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Jugendliche ohne Ausbildungsplatz unterstützen

Alternativen für Ihr Kind

Die Berufsberaterin Gudrun Vrielmann gibt Tipps, welche Möglichkeiten Jugendliche haben, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben und unterstützt bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Auch Eltern werden beraten.

Porträt von Gudrun Vrielmann
Agentur für Arbeit Hamburg-Eimsbüttel
Gudrun Vrielmann sucht gemeinsam mit Eltern und Jugendlichen nach Alternativen, wenn noch kein Ausbildungsplatz gefunden wurde.

planet-beruf.de: Wie hilft die Berufsberatung, wenn Jugendliche noch keine Ausbildung gefunden haben?

Gudrun Vrielmann: Wir versuchen zunächst gemeinsam herauszufinden, woran es liegt, dass der/die Schüler/in bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz noch nicht erfolgreich war. Eine der häufigsten Gründe ist, dass der Beruf nicht zu den Fähigkeiten des Jugendlichen passt. In diesem Fall bietet sich ein Berufswahltest an, wie z.B. das BERUFE-Universum, um herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen.

Außerdem weisen wir auch immer wieder darauf hin, wie wichtig gute Bewerbungsunterlagen und eine gute Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Einstellungs-Tests sind. Wir bieten in diesem Zusammenhang eine entsprechende Bewerbungs-Beratung an, oder vermitteln ein Bewerbungs-Coaching.

planet-beruf.de: Welche Möglichkeiten haben Schüler/innen, ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz zu verbessern?

Gudrun Vrielmann: Nach dem Ende der Schulzeit kann z.B. eine Einstiegsqualifizierung (EQ) absolviert werden. Das ist ein Langzeitpraktikum von 6-12 Monaten in einem Ausbildungsbetrieb. In dieser Zeit  lernen Jugendliche einen Beruf sowie den Ablauf im Unternehmen kennen. Eine Einstiegsqualifizierung kann durch die Berufsberatung vermittelt werden.

Freiwilligendienste sind ebenfalls  geeignet, um die Chancen auf eine Ausbildung im Anschluss zu erhöhen. Während dieser Zeit werden wichtige Sozialkompetenzen vermittelt, die für alle Berufsbereiche wichtig sind.

planet-beruf.de: Wie kann die Zeit noch genutzt werden?

Gudrun Vrielmann: Schulpflichtige Jugendliche können in Hamburg nach der allgemeinbildenden Schule u.a. ein Jahr lang die Ausbildungsvorbereitung-Dual (AV-Dual) besuchen. Diese Schulform ist in ähnlicher Form in anderen Bundesländern auch als Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) bekannt.* Die Schüler/innen lernen hier in Vollzeit mehrere Berufsfelder kennen und können außerdem ihre persönlichen und fachlichen Kompetenzen verbessern.

Für junge Erwachsene werden auch Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) angeboten. Die Maßnahmen werden von der Berufsberatung vermittelt und geben in speziell zugeschnittenen Lehrgängen eine Qualifizierung in verschiedenen  Berufsfeldern.

planet-beruf.de: Wie können Eltern Ihre Kinder in dieser Zeit unterstützen?

Gudrun Vrielmann: Eltern sollten Geduld haben und gemeinsam mit den Jugendlichen überlegen, wo die persönlichen Stärken liegen und in welchem Berufsbereich das Kind die besten Chancen hat. Hierfür kann auch das Beratungsangebot der Berufsberatung genutzt werden.

Mehr Infos

Eine Liste der berufsvorbereitenden Angebote finden Sie unter Eltern » Fahrplan zum Beruf » Überbrücken und Fördern. Weitere Infos z.B. zu Freiwilligendiensten erhalten Sie auf Schüler/innen » Zwischenstationen » Ausbildungschancen verbessern bzw. » Freiwilliger Einsatz.

*Möglichkeiten in Ihrem Bundesland

In jedem Bundesland werden andere berufsvorbereitende Maßnahmen angeboten. Einen Überblick erhalten Sie im Beitrag Berufseinstiege in den Bundesländern.