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Wie entsteht ein neuer Ausbildungsberuf?

Anpassung an die Anforderungen der Arbeitswelt

Die Arbeitswelt verändert sich laufend. Aufgaben- und Tätigkeitsprofile entwickeln sich weiter und beeinflussen die Anforderungen an die Kompetenzen von Fachkräften. Jedes Jahr werden daher neue Ausbildungsberufe geschaffen bzw. bereits bestehende modernisiert.

Zwei Frauen fertigen ein Miniaturmodell für ein Gebäude an
Zwei Assistentinnen - Innenarchitektur bei der Arbeit. Ihre Ausbildung findet schulisch statt.
Feinwerkmechaniker bei der Arbeit
Feinwerkmechaniker/innen werden dual ausgebildet.

Ausbildungsberufe lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Als "duale Ausbildungsberufe" werden diejenigen Ausbildungsgänge bezeichnet, die an den beiden Lernorten Betrieb und Berufsschule erfolgen. Sie sind staatlich anerkannt und bundeseinheitlich durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) bzw. durch das BBiG und die Handwerksordnung (HwO) geregelt.

Außerdem gibt es landesrechtlich bzw. bundesrechtlich geregelte Ausbildungsberufe, die an Berufsfachschulen ausgebildet werden ("schulische Ausbildungsberufe").

Ein neuer Ausbildungsberuf im dualen System

Voraussetzung für die Schaffung eines neuen Ausbildungsberufs ist ein festgestellter Qualifikationsbedarf in der Wirtschaft, d.h. es werden Kenntnisse benötigt, die in den bereits bestehenden Ausbildungsberufen bislang noch nicht vermittelt werden. Ein neuer Ausbildungsberuf entsteht in einem mehrstufigen Verfahren, in das Unternehmen und Kammern, Gewerkschaften, Bund und Länder sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) einbezogen sind.

Zunächst muss ein Antrag beim zuständigen Bundesministerium (in der Regel das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)) gestellt werden. Danach werden die Eckwerte für die neue Ausbildungsordnung festgelegt. Die Eckwerte umfassen z.B. die Berufsbezeichnung, die Ausbildungsdauer und die Struktur der Ausbildung. Im nächsten Schritt wird der Entwurf für die Ausbildungsordnung erarbeitet. Nach dem Durchlaufen weiterer Schritte geht der Entwurf der Ausbildungsordnung als Empfehlung an die Bundesregierung weiter. Stimmt die Bundesregierung dem Entwurf zu, wird die Verordnung erlassen. In der Regel tritt sie zum 1. August eines Jahres in Kraft.

Neuordnung landes- bzw. bundesrechtlich geregelter schulischer Ausbildungen

Landesrechtlich geregelte Ausbildungen werden durch Schulgesetze, Richtlinien und Erlasse in den einzelnen Bundesländern geschaffen. Für die Vergleichbarkeit sorgen Rahmenvereinbarungen der Kultusministerkonferenz (KMK). Bundesrechtlich geregelt sind schulische Ausbildungsberufe im Gesundheitswesen (z.B. Heilerziehungspfleger/in Hebamme/Entbindungspfleger). Der rechtliche Rahmen wird durch Gesetze im Gesundheitswesen und die dazugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsordnungen des Bundes vorgegeben.

Ebenso wie bei dualen Ausbildungsberufen reagiert der Gesetzgeber auf Landes- bzw. Bundesebene auf geänderte Bedürfnisse in der Berufswelt. So wurde z.B. die bundeseinheitlich geregelte, generalisierte Pflegeausbildung neu geschaffen, um dem durch den demografischen Wandel gestiegenen Bedarf an Pflegekräften gerecht zu werden.

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Stand: 02.05.2016