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Bericht: Weiter durch Bildung

So kommt Ihr Kind weiter

Ihr Kind hat bestimmt seinen eigenen Weg, Dinge zu verstehen und sich Wissen anzueignen. Mit Ihrer Hilfe kann es den Lernprozess aber noch verbessern. Hier erfahren Sie, welcher Lerntyp Ihr Kind ist und wie Sie eine ideale Lernsituation schaffen können.

Ein Junge sitzt am Schreibtisch.

Die verschiedenen Arten des Lernens werden in vier Lerntypen gegliedert: Entsprechend unserer Sinnesorgane gibt es den auditiven, visuellen, kommunikativen und motorischen Lerntyp. Vor allem Kinder und Jugendliche wissen oft nicht, welche Art des Lernens für sie geeignet ist. Es fällt ihnen daher meistens schwer, z.B. den Schulstoff in der vorgegebenen Zeit zu lernen.

So lernt Ihr Kind

Ihre Tochter bzw. Ihr Sohn spricht sich beim Lernen die Texte vor und kann sie danach richtig wiedergeben? Dann ist Ihr Kind der auditive Lerntyp. In diesem Fall ist es gut, wenn Ihr Kind den Schulstoff laut aufsagt und mehrmals wiederholt. Zusätzlich kann es helfen, wenn Ihr Kind Vokabeln o.Ä. mit einem Diktiergerät aufnimmt und es sich dann vorspielt. Wichtig ist, dass Nebengeräusche beim Lernen möglichst vermieden werden.
Der visuelle Lerntyp macht sich oft Notizen oder fertigt Skizzen, Grafiken oder Bilder an, um z.B. Texte zu strukturieren und sich einzuprägen. Informationen werden direkt über das Gelesene aufgenommen. Sie können Ihr Kind unterstützen, indem Sie seine Leselust fördern. Karteikarten, Mindmaps, Videofilme oder Fernsehbeiträge zum Thema sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, Inhalte zu lernen.
Wenn Ihr Kind einen Bewegungsdrang beim Lernen hat, handelt es sich um einen motorischen Lerntyp. Bremsen Sie Ihr Kind nicht, wenn es Gedichte oder Aufgaben vor sich hinspricht und dabei von einer in die andere Zimmerecke läuft. Motorische Lerntypen basteln auch gerne beim Lernen oder stellen das Gelernte mit Gesten dar.

Ein Junge und ein Mädchen unterhalten sich.
Wenn Ihr Kind Wissen über das Gespräch mit anderen wiederholt und lernt, gehört es zum kommunikativen Lerntyp.

Das Gelernte mit Freunden oder der Familie zu besprechen, ist ein Zeichen für einen kommunikativen Lerntyp. In Diskussionen wird wiederholt, was der Lehrer oder die Lehrerin gesagt hat. Durch die Gespräche werden die Zusammenhänge für Ihr Kind deutlich. Daher braucht es jemanden, mit dem es sich unterhalten und austauschen kann. Unterstützen Sie Ihr Kind, indem Sie es beim Lernen nicht alleine lassen und überlegen Sie sich z.B. Rollenspiele, um Texte zu wiederholen.
Möglicherweise entspricht das Lernverhalten Ihres Kindes auch mehreren Lerntypen. Überlegen Sie in jedem Fall, wie es sich besser konzentrieren kann und was Sie als Eltern dafür tun können.

Lebenslanges Lernen

Der Lerntyp Ihres Kindes wird ihn sein ganzes Leben begleiten. Je früher Sie daher ideale Rahmenbedingungen für die jeweilige Lernsituation schaffen, desto eher wird Ihr Kind in seinem Lernprozess gefestigt. Das wird ihm spätestens beim Lernen für die Abschlussprüfungen seiner Ausbildung weiterhelfen. Doch das Lernen hört auch danach nicht auf. Die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die Ihr Kind während seiner Ausbildung erwirbt, müssen laufend aufgefrischt oder an neue Anforderungen angepasst werden.
Wenn Ihr Kind später eine berufliche Weiterbildung machen möchte, wird es ebenfalls wieder mit seiner Lernkompetenz konfrontiert. Je motivierter es schon zu Schul- bzw. Ausbildungszeiten gelernt hat, desto leichter wird ihm die erneute Auseinandersetzung mit schulischen Aufgaben fallen. Mithilfe einer Weiterbildung kann man sein Wissen vertiefen und sich so in einem bestimmten Bereich spezialisieren. Das verbessert die beruflichen Aufstiegsmöglichkeiten und bringt auch finanzielle Vorteile.

Stand: 28.06.2017