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Duale und schulische Berufsausbildung

Ausbildungswege im Überblick

Ihr Kind hat nach der Schule die Wahl zwischen mehreren Hundert verschiedenen Ausbildungsberufen. Die Berufe unterscheiden sich nicht nur darin, welche Fähigkeiten man erwirbt, sondern auch darin, wie und wo man lernt.

Ein Ausbilder gibt einer Auszubildenden zur Konditorin Anweisungen.
Tim Fertig
Eine duale Ausbildung findet im Betrieb und in der Berufsschule statt.

Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule

Die häufigste Form der Ausbildung in Deutschland ist die duale Berufsausbildung. Die praktische Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb statt, die Theorie wird in der Berufsschule vermittelt. Die Auszubildenden arbeiten während ihrer Ausbildung in Vollzeit in ihrem Ausbildungsbetrieb und erhalten dafür eine Ausbildungsvergütung. Ein- bis zweimal pro Woche besuchen sie die Berufsschule. Dort werden sowohl berufsspezifische als auch allgemeinbildende Fächer unterrichtet. Je nach Beruf kann der Berufsschulunterricht auch in Blockform stattfinden.

Eine duale Berufsausbildung ist in über 300 verschiedenen Berufen möglich. Für die Aufnahme einer dualen Berufsausbildung bewirbt man sich bei den Ausbildungsbetrieben um einen Ausbildungsplatz. Ein bestimmter Schulabschluss ist rechtlich nicht vorgeschrieben, die Unternehmen wählen die Bewerberinnen und Bewerber nach eigenen Kriterien aus. Freie Ausbildungsplätze findet Ihr Kind über die JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit.

Schulische Ausbildung an der Berufsfachschule

Neben den Ausbildungsberufen, die dual ausgebildet werden, gibt es schulische Ausbildungsberufe, z.B. im Pflege- und Sozialbereich oder im Bereich Gestaltung. Die Ausbildung findet an Berufsfachschulen oder Berufskollegs statt. Im Unterricht wird theoretisches Wissen vermittelt, die Schüler/innen führen aber auch praktische Übungen an der Schule durch. Zusätzlich leisten die Schüler/innen der Berufsfachschulen in der Regel Praktika in Betrieben ab. Welchen Umfang diese Praktika haben, ist je nach Beruf unterschiedlich. Eine Ausbildungsvergütung wird für schulische Ausbildungen nicht gezahlt, eine Ausnahme bilden die Pflegeausbildungen.

Für die Ausbildung bewirbt sich Ihr Kind an der Berufsfachschule. Eine passende Schule findet Ihr Kind über KURSNET – das Portal für berufliche Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Welcher Schulabschluss für die Ausbildung vorausgesetzt wird, ist durch die Ausbildungsordnung geregelt. Häufig wird der mittlere Bildungsabschluss vorausgesetzt.

Vorbereitungsdienst bei einer Behörde

Im öffentlichen Dienst kann Ihr Kind eine duale Ausbildung oder auch eine Beamtenausbildung machen. Beamtenausbildungen finden in Form eines Vorbereitungsdienstes statt. Dabei wechseln sich Praxisphasen in der Behörde mit Lehrgangsblöcken an der Schule ab. Beamtenanwärterinnen und -anwärter erhalten eine Ausbildungsvergütung, die Anwärterbezüge. Mit dem mittleren Schulabschluss ist eine Ausbildung im mittleren nichttechnischen Dienst möglich. Ausbildungsplätze findet Ihr Kind über die JOBBÖRSE oder über die Internetportale von Ministerien, Ämtern oder Behörden.

Ausbildungen für Jugendliche mit Behinderungen

Die bisher genannten Ausbildungen stehen Jugendlichen ohne und mit Behinderungen gleichermaßen offen. Für Auszubildende mit Behinderungen gibt es verschiedene Unterstützungsangebote, wie z.B. die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH). Ihr Kind kann auch einen sogenannten Nachteilsausgleich beantragen. Das heißt, dass z.B. Umfang und Dauer der Ausbildung angepasst werden können oder Ihr Kind für Prüfungen mehr Zeit bekommt. Es gibt auch die Möglichkeit, eine außerbetriebliche Berufsausbildung zu absolvieren, zum Beispiel in einem Berufsbildungswerk. Wenn eine Ausbildung in einem dualen Ausbildungsberuf auch in außerbetrieblicher Form für Ihr Kind nicht möglich ist, gibt es Ausbildungen, die auf die besonderen Bedürfnisse von Jugendlichen mit Behinderungen angepasst sind. Die Ausbildungsinhalte orientieren sich an den regulären Ausbildungsberufen, umfassen aber weniger Theorie.

Der Ausbildungsvertrag

… regelt bei einer dualen Ausbildung die Rechte und Pflichten der Auszubildenden. Er wird zwischen Auszubildendem und Betrieb geschlossen. Wenn Ihr Kind noch nicht 18 Jahre alt ist, müssen zusätzlich Sie als Erziehungsberechtigte/r unterschreiben.

Im Ausbildungsvertrag sind neben dem Ausbildungsberuf unter anderem Ausbildungsdauer (ggf. auch eine Verkürzung der Ausbildungszeit), Ausbildungsort und zuständige Berufsschule, Arbeitszeit und Höhe der Vergütung, Urlaubsanspruch, Dauer der Probezeit und Kündigungsfristen festgelegt.

Mit der Ausbildung zum nächsthöheren Schulabschluss

Ihr Kind kann unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Abschluss seiner Berufsausbildung auch den jeweils höheren Schulabschluss erreichen bzw. ohne Schulabschluss den Hauptschulabschluss erwerben.

Hat Ihr Kind nach Abschluss der Ausbildung zwei bis fünf Jahre Berufserfahrung gesammelt, ist sogar ein Studium ohne Abitur möglich. Beachten Sie: Die Regelungen sind in allen Bundesländern unterschiedlich. Nähere Auskünfte erteilt Ihnen die Berufsberatung Ihrer Agentur für Arbeit.

Stand: 01.08.2018
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