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Experteninterview: Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe

"Es wird auch nach der Krise weiter Tourismus geben!"

Von der Auszubildenden zur perfekten Gastgeberin. Nathalie Bauer, Direktionsassistentin im Best Western Plus - Kurhotel an der Obermaintherme in Bad Staffelstein, stellt Ausbildungsmöglichkeiten im Hotel- und Gaststättengewerbe vor. Sie erläutert außerdem die Auswirkungen des Coronavirus auf die Branche.

Ein junger Mann deckt einen Tisch.
Im Hotel- und Gaststättengewerbe gibt es vielfältige Ausbildungsberufe. Erwartet werden vor allem Organisationstalent sowie rasches Auffassungsvermögen.
Porträt von Nathalie Bauer
Best Western Plus - Kurhotel an der Obermaintherme
Nathalie Bauer ist Direktionsassistentin im Best Western Plus - Kurhotel an der Obermaintherme in Bad Staffelstein.

planet-beruf.de: Welche Berufsausbildungen gibt es im Hotel- und Gaststättengewerbe?

Nathalie Bauer: In unserer Branche gibt es vielfältige und spannende Ausbildungsberufe wie Fachkraft im Gastgewerbe, Hotelfachmann/-frau, Hotelkaufmann/-frau, Restaurantfachmann/-frau und Koch/Köchin. In unserem Betrieb bilden wir sogar eine Kosmetikerin und ab August eine Veranstaltungskauffrau aus.

planet-beruf.de: Welche Voraussetzungen sind für eine Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe wichtig?

Nathalie Bauer: Die Bewerber/innen sollten gerne mit Menschen umgehen und Teamplayer sein. Zudem werden Organisationstalent, Kommunikationsfähigkeit sowie rasches Auffassungsvermögen benötigt. Natürlich erfordert jeder Beruf weitere, spezielle Fähigkeiten. Wer zum Beispiel Koch/Köchin erlernen möchte, sollte kreativ sein, aber auch Handgeschick mitbringen. Hotelkaufleute sollten gerne mit Zahlen umgehen, da sie beispielsweise Rechnungen erstellen oder sich um Bestellungen kümmern.

Eine Frau zeigt ihrer Kundin etwas auf einem Zettel.
Wer in der Branche arbeiten möchte, sollte gerne mit anderen Menschen kommunizieren.

planet-beruf.de: Welche Herausforderungen gibt es?

Nathalie Bauer: Es gibt unregelmäßige Arbeitszeiten, unter anderem wird am Wochenende gearbeitet. Das hat Nach-, aber auch Vorteile. Behördengänge können beispielsweise stressfrei an einem freien Tag unter der Woche erledigt werden.
Durchhaltevermögen und höchste Konzentration sind während der "Rush Hour", etwa mittags, nötig, wenn in der Küche das Essen zubereitet wird und gleichzeitig weitere Bestellungen eingehen. Auch dann muss Ruhe bewahrt werden.

planet-beruf.de: Wie reagiert die Branche auf die schwierige Situation aufgrund des Coronavirus bzw. welche Auswirkungen hat dies auf Ausbildungen?

Nathalie Bauer: Die Coronakrise ändert absolut nichts in der Ausbildung.
Wir verlieren ca. 6-8 von 156 Ausbildungswochen. Wenn diese Zeit dann für intensive Schulungen mit genutzt wurde, ist es leicht aufzuholen. Das Geschäft wird sich nach und nach wieder beruhigen. Und dann können wir froh sein, unsere Auszubildenden durch diese Zeit geführt zu haben, um anschließend die Fachkräftelücke etwas zu schließen.

planet-beruf.de: Wie sind die Zukunftsaussichten im Hotel- und Gaststättengewerbe?

Nathalie Bauer: Wir arbeiten - trotz Corona - in der schönsten Branche der Welt. Unseren Fachkräften stehen weltweit die Türen offen, denn auch Arbeitgeber im Ausland beschäftigen aufgrund des dualen Ausbildungssystems gerne Fachkräfte aus Deutschland. Es kann zwar passieren, dass Betriebe wegen der nun schwierigen wirtschaftlichen Lage schließen, aber es wird auch nach der Krise weiter Tourismus geben.

planet-beruf.de: Welche Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?

Nathalie Bauer: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich weiter zu qualifizieren, unter anderem zum/zur Hotelmeister/-in oder Fachwirt/-in - Gastgewerbe. Daneben gibt es spezielle Weiterbildungen wie Sommelier/Sommelière oder Barmixer/in. Wer Erfahrung gesammelt und die notwendigen Qualifikationen hat, kann zum Beispiel zum/zur Betriebsleiter/in der Fachrichtung Hotel/Gaststätten aufsteigen oder sich mit einem eigenen Hotel- und Gastronomiebetrieb selbstständig machen.

planet-beruf.de: Welche Tipps geben Sie Jugendlichen, die sich für einen Beruf im Hotel- und Gaststättengewerbe interessieren?

Nathalie Bauer: Sie sollten unbedingt ein Praktikum machen. Es ist wichtig, die Abläufe selbst zu erleben. Durch Praktika steigen auch die Chancen bei einer Bewerbung. Wer sich für eine Ausbildung entscheidet, sollte Leidenschaft und Wissendurst mitbringen. Denn langweilig wird es in unserem Arbeitsbereich nie!

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Stand: 10.06.2020