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Good-Practice-Beispiel: Integration Point als erste Anlaufstelle für Geflüchtete

Viele Akteure – ein gemeinsames Ziel

Kurze Dienstwege und Vernetzung mit anderen Akteuren, die sich um die Belange von Geflüchteten kümmern – das ist die Idee, die hinter dem Integration Point (IP) in Düsseldorf steht. Stefanie Koch, Mitarbeiterin im IP, berichtet von ihren Erfahrungen.

Schlangestehen am Schalter des Integration Point..
Integration Point Düsseldorf
Am Integration Point in Düsseldorf arbeiten Bundesagentur für Arbeit, Jobcenter, Ausländerbehörde und Jugendamt zusammen.

planet-beruf.de: Was genau kann man sich unter dem Integration Point vorstellen?

Stefanie Koch: Der IP ist die erste gemeinsame Anlaufstelle für geflüchtete Menschen, die auf der Suche
nach Hilfe sind. Das kann z.B. die finanzielle Situation, die Integration in Arbeit und Ausbildung, aber auch die Wohnsituation betreffen. Ziel ist, in Abhängigkeit vom jeweiligen Aufenthaltsstatus, diese Personen möglichst schnell in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren.

planet-beruf.de: Welche Institutionen arbeiten im IP zusammen?

Stefanie Koch: Agentur für Arbeit und Jobcenter sind für die Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt verantwortlich und helfen gemeinsam mit einem abgestimmten Angebot an Förderleistungen. Auch Anträge auf Arbeitslosengeld II können gestellt werden. Die Stadt Düsseldorf ist mit der Ausländerbehörde und dem Jugendamt in den Integration Point mit eingebunden. In der Eingangszone werden die individuellen Anliegen der geflüchteten Menschen geklärt, der Arbeitsvermittlung oder dem Leistungsbereich zugewiesen und von Integrations- und Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit, des Jobcenters und der Stadt Düsseldorf beraten und betreut.

planet-beruf.de: Welche weiteren Akteure unterstützen diese Aufgabe?

Stefanie Koch: Neben der Bündelung der Beratungsangebote von Arbeitsagentur und Jobcenter übernimmt der IP zugleich auch eine Netzwerkfunktion. Die Netzwerkpartner, die man durch den IP erreichen kann, sind ganz wichtig. Das können Flüchtlingseinrichtungen, die Kammern, ehrenamtlich Tätige, Bildungsträger, Sprachschulen oder Schulen sein. Wichtige Schnittstellen sind auch die Ausländerbehörde und das Sozia- lund Jugendamt der Stadt Düsseldorf. Entscheidend ist, intern und extern die kurzen Dienstwege einzuhalten und sich ständig auszutauschen.

planet-beruf.de: Wie treten die Netzwerkpartner miteinander in Kontakt?

Stefanie Koch: Im IP werden Informationen über Angebote und Aktionen gesammelt und allen in diesem
Bereich tätigen Akteuren zur Verfügung gestellt. In den Beratungsgesprächen werden die Angebote vorgestellt. Viele potenzielle Netzwerkpartner fragen im IP nach, was über Arbeitsagentur und Jobcenter für diese Zielgruppe angeboten wird bzw. stellen ihre Dienstleistungen vor.

IP Stefanie Koch
Integration Point Düsseldorf
Stefanie Koch arbeitet als Berufsberaterin im Integration Point in Düsseldorf.

planet-beruf.de: Der IP Düsseldorf hat 2016 seinen ersten Geburtstag gefeiert. Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Angebot gemacht?

Stefanie Koch: Positiv ist, dass durch die direkte Zusammenarbeit von Jobcenter und Agentur für Arbeit
die Anliegen der Geflüchteten unmittelbar bearbeitet werden können. So geht keine wichtige Zeit verloren.
Allerdings ist nicht für jeden Jugendlichen, der zu uns kommt, zumindest zu diesem Zeitpunkt, eine Ausbildung direkt das Richtige. Da müssen im Vorfeld erst andere Maßnahmen laufen wie z.B. Spracherwerb, damit man dann im nächsten Schritt, z.B. nach einem Praktikum oder dem Erwerb eines Schulabschlusses, über eine EQ in Ausbildung kommt. Letztendlich muss, wie bei jedem anderen Jugendlichen, der passende Akteur das passende Angebot zum richtigen Zeitpunkt anbieten.

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Weitere Good-Practice-Beispiele, eine Landkarte mit Integrationsinitiativen sowie aktuelle Informationen zur Integrationspolitik finden Sie auf

www.deutschland-kann-das.de.

Stand: 25.01.2017
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Integration Point (IP) Düsseldorf:
www.jobcenter-duesseldorf.de

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