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Teilzeitausbildung - Das sollten Sie und Ihr Kind wissen

So flexibel ist die Ausbildung

Ein Vorteil der dualen Ausbildung ist, dass sie sich an die individuelle Situation Ihres Kindes anpassen lässt. Bei Bedarf ist beispielsweise eine Teilzeitausbildung möglich. Voraussetzung: Auszubildende/r und Betrieb sind sich darüber einig.

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Mit einer Teilzeitausbildung stehen Ihrem Kind viele Wege in den Beruf offen. Schauen Sie gemeinsam nach einem passenden Modell.

Die Berufsausbildung wird üblicherweise in Vollzeit durchgeführt. Ausbildungsbetrieb und Auszubildende/r können aber auch ein Teilzeitmodell vereinbaren. In diesem Fall wird die tägliche oder die wöchentliche Ausbildungszeit verkürzt, maximal um 50 Prozent. Die Dauer der Teilzeitberufsausbildung verlängert sich entsprechend, höchstens jedoch bis zum Eineinhalbfachen der regulären Ausbildungsdauer. Beispiel: Duale Ausbildung Kauffrau/-mann für Büromanagement, Dauer Vollzeit: 3 Jahre, Teilzeit maximal 4,5 Jahre.

Wer kann die Teilzeitform nutzen?

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Möchte Ihr Kind zusätzliche Kurse besuchen, ist das neben der Ausbildung gut möglich.

Manchmal lässt es die persönliche Lebens- und Lernsituation nicht zu, eine Berufsausbildung in Vollzeit zu absolvieren. Ein guter Weg in den Beruf kann dann die Ausbildung in Teilzeit sein. Möglicherweise benötigt Ihre Tochter/Ihr Sohn mehr Zeit zum Lernen, zusätzlichen Förderunterricht oder einen Deutschkurs. Oder sie/er hat gesundheitliche Einschränkungen oder eine Behinderung. Auch für junge Frauen, die ein Baby erwarten, eignet sich dieses Modell. Junge Mütter und junge Väter können zum Beispiel eine bestehende Ausbildung wegen Elternzeit unterbrechen und sie danach in Teilzeit fortsetzen.

Verkürzte Arbeitszeit - längere Ausbildung

Für eine Ausbildung in Teilzeit, in der junge Auszubildende weniger Wochenstunden im Betrieb arbeiten, gibt es verschiedene Modelle. Es ist möglich, für die komplette Zeit der Berufsausbildung eine Verringerung zu vereinbaren, beispielsweise 30 statt 40 Wochenstunden. Die Ausbildung Ihres Kindes würde sich dann bei einer 36-monatigen Vollzeit-Berufsausbildung auf 47 Monate in Teilzeitform verlängern. Grundlage für diese Berechnung ist das Verhältnis von der alten zur neuen Stundenzahl, das auf die Laufzeit des Ausbildungsvertrages übertragen wird. Wenn es die Lebensumstände erfordern, kann die Wochenstundenzahl auch stärker verkürzt werden.

Mit dem Ausbildungsbetrieb sprechen

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Übernimmt Ihr Kind Aufgaben in der Pflege, Erziehung oder Hauswirtschaft, kann es eine verkürzte Arbeitszeit in der Ausbildung beantragen.

Es muss nicht die gesamte Ausbildungszeit in Teilzeitform ablaufen. Denkbar ist auch, zeitweise oder zu einem späteren Zeitpunkt die wöchentliche Ausbildungszeit zu reduzieren. Die verlängerte Ausbildungsdauer wird auch hier mit einem bestimmten Faktor aus dem Verhältnis der Stundenzahlen berechnet. Die Teilzeitform geht auf ganz unterschiedliche Belange ein. Zu beachten ist, dass sich bei einem Teilzeitmodell Ausbildungsvergütung und Urlaubsanspruch entsprechend der verkürzten Arbeitszeit anpassen und reduzieren. In jedem Fall sollte Ihr Kind ein Gespräch mit dem Ausbildungsbetrieb vereinbaren, um gemeinsam eine Lösung zu finden und schriftlich festzuhalten.

Besuch der Berufsschule

Grundsätzlich bleibt die Berufsschulzeit von der mit dem Betrieb vereinbarten verringerten Stundenzahl unberührt. Sie findet wie bei einer Vollzeitausbildung statt. Einige Berufsschulen haben ihre Unterrichtszeiten bereits an die Bedürfnisse der Teilzeitauszubildenden angepasst. Schwieriger ist es bei Ausbildungsberufen, deren Berufsschulzeiten in Blockform stattfinden. Ihr Kind sollte sich erkundigen, welche Berufe sich für eine Teilzeitform anbieten und wie die Randbedingungen sind.

Schulische Ausbildungen in Teilzeit

Neben dualen Ausbildungen sind auch schulische Ausbildungen in Teilzeit möglich, zum Beispiel im Beruf Pflegefachmann/-frau. Vereinzelt gibt es spezielle Teilzeitausbildungsklassen. In anderen schulischen Ausbildungsmodellen werden die Praxis in Teilzeit und der schulische Teil der Ausbildung in Vollzeit absolviert. Bei Interesse sollte Ihr Kind bei der Schule nachfragen.

Zuschuss zur Ausbildung

Zieht Ihr Kind für seine Berufsausbildung in einen anderen Ort und wohnt nicht mehr bei Ihnen, kann es unter bestimmten Voraussetzungen Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Informationen findet es auf der Seite Berufsausbildungsbeihilfe der Bundesagentur für Arbeit.

Unterstützung finden Menschen mit Behinderungen …

… bei Berufsbildungswerken und Bildungswerken der Wirtschaft. Sie sind auf die Ausbildung von Menschen mit Beeinträchtigungen spezialisiert. Die/Der Auszubildende schließt den Ausbildungsvertrag mit dem Bildungsträger ab. Dieser übernimmt den theoretischen Teil der Ausbildung. Die praktische Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb statt, der einen Kooperationsvertrag mit dem Bildungsträger abschließt.

Bei der kooperativen Berufsausbildung …

… absolvieren die Auszubildenden den praktischen Teil der Ausbildung in Kooperationsbetrieben. Um den theoretischen Teil der Ausbildung kümmern sich die Bildungsträger. Die/Der Auszubildende besucht die reguläre Berufsschule oder eine Förderberufsschule. Sie/Er erhält bei Bedarf Stütz- und Förderunterricht und wird sozialpädagogisch begleitet.

Siehe REHADAT: Kooperative und Integrative Ausbildungen

Stand: 30.09.2020
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Weitere Infos im Netz

Informationen zur Teilzeitberufsausbildung des Bundesinstituts für Berufsbildung:
Teilzeitberufsausbildung

 

Informationen zu Neuerungen in der Ausbildung der Bundesagentur für Arbeit:
Ausbildung 2020: Das ändert sich