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Check-U Konzeption: Psychologie

Psychologische Grundlagen

Die Entscheidung für einen Beruf zu Beginn ihrer beruflichen Karriere stellt für viele Jugendliche nicht nur ein kognitives, sondern auch ein affektives Problem dar. Check-U unterstützt in dieser Situation mit einer neutralen Rückmeldung zur Berufspassung, mit der im Berufsorientierungsunterricht gearbeitet werden kann.

Grafik: Einflussfaktoren auf die Berufswahl. Folgende Einflussfaktoren werden genannt: Trends, verzerrte Eigenwahrnehmung, Medien, Peergroup, Stereotypen/Vorbilder, Eltern/Familie
Berufswahl und Berufsfindung ist häufig eine wenig individuelle Entscheidung. Sie ist vielmehr in hohem Maß abhängig von unterschiedlichen Einflussfaktoren, von denen hier einige beispielhaft dargestellt sind.

Bevor Jugendliche gezielt mit der Informationssuche beginnen können, erfordert die große Menge an Berufsmöglichkeiten eine Vorauswahl der "überlegenswerten" Berufe. Bei dieser komplexen Entscheidung kommen bei Jugendlichen auch nicht-rationale Effekte zum Tragen:

  • Sie konzentrieren sich beispielsweise auf typische Ausbildungen, die viele in ihrem Umfeld anstreben (Motto: "Was viele andere tun, kann nicht falsch sein.").
  • Sie messen dem Urteil der Eltern eine hohe Bedeutung zu, obwohl diese möglicherweise nur einen Bruchteil der Berufe kennen (Motto: "Was vertrauenswürdige Menschen sagen, wird schon stimmen.").

Wer seine Passung zu einem Beruf richtig einschätzen möchte, muss sich selbst kennen. Dabei kann es zu starken Verzerrungen in der Eigenwahrnehmung kommen:

  • Jugendlichen führen Misserfolge, schlechte Leistungen etc. oft nicht auf eigene Schwächen, sondern auf andere Personen (beispielsweise Lehrkräfte) oder widrige Umstände ("schlechten Tag gehabt") zurück.
  • Darüber hinaus übernehmen Jugendliche häufig Stereotypen in die Selbsteinschätzung. Wer oft gehört hat, dass bestimmte Fähigkeiten oder Interessen nicht zu ihrem/seinem Geschlecht passen, schreibt sich auch selbst solche Eigenschaften nicht zu.

Ohne fundierte Informationen über die Berufe und sich selbst werden rationale Überlegungen durch affektive Aspekte ersetzt: Zum Beispiel wird das Ansehen in der Peergroup stark vom angestrebten Beruf beeinflusst. Jugendliche neigen dazu, ihr Selbstwertgefühl durch gewählte Attribute wie Statussymbole oder persönliche Ziele zu steigern. Sie formulieren zum Teil irreale Berufswünsche, die für sie jedoch eine sehr wichtige, ihren Selbstwert erhöhende Funktion haben.

Check-U im Kontext der vielschichtigen Berufswahlentscheidung

Durch den Einsatz von Check-U können affektive bzw. nicht rationale Einflüsse auf die Berufswahl minimiert werden, weil es

  • die Jugendlichen in Form von Tests dabei unterstützt, die eigenen Stärken und Interessen besser einzuschätzen.
  • Ausbildungsmöglichkeiten durch ein automatisches Matching der beruflichen Anforderungen mit den getesteten Eigenschaften abgleicht und den Jugendlichen den Zusammenhang mit der Berufswahl deutlich macht.
  • eine überschaubare Menge von "überlegenswerten" Berufen ausgibt, über die sich die Jugendlichen dann mit den bekannten Mitteln (Internetrecherchen, Besuch von Berufsinformationszentren, Beratungsgespräche mit der Berufsberatung, Betriebsbesuche, Praktika etc.) vertieft informieren können.

Fazit

Der Einsatz von Check-U stellt eine gute Ergänzung zum klassischen Berufswahlunterricht dar. Das Tool unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, sich reflektiert, selbstverantwortlich, frei von Klischees und aktiv für einen Beruf und damit für eine Ausbildung zu entscheiden.

Stand: 27.05.2020
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