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Konflikte lösen statt aufgeben

Umgang mit Konflikten in Schule und Ausbildung

Wie in allen Lebensbereichen kann es auch in Schule und Ausbildung zu Problemen kommen. So unterschiedlich die Gründe dafür auch sind, eines ist wichtig: Jugendliche sollten deswegen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

Drei Leute sitzen an einem Tisch und reden.
Austausch und gemeinsame Gespräche sind wichtig, um Probleme zu lösen.

Konflikte im schulischen Umfeld

Zwei Leute reichen sich die Hand.
Die Einigung sollte für beide Seiten zufriedenstellend sein.

Konflikte gehören für Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte zum normalen schulischen Alltag. Ob während des Unterrichts oder in der Pause - schnell ist ein Konflikt zwischen Schülerinnen und Schülern entbrannt.

Auch der Schüler*in-Lehrer*in-Konflikt ist vorprogrammiert. Schüler*innen sind in der Regel dazu gezwungen, in der Schule zu sein, und die Aufgabe der/des Lehrerin/Lehrers besteht darin, sie am Unterricht zu beteiligen und zur Mitarbeit aufzufordern. Konflikte zwischen Jugendlichen und Lehrkräften äußern sich unter anderem in der mangelnden Mitarbeit von Schülerinnen und Schülern während des Unterrichts, schlechten Schulleistungen, Leistungsverweigerung, Unterrichtsstörungen und vielem mehr.

 

Konflikte in der Ausbildung

Probleme können in verschiedenen Bereichen und aus unterschiedlichen Gründen auftreten:

  • Betrieblicher Bereich: zum Beispiel Konflikte mit Ausbilder*innen oder Kolleginnen und Kollegen, mangelnde Ausbildungsqualität, ungünstige Arbeitszeiten, ausbildungsfremde Tätigkeiten
  • Persönlicher Bereich: zum Beispiel familiäre Probleme, gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Allergien, finanzielle Probleme
  • Berufsbezogener Bereich: zum Beispiel Unzufriedenheit mit der Berufswahl, falsche Vorstellungen vom gewählten Beruf
  • Schulischer Bereich: zum Beispiel Konflikte mit Lehrkräften, schlechte Unterrichtsqualität, Überforderung, Prüfungsangst

Lösungsstrategien für Konflikte in Schule und Ausbildung

Ein Mann und eine junge Frau sitzen sich gegenüber.
In schwierigen Fällen wissen Expertinnen und Experten Rat.

Ermutigen Sie die Jugendlichen, frühzeitig nach der Ursache der Konflikte zu forschen, um damit adäquat umgehen und sie beseitigen zu können. Bieten Sie sich selbst als neutrale/r Gesprächspartner*in an oder raten Sie dem/der Schüler*in, sich an eine Vertrauensperson in ihrem persönlichen Umfeld zu wenden. Oftmals reicht es aus, sie sprechen zu lassen, ohne Wertung zuzuhören und im Gespräch gemeinsam eine Lösung zu suchen.

Nehmen Sie Probleme ernst. Egal wie banal es Ihnen im ersten Moment vorkommt, für die Jugendlichen kann das Problem eine viel größere Bedeutung haben. Tun Sie daher keinen Konflikt als Kleinigkeit ab. Vor allem nicht, wenn die Schüler*innen von sich aus auf Sie zukommen. Manche Probleme lassen sich auch durch ein direktes Gespräch mit dem/der Lehrer*in, dem/der Ausbilder*in oder der Lehrkraft an der Berufsschule klären.

Helfen die genannten Bewältigungsstrategien bei Konflikten in der Ausbildung nicht weiter, nennen Sie den Jugendlichen externe Anlaufstellen, die sie bei der Konfliktlösung unterstützen können, zum Beispiel

  • die Berufsberater*innen der Agenturen für Arbeit. Sie unterstützen durch Beratungsangebote und die Vermittlung von Nachhilfeunterricht in Berufsschulfächern oder durch andere Hilfsangebote, zum Beispiel die „Assistierte Ausbildung“ (AsA) oder ausbildungsbegleitende Hilfen (abH).
  • die Ausbildungsberatung der zuständigen Kammer, die unter anderem Beispiel bei Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern angesiedelt ist. Sie hilft weiter, wenn Jugendliche über mangelnde Ausbildungsqualität klagen.
  • die Beratungslehrkräfte oder Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen an Berufsschulen. Sie wissen um die genauen Anforderungen an die Auszubildenden und kennen passende Hilfsangebote.
  • die Ausbildungsbegleiter*innen des Senior-Experten-Service (SES): Die ehrenamtlichen Ausbildungsbegleiter*innen der Initiative VerA - zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen haben langjährige Berufserfahrung und wissen, wie Konflikte zu lösen sind.

Wichtigstes Ziel ist es, Konflikte in der Ausbildung nicht eskalieren zu lassen, so dass es zu einer vorzeitigen Lösung des Ausbildungsvertrags bzw. zum Ausbildungsabbruch kommt.

Stand: 19.08.2020
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Weitere Infos im Netz

Hilfsangebote der Bundesagentur für Arbeit

Projekt VerA: Kontaktformular des Senior Experten Service (SES), mit dem die Unterstützung durch SES-Ausbildungsbegleiterinnen bzw. -begleiter angefordert werden kann