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Tipps von Eltern für Eltern

Gemeinsam Ziele erreichen

Viele Wege führen zur Berufsausbildung. Einige probieren viele Pfade aus, andere kennen ihren Weg bereits. Hier erzählen Eltern, wie sie ihr Kind dabei unterstützt haben, sich beruflich zu orientieren.

Eine junge Frau und ein junger Mann sehen sich gemeinsam Unterlagen an.
In einem Praktikum erfährt Ihr Kind viel über die eigenen Stärken.
Porträt von Johannes Kurreck
Privat
Johannes Kurreck war es wichtig, dass sein Sohn in einem Teil seiner Ferien Praktika absolvierte.

Johannes Kurreck, Bereichsleiter einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung

"Unser Sohn Joshua (15) hat bereits seinen Ausbildungsvertrag zum Bäcker unterschrieben und macht gerade den qualifizierenden Abschluss der Mittelschule. Vor einem Jahr war Joshua noch nicht so weit, dass er sich aus eigenem Antrieb heraus mit seiner Berufswahl auseinandergesetzt hätte. Daher haben wir ihm gezeigt, wie er sich informieren kann und ihn dazu angehalten, sich Berufe herauszusuchen, die er sich vorstellen kann.

Außerdem war es uns wichtig, dass Joshua in einem Teil seiner Ferien Praktika absolviert. Er sollte lernen, wie es im Arbeitsleben zugeht und ausprobieren, welche Tätigkeiten ihm gefallen. Die Praktika haben wir ihm über Freunde und Betriebe aus dem Ort vermittelt. Joshuas erstes Praktikum bei einem Zimmerer hat ihm überhaupt nicht gefallen. Anschließend hat er bei einem Metzger gearbeitet. Dort hat er gemerkt, dass er in der Lebensmittelbranche arbeiten möchte. So kam er schließlich dazu, ein Praktikum beim Bäcker zu machen. Danach wusste er, dass er in diesem Beruf eine Ausbildung machen will.

Ich denke, die Kunst ist es, seine Kinder etwas an der Hand zu nehmen, während man ihnen gleichzeitig Freiheit bei der Berufsentscheidung lässt."

Regina Neckermann, Verwaltungsfachangestellte

"Meine Tochter Anna (18) macht eine Ausbildung zur Modeschneiderin. Sie war schon immer kreativ und hat gerne genäht, sogar eigene Kostüme.

Zum Einstieg hat sich Anna im BERUFE-Universum und im BERUFENET umgesehen, welche Berufe sie interessieren könnten. Es war schnell klar, dass sie etwas Praktisches tun wollte. Wir sind daraufhin gemeinsam zu verschieden Geschäften im Ort gegangen und haben nach Praktika gefragt. Anna hat auf diese Weise im Büro, im Schreibwaren- und im Blumengeschäft ein Praktikum gemacht. Schließlich hat sie in einem Textilfachgeschäft mit Änderungsschneiderei gearbeitet. Das Nähen hat ihr dort besonders gut gefallen. Wir sind daher gemeinsam zum Tag der offenen Tür der Berufsfachschule für Bekleidung gefahren und haben uns über die Ausbildung informiert. Dort haben wir auch zusammen den Bewerbungsbogen ausgefüllt.

Wenn das Kind noch nicht weiß, was es beruflich machen möchte, würde ich raten, Geduld zu haben. Man kann gemeinsam eine Alternative entwickeln, z.B. den Besuch einer weiterführenden Schule oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Man sollte versuchen, das Kind möglichst viele Praktika machen zu lassen. So kann es herausfinden, was ihm liegt und gefällt."

Helga Wirth-Nachreiner, Schneiderin

"Meine Tochter Sabrina (18) wollte ursprünglich Fotografin werden. Nach einer Krankheit in der Familie hat sie sich jedoch zunehmend für den sozialen Bereich interessiert. Außerdem mag sie die Naturwissenschaften, weshalb sie sich besonders für den Bereich Radiologie begeistert hat. Daher habe ich auf der Radiologie-Station im örtlichen Krankenhaus nach einem Praktikum gefragt. Obwohl sie dort sonst keines anbieten, haben sie für Sabrina eine Ausnahme gemacht. Daran merkt man, dass es gut ist, persönlich nachzufragen. Nach dem Praktikum wusste Sabrina, dass sie langfristig nicht in der Radiologie arbeiten wollte. Sie durfte im Praktikum auch in die Tätigkeiten einer Arzthelferin hineinschnuppern, was ihr gezeigt hat, dass ihr verwaltende Tätigkeiten nicht gefallen. Schließlich hat ein Freund die Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin vorgeschlagen. Nach Abschluss der mittleren Reife hat Sabrina mit der Ausbildung angefangen und es gefällt ihr sehr.

Ich würde anderen Eltern raten, sich viel mit ihrem Kind und auch anderen Eltern auszutauschen. Diese sind schließlich in der gleichen Situation und können manchmal gute Tipps geben."

Mehr Infos

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Stand: 01.08.2018
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