigentlich drei Jahre dauert. Als ausgebildeter Altenpflegehelfer kann er sie um bis zu ein Jahr verkürzen.

Vielseitige und sinnvolle Tätigkeiten

Im Mittelpunkt der Tätigkeit in der Altenpflege stehen ältere Menschen. Und egal, ob diese gebrechlich, krank oder gesund sind - Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sind Eigenschaften, die in der täglichen Arbeit eine wichtige Rolle spielen, berichtet Fabian. Als Altenpflegehelfer unterstützt er gemeinsam mit anderen Pflegefachkräften ältere Menschen bei der Körperpflege, beim Essen und begleitet sie zum Beispiel bei Arztbesuchen. Als zukünftiger Altenpfleger wird er für die Pflege, Betreuung und Beratung der Seniorinnen und Senioren allein verantwortlich sein. Bei all diesen Tätigkeiten hilft Fabian alten Menschen und bekommt viel Dankbarkeit von ihnen zurück.

Ein junger Mann hilft einer Frau beim Trinken.
Hilfestellung beim Trinken zu leisten gehört zu den Aufgaben eines Altenpflegehelfers.

Herausforderungen meistern

Als Mann nimmt Fabian während seiner Ausbildung im Seniorenpflegeheim eine besondere Rolle ein. Seine Erfahrungen damit sind hauptsächlich positiv: Die vorwiegend weiblichen Kolleginnen, aber auch die Heimbewohner/innen freuen sich über die Verstärkung durch einen jungen Mann. Inzwischen ist es Alltag für die Seniorinnen, von einem männlichen Pfleger gewaschen zu werden. Mit den Gerüchen und Ausscheidungen bei der Körperpflege geht Fabian gelassen um. Auch andere, früher für ihn unbekannte Situationen meistert er inzwischen gut: den Umgang mit dem Tod beispielsweise. Er gehört zur Arbeit dazu. Hierzu meint Fabian: "Ich kann das gut in der Arbeit lassen und denke nicht mehr viel darüber nach. Wenn ich aber Schwierigkeiten hätte, könnte ich im Team darüber sprechen."

So läuft die Ausbildung

Während der Ausbildung zum Altenpflegehelfer wechselten sich Schulunterricht und praktisches Arbeiten ab. In den Praxisphasen konnte Fabian das anwenden, was er im Unterricht gelernt hatte. Zu Fabians Aufgaben gehörten die Grundpflege, also zum Beispiel das Waschen der Bewohner/innen. Außerdem half er bei alltäglichen Erledigungen und verbrachte Zeit mit den Seniorinnen und Senioren. Er lernte auch, wie er im Ernstfall reagieren muss, indem er zum Beispiel Erste Hilfe anwendet.

Ein junger Mann spielt mit drei alten Frauen ein Brettspiel.
Würfel raus - Spielenachmittag im Altenheim.

In der Altenpflege ist Schichtarbeit die Regel. "Das macht mir aber nichts aus", lacht Fabian, "im Gegenteil. Ich möchte keinen immer gleichen Tagesablauf haben." Auch wegen der Schichten findet er, dass Teamfähigkeit ganz wichtig ist. Denn bei Schichtübergaben werden Absprachen getroffen, an die man sich dann auch halten muss.

Weiterbildung ist wichtig

In der Altenpflege lernt man nie aus, das ist für Fabian die größte Herausforderung. Denn es kommen immer wieder neue Pflegemethoden und -konzepte auf. Fabian möchte sich besonders im medizinischen Bereich weiterbilden. Er geht es aber Schritt für Schritt an. Jetzt möchte er zuerst seine Ausbildung zum Altenpfleger abschließen.

Damit gehört er zu den letzten, die die klassische Altenpflegerausbildung absolvieren werden, bevor der neue Ausbildungsberuf Pflegefachmann/-frau in Kraft tritt.

Fakten zur Ausbildung

Ausbildungsform: schulische Ausbildung an Berufsfachschulen (landesrechtlich geregelt)

Dauer: 1–2 Jahre

Zugangsvoraussetzungen: Vorausgesetzt wird in der Regel mindestens ein Hauptschulabschluss.

Altenpflegehelfer/innen schreiben Pflegeprotokolle und erklären den Seniorinnen und Senioren Pflegemaßnahmen. Dazu sind gute Deutschkenntnisse erforderlich.

Neue Ausbildung Pflegefachmann/-frau

Ab dem 1. Januar 2020 werden die dreijährigen Ausbildungen in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zusammengelegt. In den ersten zwei Jahren absolvierst du eine Ausbildung, die für alle drei Bereiche ausgelegt ist. Danach kannst du dich entscheiden, ob du im dritten Ausbildungsjahr den Abschluss als Pflegefachmann/-frau erwerben möchtest, oder ob du dich spezialisieren willst und einen Abschluss als Altenpfleger/in oder Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in anstreben willst. Als Pflegefachmann/-frau bist du breit aufgestellt und kannst in allen drei Pflegebereichen arbeiten.

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Stand: 15.01.2020
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